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Seit dem Mittelalter hat sich die Zusammensetzung der Fischbestände in heimischen Gewässern deutlich verändert. Der Fang des mehrere Meter langen Hausen (eine Fischgattung aus der Familie der Störe) wurde in der Donau zunächst in vielen Quellen geregelt. Im Lauf der Zeit aber verschwinden diese Gesetze.

Überfischung

Die Historikerin Gertrud Haidvogl und der Limnologe Mathias Jungwirth, beide vom Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement der Wiener Universität für Bodenkultur (Boku) präsentierten ihre Erkenntnisse über die frühen ökologischen Sünden der Menschheit am Beispiel des Jaisem.

Bewusst richteten die Forscher ihren Blick bis ins Mittelalter zurück. Die Folge: Sie mussten tausende Seiten oft sehr spezifischer Dokumente durchackern, darunter Gesetze, Regeln für den Fang und Verkauf von Fischen sowie Akten verschiedener Innungen und Marktregister.

Eines der Ergebnisse: Haidvogel: "Wir können davon ausgehen, dass der Hausen-Fisch später keine große Rolle mehr gespielt hat, weil er deutlich seltener geworden ist." Auch in den Aufzeichnungen der "Wiener Fischkäufler-Gilde" spielte der Hausen eine Rolle. Doch schon im 18. Jahrhundert stammten die meisten in Wien angebotenen Exemplare aus Ungarn - eine Folge massiver regionaler Überfischung. "Wirklich ausgestorben ist er aber erst durch die Behinderung seiner Wanderungen, vor allem durch die Kraftwerke am Eisernen Tor zwischen Serbien und Rumänien", erklärt Jungwirth.

Vom Aussterben bedroht ist seinen Angaben nach auch der klassische "Steckerlfisch": Was da aufgespießt werde, seien erst seit einigen Jahrzehnten Makrelen - bis dahin seien es Nasen gewesen. Die aber wurden jahrhundertelang in Massen aus der Donau gefischt... Schon unsere Vorfahren neigten also dazu, aus ökologischer Sicht zu viel Fisch zu fangen. Verständlicherweise, wenn man bedenkt, dass sie an rund 140 Tagen im Jahr kein Fleisch essen durften. Faktoren wie Wassererwärmung, Uferbesiedelung und Verminderung der Wasserqualität taten später das ihre, den Arten- und Bestandschwund zu forcieren. [1]

Quellen

  1. Zillo Medieval: Ein Fisch namens Hausen - Kronzeuge der Überfischung in mittelalterlichen Gewässern

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