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Der Hexenglaube ist ein paneuropäischer Volksglaube (bzw. Aberglaube), dessen Wurzeln im vorchristlichen Götterglauben liegen. So ist im keltischen Kulturkreis von Feen (Morgane etc.) die Rede, die gut und böse sein konnten, in Irland zweigesichtig dargestellt wurden. Im germanischen Raum steht der Begriff Elfe primär für ein gutes Wesen, während es ansonsten eher (wohl als Folge christlicher Indoktrination) die böse Hexe gibt. Die Bezeichnungen Fee und Elfe wurden nicht auf Menschen angewendet und somit auch nicht Gegenstand der Hexenverfolgung. Sie behielten ihren Charakter als mythische Wesen.

Gesellschaftlicher Hintergrund

Die Inquisitoren prägten den Satz: "Du kannst nicht alleine Hexe sein!" Das zeigt, dass jede Gemeinschaft ihre eigene weise Frau hatte, egal, ob sie nun Amme, Prophetin, Naturheilkundige oder Trösterin genannt wurde. Im Laufe des Mittelalters wandelte sich unter dem Einfluss der Kirche, und ebenso unter der aufkommenden Konkurrenz z.B. männlicher Ärzte das Bild solcher Frauen. Die Folge war, dass einige wegen angeblicher Verbrechen angeklagt, verurteilt und hingerichtet wurden. [1]

Archetypisches Bild der alten Hexe

Das märchenhafte Stereotyp der Hexe, nämlich einer alten Frau mit Warzen, die auf einem Besen reitet – hinzu kommt oft die Begleitung durch einen schwarzen Vogel (wahrscheinlich einer der beiden Raben Odins) oder eine Katze – leitet sich von der Vorstellung eines Wesens ab, das sich in Hecken oder eher in Hainen aufhält oder auf Grenzen reitet.

Aus der Zaunstange, meist gegabelte Äste, wurde in der bildlichen Darstellung der Hexenbesen. Diese Version unterlag jedoch bereits christlicher Einflussnahme. Von je her sind die Bedeutungen Orakelsprechende, Zaubersprechende, (Hell-)Seherin und weitere in der Bezeichnung Hexe eingeschlossen – alles Attribute, die auch der nordischen Freya, der irischen Brigid und anderen archaischen Göttinnen zugeordnet wurden.

Eine mögliche Herkunft des Archetypus „Hexe“ ist, wenn das englische witch, eine Frau mit okkultem oder Naturheilwissen, die unter Umständen einer Priesterschaft angehörte. Dies ist eine Übertragung der Fähigkeiten (Heilen, Zaubern, Wahrsagen) der Göttin Freya und vergleichbarer Göttinnen in anderen Regionen auf ihre Priesterinnen, die im frühchristlichen Umfeld noch lange in der gewohnten Weise agierten. Mit dem Vordringen des Christentums wurden die heidnischen Lehren und ihre Anhänger dämonisiert.

Spätmittelalter

Als im 15. Jahrhundert in England die ersten Bücher mit Holzschnittillustrationen gedruckt wurden, bildete man in ihnen oft eine alte Dame ab, die der Hexerei angeklagt war. Sie war nach der damals neuesten Mode gekleidet - in einem langen dunklen Rock, mit Umhang und Spitzenhäubchen, auf dem ein riesiger Hut mit runder Krempe thronte. Diese Art, sich zu kleiden, ist für walisische Frauen der besseren Gesellschaft bis zum heutigen Tage typisch. Dieses Bild blieb in Gedanken bestehen, lange nachdem sich die Mode geändert hatte. Die alte Dame mit Spazierstock und Hauskatze wurde zur allgemeinen Vorstellung davon, wie eine Hexe auszusehen hat. [1]

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Quellen

Wikipedia
Dieses Dokument basiert in seiner ersten oder einer späteren Version auf dem Artikel „Hexe“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 10. Apr. 2012‎ und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Das Geheime Wissen der Hexen. Marian Green. Orginalverlag: Harper Collins, London, 1991. Übers. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München, 1998. ISBN 3-426-77343-0.

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