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Die Jüten (lat. Eutii, Euthiones, altn. Jotar, altengl. Yte, Eotas) sind ein germanischer Volksstamm, der seine Heimat auf der Halbinsel Jütland hatte.

Beschreibung

Zusammen mit den Angeln und Sachsen beteiligten sich die Jüten an der Landnahme Britanniens und hatten erheblichen Anteil an der Entstehung der altenglischen Sprache. Jütische Besitze in England waren vor allem Kent und die Isle of Wight. Mit Abwanderung der Jüten aus ihrer Heimat kamen im 5. Jahrhundert Nordgermanen in das Gebiet. Die Jüten gingen teilweise in ihnen auf, teilweise besiedelten sie Süddänemark bis an die Eider in Schleswig-Holstein.

Etymologie

Das Wort Jüte (Adjektiv jütisch) bezeichnet in neuerer Zeit die Einwohner von Jütland (dänisch jyde, jysk < jydsk), beispielsweise im Sprichwort Gott werde uns verhüten, dass wir nicht werden Jüten, welches seinen Ursprung in der im 19. Jahrhundert ungeklärten Schleswig-Holsteinischen Frage hat. Heute kann jedoch auch Jütländer beziehungsweise jütländisch verwendet werden. Die angelsächsische Form des Volksnamens der Jüten, Ytum, mit umgelautetem Stammvokal stimmt zum lat. Eucii und Euthio. Daneben weist das altnordische Iōtar auf *euta oder *eutan zurück.

Sprache

Die Jüten, die Kent und die Insel Wight besiedeln, sprachen eine anglofriesische Mundart. Wenn dagegen die Iōtar auch sprachlich zu den Dänen gehörten, liegt hier eine Namensübertragung vor, wie sie auch schon bei den Aisten, Silingen, Pommern, Preußen und anderen häufig geschah. Vermutlich saßen die anglofriesischen Juten auf der Ostseite der Halbinsel und diese wurde schon in vordänischer Zeit bei den Nordgermanen nach ihnen benannt.

Legende

Nach mancher Vermutung sind in den Jüten die Jötun wiederzuerkennen, jene Riesen, gegen die in den Liedern der nordischen Edda der Asengott Thor seine Ostfahrten unternimmt. Damit ist die Annahme verbunden, die Götterburg Asgard habe im heute von der Nordsee überfluteten Gebiet zwischen Helgoland und Halbinsel Eiderstedt gelegen und sei gleichbedeutend mit Basilea, der Königsstadt des untergegangenen Atlantis.

Geschichte

Neben den Dänen (Danir) taucht in den altnordischen Quellen der Name Iōtar für die Bewohner der kimbrischen Halbinsel auf, die selbst Iōtland heißt. Aus römisch-germanischer Zeit fehlt zwar ein Beleg für den Namen, doch berichtet der angelsächsische Historiker Beda Venerabilis (* 672/673; † 735) von der Beteiligung der Jutae an der Eroberung Britanniens und führt auf sie die Cantuarii und Vectuarii, die Bewohner von Cantium (Kent) und der Insel Vecta (Isle of Wight), sowie die Bewohner eines dieser Insel gegenüberliegenden Landstriches zurück.

Damit sind Jüten schon für das 5. Jh. bezeugt. Ein Beleg, der aus dem 6. Jh. stammt und sich auf dieses Jahrhundert bezieht, ist ein Brief des Frankenkönigs Theodebert I. (*495/500; † 547/548) aus dem Geschlecht der Merowinger an Kaiser Justinian, in dem neben den Saxones auch die Eucii (d. h. Eutii) und ihre freiwillige Unterwerfung erwähnt werden. Ferner nennt eine Stelle bei dem merowingischen Dichter Venantius Fortunatus (*540; † 600/610) unter denen, die vor dem Frankenkönig Chilperich († 584) zittern, zwischen dem Danus und Saxo den Euthio. Auf Völker der kimbrischen Halbinsel weist auch die Widsithsage (26) hin: Oswine weold Eowum ond Ytum Gefwulf.

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Quellen

Wikipedia lexikon3e
Dieses Dokument basiert in seiner ersten oder einer späteren Version auf dem Artikel „Jüten“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 4. Nov. 2012‎ und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Einzelnachweise

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