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Als Herr des Waldes war der Hirsch eines der am höchsten geachteten Tiere. Abbildungen von Hirschen gab es schon in der Steinzeit.

Wirtschaftliche Bedeutung

Als Fleischspeise wurden Hirsche bereits in den steinzeitlichen Pfahlbauten der Schweiz nachgewiesen, ebenso in bajuvarischen Gräbern, während der Bronzezeit in Dänemark und der Laténezeit in Brandenburg. Gesottenes und geräuchertes Hirschfleisch erwähnt der griechische Arzt Anthimus (de obs. cib. 6) um 500 n. Chr.: "Hirschfleisch wird gesotten und gedämpft gegessen. Gebraten ist es nur von einem jungen Hirsch gut, denn wenn es von einem alten Tier stammt, ist es ziemlich schwer verdaulich." [1]. Später schreibt der Mönch Ekkehard IV. (St. Gallen) (980-1057) in seinem Liber benedictionum von Hirsch als Wildbraten.

Mythologische Bedeutung

Im Rahmen der Heiligenverehrung fand der Hirsch Eingang in das Brauchtum des Christentums. Hier erhielt der weiße Hirsch ein Kreuz zwischen das Gestänge seines Geweihs und war mit Hubertus, dem Patron der Jäger und Förster, eng verknüpft.

Bedeutung bei den Germanen

In der Nordischen Mythologie weideten vier Hirsche namens Dain, Dwalin, Dunneir und Durathror an der Weltenesche Yggdrasil und fraßen die Triebe ab.

Bedeutung bei den Kelten

Das waldreiche Gebiet, das die Kelten bewohnten, bot vielem Jagdwild Lebensraum. Eines der am höchsten geachteten Tiere war der Hirsch, der Herr des Waldes. Er stand für Majestät und Führer in die Anderswelt. Ein Hirsch mit ausgewachsenem Geweih hat eine majestätische Ausstrahlung. Der weiße Albinohirsch war sehr selten und galt als ein Feentier, halb in den Nebeln der Anderswelt verschwimmend. Für die Kelten war der Hirsch mit dem Geweih tragenden Gott Cernunnos, dem Gott des Waldes, der Wildheit und Fruchtbarkeit, verbunden. Das Hirschmotiv setzt sich in den Artussagen fort; hier fordert der weiße Hirsch zu Prüfungen auf.

Im Finn-Zyklus Irlands trägt der Hauptheld Fionn mac Cumhaill den Jugendnamen Demne („Hirschkalb“), sein Sohn ist Oisín („Hirschlein“), sein Enkel Oscar („Hirschlieb“). In einigen Sagen, auch außerhalb des Celticums, kommen Hirsche vor, die menschliche Gestalt annehmen können. [2] [3]

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Quellen

  1. Anthimi De observatione ciborum ad Theodoricum regem Francorum epistula (Volltext). Übersetzt von Eduard Liechtenhan. Teubner, Leipzig, Berlin 1928. 2. Ausgabe Akademie-Verlag, Berlin 1963 (Corpus medicorum Latinorum 8, 1).
  2. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 167 f.
  3. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 702.

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