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Das Hamdhismal bzw. Hamðismal (Das Lied von Hamdir) ist eine nordische Heldensage aus der Lieder-Edda. Sie bildet zusammen mit dem Gudhrunarhvöt das Hauptzeugnis in der nordischen Sagentradition um Ermanarich. [1]

Beschreibung

Im Hamdhismal werden aus dem Ermanarich-Sagenkreis die Namen Gotar, Iörmunrekkr, Svanhildr (siehe Svanhildsage), Hamdir und Sörli (Hamadeo und Sarulo) bewahrt; außerdem die Zerstampfung durch Rosse, die Schwesterrache der zwei Brüder, die dem König Arme und Beine abhauen.

Die Brüder Hamdir und Sörli finden durch Ermanarichs Gefolge den Tod. Sie haben eisengefeite Rüstungen und erst durch die Steinwürfe der Goten erliegen sie. Die Ursprünglichkeit dieses Motives folgt daraus, dass die Namen beider Helden auf die Rüstung zielen (hama-, sarwa-). War die verbesserte, unverwundbar scheinende Eisenbrünne geradezu der Keim der beiden Gestalten [2]?

Vor-nordische Variante

Eine vornordische Variante ist diese: Hamdir und Sörli erschlagen unterwegs den dritten Bruder, Erpr. Da sie nun ohne seine Hilfe sind, behält der verstümmelte König den Kopf und kann den Befehl zur Steinigung aussprechen. Daher Hamdis Ruf: "Ab wäre jetzt der Kopf, wenn Erp lebte!" Die Übereinstimmung des niederdeutschen Liedes "Ermenrichs Tod" aus 16. Jhd. (Str. 5. 6) mit dem Hamdhismal (22) sichert diese dritte Variante als deutsche Quelle für die Ermanarich-Sage. Dadurch erhielt das gehemmte Vorgehen der Rächer, die auffällige Verstümmelung, nicht Tötung, des Feindes den tieferen Sinn und der Untergang der Gefeiten einen ethisch-tragischen Hintergrund.

Attilasöhne?

Eine Theorie besagt, dass Erpr = 'der Braune' (iarpskammr = 'der braune Knirps' benannt) auf den Attilasohn Ellac zurückgeht, der anno 454 in der Schlacht gegen die Goten fiel. Allerdings besteht im Motiv des Hamdhismals keine Ähnlichkeit, da ja Erp nicht gegen die Goten kämpft. Die Entlehnung müßte sehr alt sein, da die sonstige Sagendichtung den Tod der Attilasöhne ganz anders behandelt hat (vgl. Attila). Zudem ist ja Erp der Bruder von Hamdir und Sörli, diese aber nirgends Attilas Söhne.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 1. Von Johannes Hoops, 1918—1919. S. 627.
  2. Sæmundar Edda, mit einem anhang. Ferdinand Detter, Richard Heinzel. Leipzig, G. Wigand, 1903.

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