Fandom

Mittelalter Wiki

Hallstattzeit

2.452Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Kommentare0 Teilen

Als Hallstattzeit bezeichnet man einen Abschnitt der Frühen oder Älteren (vorrömischen) Eisenzeit in Mitteleuropa. Sie reicht von etwa 800 bis 450 v. Chr. und ist in einigen Quellen mit dem Beginn der Antike identisch. Abgelöst wird sie ab ca. 450 v. Chr. von der Frühlatènezeit. Die Hallstattzeit wurde im Jahre 1874 von dem schwedischen Prähistoriker Hans Hildebrand nach dem Gräberfeld oberhalb des Ortes Hallstatt im Salzkammergut benannt. [1]

Übersicht

Die Hallstattzeit wird (nach Paul Reinecke, 1902) in 4 Perioden unterteilt (Hallstatt A–D), die sich vom Ende der Bronzezeit bis in die Frühe Eisenzeit erstrecken.

  • HaA (1200–1000 v. Chr.) - Späte Bronzezeit.
    • Ha A1 - 1200–1100 v. Chr.
    • Ha A2 - 1100–1050 v. Chr.
  • HaB (1000–800 v. Chr.) - Späte Bronzezeit.
    • Ha B1 - 1050–950 v. Chr.
    • Ha B2/3 - 950–800 v. Chr.

Der Übergang zur Latènezeit wird mit dem Auftreten von Tierfibeln, Certosafibeln und Marzabottofibeln verknüpft.

Beschreibung

Magdalenenberg collier Hallstattzeit.jpg

Bernstein-Collier der Hallstattzeit aus Magdalenenberg.

Als Hallstattzeit bezeichnet man in variierender räumlicher Ausdehnung die erste Eisenzeit Mitteleuropas und angrenzender Gebiete des Westen, Süden und Norden von ca. 1.200/1.000 bis um ca. 500/400 v. Chr. Der Name ist einem großen und reichen Flachgräberfeld auf dem Salzberg bei Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut entlehnt.

Die Funde dieser Zeit - hauptsächlich Gräberfunde, teils aus Tumulis (Hügelgräbern), teils aus Flachgräbern mit brandloser oder Brandbestattung (oft gemischt), wobei der Leichenbrand im Allgemeinen zeitlich vorausgeht - sind technisch durch das erste Auftreten von Eisen und starken Hervortreten von Schmiedearbeit (auch in Bronze), gegenüber der früher vorherrschenden Gußtechnik, durch den Wiederbeginn der Gefäßmalerei und manche anderer Fertigkeit - stilistisch einerseits durch die Weiterentwicklung spätbronzezeitlicher Formen, oft im Sinne einer prunkhaften Überladung, anderseits durch das Auftreten ganz neuer Formen und Ornamente gekennzeichnet.

Stilistische Einflüsse

Diesen Stil zeigen zu Beginn der Hallstattzeit auch die griechischen und mittel-italienischen Fundschichten, worauf, nach der raschen Entwicklung spezifisch hellenischer und etruskischer Stilarten, Südeuropa führend vorangeht, allerdings mit Ausschluß Oberitaliens und der nördlichen Balkanhalbinsel, und durch Formen höherer Art die eigene Industrie der Nordvölker vielfach entscheidend beeinflußt. Doch ist eigentlicher Import aus den klassischen Ländern verhältnismäßig selten und vor 700 kaum nachweisbar.

Auch nach dieser Zeit, in der jüngeren Hallstattzeit, gehen jene Einflüsse mehr von Italien als von Griechenland aus, und im 5. Jh. erscheinen die Alpen- und Donauländer mehr oberitalisch-etruskisch, die Rheinländer mehr massaliotisch-griechisch beeinflußt. Daneben bewahrt das einheimische Handwerk aber immer noch größtenteils den alten gemein-europäischen Stil, in den es auch die fremden Formen gern übersetzt. Nur an der Südgrenze des Alpengürtels wird der orientalisierend-griechische Kunststil des 7. Jh.v.Chr. ziemlich treu erfaßt und in technisch vollendeten Werken (der sog. "Situlenkunst", d. h. auf Bronzeeimern und ähnlichen kleinen Arbeiten: Gürtelblechen usw.) vergröbert wiedergegeben.

