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Die Halsberge (ad. halsberc), Halsbrünne, oder auch Ringkragen ist ein Teil der Rüstung (Panzer, Brünne, lorica), der den Hals schützen soll (vgl. auch Helmbrünne).

Beschreibung

Im weiteren Sinne versteht man unter der Halsberge auch das "alles bergende" alberc, also das Panzerhemd, das vom Helmrand bis zu den Knien hinabreichte (vgl. Harnisch).

In den althochdeutschen Glossen (I. 401, 3) erscheint die Halsberge als eine der ältesten hochdeutschen Bezeichnungen für Rüstungen. So z.B. in Verbindung mit der lorica hamata (röm. Kettenhemd): ringelohthiu halsperga vel pruni. Diese Bezeichnung ging in die romanischen Sprachen über, wie afrz. hauber, hauberc, agls. healsberg oder ital. albergo zeigen.

Wie das Wort schon sagt, ist die Halsberge im ursprünglichen Sinn ein Halsschutz, der entweder als Halsband (ahd. monile, vgl. ahd. monilia: halspiriga) am Panzer oder als Nackentuch am Helm oder der darunter liegenden Kappe befestigt war. Darauf deutet auch der synonyme Gebrauch von halsberga als lorica (röm. Brustpanzer) und galea (röm. Helm, Lederhaube). Im Gegensatz zur römischen Panzerung hatten die germanischen Helme vor dem Mittelalter keine Halsberge, zumindest keine aus Metall.

Frühmittelalter

Aus dem 6. Jh. zeigt die alamannische Ringbrünne von Gammertingen (Baden-Württemberg) ein kapuzenartiges Kopfstück, das Nacken und Hinterkopf schützte. Und auf Helmdarstellungen des 7. Jh. aus Schweden sind sie dann deutlich erkennbar; so z.B. auf einer der Torslundaplatten (Bild) und auf der Odinsplatte vom Wendelhelm (Bild).

Hochmittelalter

Während des 10. und 11. Jhs. kam die Halsberge dann besonders bei den französischen Rittern allgemein in Gebrauch, da die bisherige Brünne im Kampf nur Rumpf und Oberarm deckte, aber besonders den Hals und Nacken frei ließ. Die normannischen Reiter auf dem berühmten Teppich von Bayeux trugen die Halsberge nur über dem Wams; in der Folgezeit aber, als die Bewaffnung immer schwerer wurde, kam es auch vor, dass die Halsberge über der Brünne getragen wurde. Andere Forscher nehmen das Umgekehrte an und verstehen dann unter der Halsberge nur eine metallene Wehr für Hals, Nacken und Brust.

Spätmittelalter

Am Ende des 13. Jhs. trug der Ritter eine niedrige Beckenhaube (bacinet), an der die Halsbrünne als Maschenpanzer befestigt wurde, der bis auf die Schultern herabhing. Während die älteren Halsbrünnen noch dicht an den Hals anschließen, fallen die späteren des 14. Jhs. gerade herab. Das war von außerordentlichem Vorteil, denn nun schwächte sich jeder Hieb in den Hals auf dem lose herabhängenden Gewebe bis enorm ab.

Die Halsbrünne wurde auch im Spätmittelalter mittels einer durch Kloben gezogenen Drahtschnur an den Seitenrändern der Beckenhaube befestigt. Sie bestanden weiterhin aus einem Geflecht aus genieteten Eisenringen, dem sogenannten Panzer- oder Musszeug, und fielen vorn und hinten über den Hals herab. Vorn war die Halsbrünne nur soweit ausgeschnitten, dass das Gesicht bis zum Kinn frei blieb. Am Kinn setzte sich das Nasenband (breteche) fort, an das sich ein zur Nasenform getriebenes Blechstück reihte (Bild).

Galerie

Quellen

Einzelnachweise