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Schon lange erfreute sich der Hund großer Beliebtheit bei den Menschen: als Hirte, Wächter, Jäger, Begleiter und Freund.

Historische Entwicklung der Hunderassen

Im Mittelalter gab es in Europa vermutlich nur zwölf Hunderassen. [1] Im 5. bis 9. Jh. wurden in germanischen Rechtssammlungen Rassen aufgezählt, die nach ihrer Verwendung eingeteilt sind: bis zu sieben Jagdhundrassen: Leithunt, Triphunt (Treibhund), Spurihunt (Spürhund), Windhunt und Hapuhunt (Habichtshund), der Schäferhund und der Hovawart (Hofhund). [2] [3]

Ab dem 13. Jahrhundert wurde eine gelenkte Jagdhundezucht betrieben, damit sich die „reinrassigen“ Hunde nicht mit den Bauernhunden vermischten. Hierbei war das Aussehen der Hunde zweitrangig; „reinrassig“ waren jene, die gut jagen konnten. [4]

Bedeutungen

Bei den Kelten

Bei den Kelten stand der Hund für Führung, Schutz und Freundschaft. Vor allem in Kindergräbern fanden sich viele Hundefigürchen. Es gab selbst Gräber, in denen Hunde bestattet oder mit einem Menschen gemeinsam beigesetzt wurden. Cuchulainn, der irische Held, war den Hunden eng verbunden. Sein Name bedeutete „Hund des Chulann“, denn er leistete dem Schmied Chulann sieben Jahre Hundedienst ab. Arawn, der graugewandete Reiter und Fürst der Unterwelt, wurde von einer Meute rotohriger Hunde begleitet. Diese Tiere galten ebenso als Führer der Menschen in der Anderswelt. Die Hunde, die dort leben, sind weiß und haben rote Ohren. Rot und Weiß sind typische Farben der Anderswelt.

Angang

Der Hund spielte auch im Angang (einer Art von Weissagung) eine Rolle. So galt: Sah man einen sich wälzenden Hund, bekam man etwas. Man sprach Hunde auch die Gabe zu, Künftiges vorzuhersehen und man sagte, dass sie durch ein entsetzliches Geheul kundgeben, dass bald ein Todesfall vorkommen wird. Wer jedoch einem solchen 'schichtenden' (d.h. 'in die Zukunft blickendem') Hund über die linke Schulter sieht, der nimmt dasselbe wahr und behält die Gabe von der Zeit an. [5] [6]

Im Christentum

Im Hochmittelalter, im Übergang vom 11. in das 12. Jh., erscheint z.B. an Zeptern häufig ein Hundekopf als Symbol der Geistlichkeit (Bild), wahrscheinlich in Beziehung auf ihr Hirtenamt. So findet man ihn auch an vielen Bischofsstäben und Bischofssitzen. [7]

Galerie

Quellen

Einzelnachweise

  1. Desmond Morris: Dogwatching. Die Körpersprache des Hundes. 2. Auflage. Heyne, München 1996, ISBN 3-453-11508-2.
  2. Karl Gottlob Anton: Geschichte der teutschen Landwirthschaft von den ältesten Zeiten bis zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts. Ein Versuch. Anton, Görlitz 1799, S. 153 (online).
  3. Gustav Friedrich Klemm: Handbuch der germanischen Alterthumskunde. Walther, Dresden 1836, S. 90, 91.
  4. Wikipedia: Hunderasse: Historische Entwicklung der Hunderassen
  5. Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands (Volltext auf Zeno.Org). Adalbert Kuhn. 2 Bände. Leipzig 1859, Bd. II, S. 55 (Vorgeschichte. Weissagung. Vorbedeutung. Angang).
  6. Sagen, Märchen und Gebräuche aus Mecklenburg (Volltext auf Zeno.Org). Karl Bartsch. 1–2. Wien 1879/80. Band 2, S. 123.
  7. Hefner-Alteneck, Trachten, Kunstwerke. aaO. Bd. I, S. 35, Tafel 64 A