Entwicklungsreihen

Hallstatt Kultur Gräberfeld Ramsauer.jpg

Das Hallstätter [Gräberfeld]

Reichhaltige und chronologisch verwertbare Entwicklungsreihen liefern die Formen der Schwerter und Dolche, der Fibeln und allgemein der Schmucksachen, die in keiner älteren Periode desselben Gebietes einen so ausgedehnten Formenkreis umspannen. Während manche Gräberfelder, zumal in der Alpenzone und deren Nähe, in Österreich, Süddeutschland, Ostfrankreich, reichliche Beigaben enthalten, sind andere, weiter nördlich, im Durchschnitt viel ärmer.

An Edelmetall war man durchaus nicht entfernt so reich wie z. B, in Etrurien, und Silber kommt fast gar nicht vor. Größere Goldfunde tragen das Gepräge importierter italischer Ware oder besonderer südöstlicher Erzeugungsstätten, wie einige solche in Ungarn und Ostgalizien. Ein allgemeines Wachstum der Volkszahlen, industrielle Fortschritte und besonders Handelsbeziehungen zwischen dem mittleren und dem angrenzenden Südeuropa lassen sich aus den Funden der Hallstattzeit mit viel größerer Sicherheit herauslesen als etwa Völkerbewegungen oder die Zugehörigkeit einzelner lokaler Gruppen.

Diese lokalen Gruppen lassen sich allerdings gut unterscheiden, zu bestimmten, aus späterer Zeit besonders bekannten Stämmen der lllyrier, Rhäter, Kelten, Germanen usw., obwohl sicherlich alle diese Völker an der Kultur der Hallstattzeit näheren oder ferneren Anteil hatten. In Skandinavien ist die jüngere Bronzezeit stark hallstättisch beeinflußt, und auch in Norddeutschland gehen Hallstattformen dem ersten Auftreten des Eisens ziemlich weit voraus. Der Stil bricht sich früher Bahn als das neue Metall, für dessen Verwendung vielfach die Gewinnung im eigenen Lande, so in den Ostalpen, maßgebend war.

Keramik der Hallstattkultur

Hallstattkultur Keramik NHM Wien Abb Salz-Reich 2008 Seite 121 3.jpg

Keramik der Hallstattkultur

Die Keramik der südlichen Hallstattkultur steht in Formen und Ornamenten im Gegensatz zur Keramik der vorrömischen Eisenzeit in den nordischen Provinzen. Hier sonderten sich zwei größere Kreise, ein östlicher und westlicher, voneinander ab; ihr Berührungspunkt ist im links der Donau liegenden Bayern zu suchen.

  • a) Der Ostkreis
  • b) Der Westkreis

Der Ostkreis steht im Allgemeinen in der älteren Zeit unter dem Einfluß der ungarischen Rillen- und Buckelkeramik; die Buckel erscheinen in jüngerer Form als hornartige Ansätze in der Regel auf der Schulterfläche der Gefäße. Im Südosten (Küstenland, Krain) fallen neben lokalen, einheimischen Formen (Töpfe, Schalen, Tassen, Becher) die Umbildungen der italischen Villanova-Urne ("Halsurne") und die Nachahmungen italischer Bronzegefäße auf. Im jüngeren Abschnitt der Periode wird die Bronzesitula in Ton nachgeahmt und neben die einfache, geradlinige Tiefornamentik tritt die Graphitmalerei entweder als Überzug über das ganze Gefäß oder als Streifen dekoration mit Bändern, schraffierten Dreiecken und Mäanderhaken auf rotem Grund... Weiterlesen. [2]

Galerie

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Hallstattzeit. Version vom 13:00, 3. Mär. 2014‎.
  2. RdgA, a.a.O.; Bd. III, S. 34 ff.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki