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Crystal keditbookmarks Dieser Artikel wurde am 26. Mai 2016 als Spotlight vorgestellt.

Der Handel ist ein Gewerbe, das aus dem Ein-und Verkauf von Gegenständen irgendwelcher Art (Waren) Gewinn erstrebt. Die sich mit ihm Befassenden werden Händler oder Kaufleute genannt. Der Handel selbst wird häufig als Handlung bezeichnet und mit demselben Worte benennt man ebenso den Ort, wo Waren feilgehalten werden, den Laden. [1]

Beschreibung

Die die ältesten bekannten schriftlichen Zeugnisse über den Handel im Gebiet des heutigen Deutschlands reichen bis in das 4. Jh. vor Chr. zurück, also in die vorrömische Eisenzeit bzw. die Latènezeit (450-100 v. Chr.). Diese Zeugnisse sprechen vom Handelsverkehr in Germanien oder behandeln Fragen dazu. Das Interesse der antiken Griechen und Römer an den mitteleuropäischen Ländern war stets auch oder überwiegend ein merkantiles. Selbst die transalpine Eroberungspolitik der Römer stand stark unter dem Einfluss handelspolitischer Motive.

Die schriftlichen Zeugnisse aus den letzten vorchristlichen Jahrhunderten über den Handel in diesen Ländern bestätigen jedoch nur erneut das, was die Archäologie und Sprachkunde seit weit älterer Zeit schon verbürgt. Doch man stößt auf Unsicherheiten, wenn man versucht, in die Einzelheiten des Verkehrslebens in prähistorischer Zeit einzudringen, Richtung, Form, Umfang und Bedeutung des Verkehrs zu bestimmen, oder aber eine Entwicklung nach verschiedenen Zeiten und Gegenden in bestimmten Zeiträumen festzustellen.

Anfänge und Entwicklung

Die größte Schwierigkeit bereitet die Unkenntnis der politischen Vorgänge in Mitteleuropa vor dem letzten Jahrhundert vor Christus. Da für die gesamte historische Zeit (d.h. seit dem Auftauchen der Germanen in der griechischen und römischen Geschichtsschreibung) feststeht, dass das Verkehrsleben im Gebiet des heutigen Deutschlands stets tief beeinflusst wurde durch politische Vorgänge im Inneren wie jenseits der Grenzen, muss dasselbe für die vorgeschichtliche Zeit gelten.

Einige durch archäologische Forschung gewonnene Tatsachen der prähistorischen Handelsgeschichte werden zum Teil auch durch literarische Nachrichten gestützt. Die Ansichten über Art, Umfang und Bedeutung des prähistorischen Handelsverkehrs gehen jedoch selbst für große und zusammenhängende Gebiete sehr auseinander. Die Frage, was im Einzelnen als Landeserzeugnis oder als Importware, was insbesondere als Import durch Handel und Austausch oder als eingeschleppte Beute oder Hinterlassenschaft wandernder oder erobernder Scharen oder Völker anzusehen ist, findet sehr verschiedenen Antworten.

Doch durch die Weiterentwicklung der archäologischen Methoden und durch das Bestreben, die Quellen unter Berücksichtigung möglichst aller in Betracht kommenden Gesichtspunkte zu prüfen und zu deuten, gewann die prähistorische Handelsgeschichte durchaus neue und wesentlich zuverlässigere Ergebnisse.

Was schwierig bleibt, ist ein bestimmtes Entwicklungsbild der prähistorischen Handelsgeschichte in chronologischer, topographischer und technischer Beziehung genauer zu darzustellen. Man muss sich in der Regel mit den Grundzügen und innerhalb derselben mit wenigen, lokal und manchmal auch zeitlich eng begrenzten Vorstellungen begnügen.

Handelsarten

Während der prähistorischen Zeit stellt sich der Handel in Mitteleuropa dar als:

  • 1. Handel innerhalb eines Volkes oder einer Völkerschaft,
  • 2. Handel zwischen einzelnen Völkern oder Völkerschaften durch deren Angehörige,
  • 3. Fernhandel, d. h. Handel fremdländischer Kaufleute,
  • 4. Kriegsunternehmung für die handelsmäßige Verwertung der Kriegsbeute.

Welche von diesen vier Handelsarten jeweils überwog und den Handelszweck bestimmte, lässt sich nicht ausmachen. Die prähistorische Zeit umfasst Perioden geringer oder größerer Verkehrsintensität, geringen oder regeren Fernhandels, friedliche und kriegerische Zeiträume.

Innerhalb eines Volkes oder einer Völkerschaft fand ein Austausch notwendiger Güter seit frühester Zeit statt. Der Besitz von Salzquellen oder -lagern kam zunächst der ganzen engeren Volksgemeinschaft zugute, ebenso wie der Besitz von zur Herstellung von Gefäßen geeigneten Tonlagern oder durch Vorkommen von Feuerstein ausgezeichneten Stätten und dergleichen... Weiterlesen.

Waren

Gehandelt wurde seit jeher nicht nur mit Luxusgegenständen; gerade im Nahhandel zwischen Nachbarvölkern fand vorallem ein Austausch von notwendigen Waren statt. Die Metalle wurden anfangs als Schmucksachen gehandelt, doch verloren bei den kriegerischen Völkern Mitteleuropas schon bald die Bedeutung von Luxuswaren, besonders später bei den Germanen.

Ihre Gewinnung durch Handel erlangte hier schon früh eine außerordentliche praktische Bedeutung, für den Erhalt von Wehrfähigkeit und für die größtmöglichste Qualität der Waffen. So kehrt sich hier bei Haupthandelsgütern während eines sehr großen Teiles der vorgeschichtlichen Periode das vielfach angenommene Verhältnis von Luxus- und praktischer Gebrauchsware teilweise geradezu um... Weiterlesen.

Geschichte

Eine Entwicklung des Handels m Mitteleuropa lässt sich bis auf die letzte Latènezeit (ca. 150 v.Chr. - 15) nur in einzelnen allgemeinen Zügen beobachten. Mehr als das bloße Bekanntsein des Begriffs für Kaufpreis und Kaufen in der indogermanischen Ursprache hat die vergleichende Sprachforschung bisher nicht festgestellt.

Steinzeit

Schon in der Jungsteinzeit (5500-2200 v. Chr.) fand in Mitteleuropa ein Handelsverkehr statt mit Feuerstein, Steinwerkzeugen, Tongeräten, Schmucksachen (Muscheln) und selbst Bernstein. Die Landschaft Schonen versorgte Schweden auf weite Entfernung mit Feuerstein. Nordische Feuersteinwerkzeuge, Steinhämmer und Bernstein gingen nach verschiedenen Richtungen bis über die Niederlausitz hinaus, nach Thüringen und nach Hannover-Westfalen, nach Süddeutschland bis in die Schweiz.

Von Süden kamen her Schmucksachen aus Marmor und Kupfer nach Thüringen, während von Thüringen aus, der „bedeutendsten der in Deutschland selbständig entwickelten Steinzeitkulturen", Steinhämmer u. a. Geräte nordwärts an die Ostseeküste, nach Holstein und an den Mittelrhein gelangten. An den Mittelrhein wiederum wurden Steinsachen aus Frankreich, nach Norddeutschland vom Oberrhein her gebracht... Weiterlesen.

Bronzezeit

Die Wechselbeziehung zwischen Bernstein und Metallen im Handelsverkehr ist das bedeutendste Problem der prähistorischen Handelsgeschichte im Gebiet des heutigen Deutschlands. Die Fundgebiete des Bernsteins lagen fast ausschließlich im Norden, während in Mittel- und Norddeutschland Metalle fehlten, und auch in den Alpen und deren gebirgigen Vorlanden entwickelte sich der Erzbergbau erst allmählich und zum Teil ziemlich spät.

Zu Beginn der Metallzeit gab zwei bedeutende nördliche Bernsteinfundgebiete: das westliche von der jütischen Halbinsel vom Elbemündungsgebiet bis zur Spitze (besonders das Gebiet der Südwestküste) und das östliche im Samland. Den Vorrang der beiden im Handelsverkehr hatte seit Beginn der Metallzeit das westliche Fundgebiet.

