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Guido von Arezzo (* 992; † 1050), auch Guido d'Arezzo der Ältere, war ein italienischer Musiktheoretiker, Benediktinermönch und Lehrer des ausklingenden Frühmittelalters.

Geschichte

Geboren wurde Guido von Arezzo um 992 und starb am 17. Mai 1050 in Avellano. Er lebte in Pomposa bei Ferrara, wo er das Antiphonarium verfaßte. Im Vorwort des Werkes wird erstmals die von ihm erfundene auf vier Linien im Terzabstand basierende Musiknotation beschrieben. Noch vor 1020 begab er sich in die Abtei Santa Maria, wo er die Traktate des Odo, Abt von St.-Maur, studierte. 1023 oder 1025 verließ er das Kloster und wurde unter Bischof Theobald von Arezzo (1023-36) Lehrer der Kathedralschule von Arezzo. 1025 und 1026 entstand sein Hauptwerk Micrologus de disciplina artis musicae.

Wirken

Guido von Arezzo wurde durch zwei musikalische Erfindungen berühmt, die für die Entwicklung der abendländischen Musik von fundamentaler Bedeutung waren: Das Prinzip der Melodie-Notierung auf vier Linien im Terzabstand und die Solmisation. Vor Guido von Arezzo wurden für die musikalische Notation Zeichen (Neumen) benutzt, die keinen Aufschluss über die genaue Länge oder Höhe des Tons zuließen. Die eigentliche Melodie wurde mündlich überliefert. Die Guidonische Hand, eine Merkhilfe, bei der jedem Fingerglied eine Tonstufe zugeordnet ist, wird nach dem Zeugnis des Sigebert von Gembloux (um 1105 und 1110) auf Guido von Arezzo zurückgeführt.

Musiknotation

Als erstes führte er das Prinzip der Melodie-Notierung auf vier Linien im Terzabstand ein (erstmals beschrieben im "Antiphonarium"); zwischen einer roten f-Linie und einer gelben c-Linie platzierte er eine schwarze a-Linie und über oder unter dem System noch eine schwarze Linie. Papst Johannes XIX. lernte danach das Singen vom Blatt und regte die Schaffung von Chorbüchern auf der Grundlage der Methode des Guido von Arezzo an.

Solmisation

Die zweite Erfindung des Musikers war die Benennung der Töne eines Hexachords (Solmisation) mit den Anfangssilben der Zeilen des Johannes-Hymnus Ut queant laxis (8.Jahrhundert): damals ut, re, mi, fa, sol, la, heute mit dem zu do umbenannten ut erweitert zur Tonleiter do-re-mi-fa-so-la-ti-(do). Diese Bezeichnungen wurden in dem von Guido verfassten Werk „Epistola Guidonis Michaeli monacho de ignoto cantu directa“ erläutert.

Quellen

Wikipedia
Dieses Dokument basiert in seiner ersten oder einer späteren Version auf dem von Arezzo Artikel „Guido von Arezzo“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 12. Jun. 2012‎ und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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