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Die Gugel, aus lateinisch cucullus (Tüte, Kapuze), ist ein ab dem Hochmittelalter nachweisbares Kleidungsstück, das fast ausschließlich von Männern getragen wurde. Die Gugel war eine kapuzenartige Kopfbedeckung, die auch die Schultern bedeckte und meist aus verschiedenen Stoffen, vor allem aus Wolle, angefertigt wurde.

Geschichte

Die Gugel entwickelte sich ab der Mitte des 13. Jahrhunderts bei (männlicher) Landbevölkerung, Jägern und Reisenden zu einer beliebten Kopfbedeckung. Ursprünglich aus einem kurzen Umhang mit Kapuze hervorgegangen, wird die Gugel ab Mitte des 15. Jh. auch von der weiblichen Oberschicht angenommen. Gaukler und Vaganten hatten, ebenso wie Hübschlerinnen, oftmals ein kleines Glöckchen am Ende des Zipfels baumeln.

Beschreibung

Die Gugel ist ein sehr einfaches Kleidungsstück und besteht i.d.R. aus nur zwei Teilen. Gugeln wurden normalerweise aus leuchtenden Farben angefertigt (auch in Mi-parti, also halb und halb geteilt), von der Landbevölkerung jedoch eher in dunklen Naturtönen gehalten. Die Abmessungen sind von der Art der Ausführung abhängig, besonders beliebt wurde ab Anfang 15. Jh. die Verlängerung des Zipfels, der dann "Sendelbinde" genannt wurde. Der Kragen einer Gugel war oftmals vorne offen oder mit einer Knopfleiste versehen.

Als Schützenhaube

Schützenhaube 16. Jh. waffenkunde@boeheim, Fig.052.jpg

Gemeine Schützenhaube (Österreich, Ende 16. Jh.)

Als "Gugel" wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jhs. auch eine Art Eisenkappe bezeichnet, die ansonsten Schützenhaube oder Häubel hieß und in Form und Tragart mit den alten Gugeln wenig gemein hatte.

Die Schützenhaube bestand aus einer spitzen Haube mit darüber laufenden flachen Grat und sehr schmalen, meist gerade vorstehenden, seltener vorn und hinten etwas aufgebogenen Krempen. Besaßen sie außerdem schmale, geschobene Wangenstücke und Nackenschirme, bezeichnete man sie um 1580 als „Gugeln mit Biberschwänzen". [1]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Handbuch der Waffenkunde: Das Waffenwesen in seiner historischen Entwicklung (Internet Archive). Wendelin Boeheim. Leipzig, E.A. Seemann : 1890. Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, ISBN 978-3-201-00257-8. S. 55.

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