Als Zahlungsmittel dienten Goldspiralringe, die im Austausch gegen Bernstein in das westliche Fundland und dessen Nachbargebiete gelangten. Ihr Gebrauch umfasst einen sehr weiten Zeitraum vom Beginn der Metallzeit ab ca. 4500/4000 v. Chr. (Kupfersteinzeit) bis ca. 400 v. Chr (vorrömische Eisenzeit bzw. Latènezeit). Der Hauptstrom dieses Goldgeldes floss aus den Donauländern längs am Nordrand des Mittelgebirges in Richtung des Elbelaufes, ohne rechts das nordöstliche Pommern sowie Preußen, links Hannover südlich der Aller und Oldenburg zu berühren, zur jütischen Halbinsel... Weiterlesen.

Hallstattzeit

Seit der Hallstattzeit scheint der Verkehr in Mitteleuropa an manchen Stellen sich zu heben, leichter, sicherer und mannigfaltiger zu werden, demgemäß auch der Wohlstand zu wachsen. Er brachte Silber, Glasgefäße und Elfenbein nach Mittel- und Nordeuropa, in der La Tene- Zeit häufiger Silber.

Er verbreitete aus den Alpen und den Alpenvorländern das wichtigste Metall, das Eisen (Sache und Name kamen den Germanen von den Kelten), nordwärts, rascher nach Nordost- als nach Südwestdeutschland, auch Goldsachen nach Südwestdeutschland und durch Mitteldeutschland bis über das Gebiet der unteren Elbe hinaus, sowie Bronze und Bronzesachen... ... Weiterlesen.

Vorrömische Eisenzeit / Latènezeit

Die ältesten bekannten schriftlichen Zeugnisse über den Handel in den germanischen Gebieten stammen aus der Antike und reichen bis in das 4. Jh. v. Chr. (Latènezeit). Das Interesse an den mitteleuropäischen Ländern war stets auch oder überwiegend ein merkantiles. Selbst die transalpine Eroberungspolitik der Römer stand stark unter dem Einfluß handelspolitischer Motive.

Doch die Ansichten über Art, Umfang und Bedeutung des antiken Handelsverkehrs in Mitteleuropa gehen selbst für große und zusammenhängende Gebiete teilweise sehr auseinander. Die Frage, was im Einzelnen als Landeserzeugnis oder als Import, was insbesondere als Import durch Handel und Austausch oder als eingeschleppte Beute oder Hinterlassenschaft wandernder oder erobernder Scharen oder Völker anzusehen ist, findet sehr verschiedene Antwort.

Wichtig für das Gesamtgebiet war der Güterverkehr auf den Handelswegen zwischen den einzelnen Völkern oder Völkerschaften. Trotz des gegenseitigen Mißtrauens, der Abschließung voneinander durch Ödlandstreifen und der Sperrung der Verbindungswege durch Befestigungen bahnte sich der Verkehr den Weg durch die Völkerschaftsgebiete. Notwendige und hochbegehrte Gegenstände gingen häufig im Verkehr von Volk zu Volk... Weiterlesen.

Römische Kaiserzeit / Spätantike (bis ca. 375 n. Chr)

Während der Römischen Kaiserzeit (1 bis 375 n. Chr) bedrohten die politische Selbständigkeit der keltischen Völker und die Freiheit ihrer kulturellen Entwicklung von Süden her die Römer, von Norden die Germanen. In diesem Wettstreit siegte das römische Reich fast vollständig. Fast alle keltischen Ländereien wurden, mit unbedeutenden und ungefährlichen Ausnahmen, dem römischen Reiche einverleibt. Doch mißlang der große Angriff auf Magna Germania.

Seit Tiberius beschränkte sich die römische Politik gegenüber dem freien Germanien auf die Sicherung der Reichsgrenze. Auch die Vorschiebung der Herrschaft über den Mittel und Oberrhein und die obere Donau und die Abschließung des okkupierten Gebiets durch den obergermanischrhätischen Limes entsprang nur dem Wunsche nach einer besseren Gestaltung der Reichsgrenze.

Diese Ordnung der politischen Verhältnisse, die sich von Cäsar bis auf Hadrian und Antoninus Pius vollzog, bedeutete eine für die Germanen tief eingreifende, in gewisser Hinsicht verhängnisvolle Änderung ihrer Gesamtlage, auch ihrer Verkehrs und Handelsverhältnisse. Die Römer beherrschten die drei großen Wasserstraßen Mitteleuropas: Rhone, Rhein und Donau, und ebenso alle Verkehrsverbindungen, die von Westen und Süden nach Germanien und dem Norden führten... Weiterlesen.

