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Jötunheim, bzw. anord. Jǫtunheimar, ist in der Nordischen Mythologie das Riesenheim - also die Heimstatt bzw. Welt der Jötun, der Riesen.

Beschreibung

Wie andere übernatürliche Wesen hatten im Volksglauben der Nordgermanen auch die Riesen ihre besondere Welt. Diese lag in der Vorstellung im äußersten Nordosten, ohne daß man jedoch ein besonderes geographisches Gebiet mit dieser Vorstellung verband. Man dachte sich die Jötunheim am Himmelsrand (Hymiskvidha 5), jenseits der Eliwagar (Élivágar), den stürzenden Strömen, die sie von der bewohnten Welt abschlossen.

In Jötunheim hat z. B. Hraesvelgr, ein Riese in Adlergestalt, von dessen Fittichen die Winde ausgehen, seinen Sitz (Vafthrudhnismal 37). Dorthin begibt sich der Gott Thor, wenn er gegen die Riesen streitet (Lokasenna 60) und von dort kommt er, wenn er auf Riesenfahrten gewesen ist. Aus Jötunheim kommt auch die Schar der Riesen zum letzten großen Kampf gegen die Götter (Völuspa 50).

Aufbau

Die Vorstellung von diesem Riesenreich ist analog der weltlicher Reiche. Berge und Hügel durchziehen das Land, auf denen die Riesen Thing oder Ausschau halten (Thrymskvidha 5, Havamal 104). In ihm befinden sich Weideplätze (Thrymskv. 23, Hymiskv. 17), Jagdgefilde (Hymiskv. 10) und Fischfangplätze (ebd. 25). An seiner Grenze hält der Riese Eggthér Wacht und neben ihm der Hahn Fjalarr. Die Riesen selbst wohnen mit ihren Angehörigen einzeln in großen Sälen, zu denen man nur durch Berge gelangen kann. Für ihre Herden haben sie besondere Ställe. Zuweilen sind die Säle von brennender Lohe umgeben (Skirnismal 17).

Geographische Lage

In späterer Zeit lokalisierte man Jötunheim im nordöstlichen Norwegen, im nördlichen Teil der Finnmarken. Hier war Ymisland ein Teil des Riesenlandes (Hauksbók S. 350). Dadurch wurde Jötunheim oft mit Finnmarken identifiziert, und Eigenschaften, die sonst den Finnen zugeschrieben wurden, wurden auf die Riesen übertragen. So wurde in der Zeit der romantischen Dichtung Islands Jötunheim das Land der Trolle und des Geisterspuks, wie es in den Fornaldarsögur Norðrlanda und besonders in der Saga Egils ok Ásmundar (Fas. III 364 ff.) begegnet.

Damals entstand auch die Saga von Fornjótr und seinem Geschlecht, in der die Unwetter Norwegens als Sprossen des alten Riesen personifiziert sind (Fas. II 3 ff.). Noch heute erinnern in Norwegen Namen wie Jættefjeld, Jættedal u. a. an den alten Volksglauben des Riesenheims.

Quellen

Einzelnachweise

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