Völkerwanderungszeit

Während der fränkischen Zeit beseitigte die Völkerwanderung die Scheidewand, die die äußere Reichsgrenze zwischen den römischen Provinzen und dem freien Germanien bildete. Die Rhein und Donaugebiete, bisher die Ausgangsgebiete des römisch-germanischen Handels, wurden Besitz germanischer Völker. Obwohl sich dadurch der früher große Abstand des Kulturniveaus wesentlich ausglich, behielten dennoch diese Landschaften weiterhin eine erhebliche Überlegenheit im Verkehrsleben.

Einerseits bewirkten dies natürliche Vorzüge, wie ihr Reichtum an Metallen, die bequemere Schiffbarkeit ihrer Ströme, ihre den alten Zentralländern des römischen Reiches und der Reichskultur benachbarte Lage. Anderseits verschafften die den Untergang der Herrschaft überdauernden verkehrswirtschaftlichen Leistungen der Römer diesen Gebieten auf lange Zeiten einen sehr beträchtlichen Vorrang. Dahin gehörten Bauwerke, wie Gebäude, Mauern, Straßen, die Fortdauer gewisser Gewerbe, wie der Töpferei, der Glasfabrikation u. a.

Es ergibt sich daraus, daß mit dem Fall der römischen Herrschaft keineswegs der vor ihrem Beginn herrschende Zustand wiederhergestellt ward... Weiterlesen.

Frühmittelalter

Im Frühmittelalter entwickelte sich der Handel in Mitteleuropa unter der Herrschaft der Karolinger. Ihre Eroberungen im germanischen Gebiet hatten für den Handel der östlichen Reichsteile wichtige Folgen, denn ihre Politik stellte eine gewaltige Erweiterung des Verkehrsgebietes her. Die Vereinigung der Küsten von den Pyrenäen bis zur Mündung der Elbe und Eider verlieh dem Reich gegenüber den britischen Inseln ein Übergewicht in Verkehrsangelegenheiten.

Der Höhepunkt der kommerziellen Entwicklung des Handels im germanischen Reichsteil lag in der Regierungszeit Karls des Großen. Unter seinen Nachfolgern jedoch begannen bereits wieder innere Streitigkeiten und Reichsteilungen, die zum Zerfall des Reiches führten. Angriffe der Normannen und Ungarn zerrütteten den Wohlstand gerade der verkehrsreicheren Landschaften und so sank auch der Handelsverkehr zumindest vorübergehend. Wichtig ist jedoch auch, dass in der Zeit der Karolinger zum ersten Mal ein germanischer Stamm als Träger eines bedeutenden weitreichenden Handelsverkehrs erscheint: die Friesen... Weiterlesen.

Hochmittelalter

Der Handelsverkehr auf den Märkten und in den Marktorten war auch im Hochmittelalter nicht lokal oder landschaftlich beschränkt, sondern oft auch ein Fernhandelsverkehr innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Die Magdeburger Kaufleute erhielten 975 Zollfreiheit im ganzen Reich außer an den Zollstätten in Mainz, Köln, Tiel und Bardowiek.

Die Privilegien Ottos I. und Otto II. für Gandersheim, deren Inhalt vermutlich in karolingische Zeit zurückreicht, sprechen von Kaufleuten, die vom Rhein her zur Elbe und Saale reisten und in Gandersheim Zoll entrichteten. Das Dortmunder Kaufmannsrecht erscheint als Vorbild für Gandersheim und zugleich mit dem Kaufmannsrecht von Mainz und Köln als Vorbild für Heimarshausen (bei der Mündung der Diemel in die Weser).

Wahrscheinlich bildete Gandersheim eine Station an einem von Kaufleuten häufig besuchten Heer- und Reiseweg vom Rhein über Dortmund nach Magdeburg oder zur Saale. Auf diese Route traf vermutlich bei dem dicht bei Heimarshausen gelegenen Herstelle oder etwas abwärts bei dem Weserübergang Höxter der Verkehr, der von Mainz über Fulda und das Diemeltal abwärts zur Weser ging... Weiterlesen.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon: Handel, Band 2. Leipzig 1838., S. 323-326.

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