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Information Hier entsteht ein Artikel zur Bedeutung der einzelnen Monate im Jahreskreis des Mittelalters.

Januar

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Januar: Neujahrsempfang des Herzogs von Berry. (Stundenbuch; 1416)

Für den Januar führte Karl der Große die Bezeichnung Wintarmanoth ein. Im 15. Jhd. hatte sich in Deutschland der Name Jenner für diesen Montat eingebürgert. In Nordeuropa hieß der Januar im aisl. þorri, norw. Torre, schw. Thorre, Thorrmánad und dän. Glugmaaned. Außerdem die deutschen Namen: Barmanot, Bastianmonat, Grosser Horn, Kindelmonat, Königsmonat, Neujahrsmonat und Wolfmond. Im Mittelalter wurde der Januar in Bildnissen angedeutet, indem man in einem Medaillon den doppelköpfigen Gott Janus darstellte.

Die Römer verehrten ihn u.a. als Gott allen Anfangs und riefen ihn zu jeder Unternehmung um seinen Segen an; daher war der erste Monat des Jahres, der Januar, nach ihm benannt, und der 1. Januar sein Hauptfest. Ebenso war dem Janus der Beginn des Tages geheiligt, weswegen man ihn als pater matutinus begrüsste; ferner der erste Tag jedes Monats, die Calenden (s. Datierung), weswegen er Junonius hiess, da die Calenden zugleich auch der Juno heilig waren. [1]

  • 14. Januar - Eselsfeste in Spanien, Italien und Frankreich (Brauch bis ins 16. Jahrhundert).
  • 20. Januar - Heiligenfest: St. Fabian und St. Sebastian.

Februar

Der Monat Februar wurde seit Karl dem Großen offiziell Hornung genannt, was eigentlich das Kind einer Kebsehe, also einen Bastard bezeichnet. Dieser Name erhielt sich bis ins 15. Jh.. In Nordeuropa hieß der Februar im aisl. Gói, norw. Gjö, schw. Göja, Göiemánad und dän. Göie, Blidemaaned. Mit seinen 28 Tagen galt dieser Monat als der in seinem Erbe verkürzte filius naturalis ('natürliche Sohn') unter den zwölf Geschwistern [2]. Im Mittelalter wurde der Februar mitunter auch mit einigen abgewandelten lateinischen Formen mensis Plutonis ('Pluto Monat') oder mensis purgatorius ('Monat der Reinigung') benannt. Außerdem finden sich u.a. die Varianten: Brigidenmonat, Fassnachtman, Fronfastmonat, Kleiner Horn, Lichtmessman, Oculimonat, Rebmonat, Weibermonat, Letzter Wintermonat und Olle Wiwermond.

  • 02. Februar - Imbolc. (als Mondfest 2. Vollmond nach Yule). Kirchenfest: Mariae Lichtmeß (Mariae Reinigung, Kerzenfest); ursprünglich Fest der griechischen Göttin Demeter. Irland: Heiligenfest der St. Brigid.
  • 09. Februar - Heiligenfest: St. Apollonia.
  • 24. Februar - Aposteltag: Matthias.

März

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März: Bauer mit Ochse und Pflug. (Stundenbuch des Herzogs von Berry; 1416)

Der März war im bäuerlichen Jahreskreis der Monat, in dem die Weinstöcke beschnitten wurden. Seit Karl dem Großen offiziell Lentzinmanoth (Lenzmonat) genannt, bürgerte sich im 15. Jh. der Name Merz ein. Zudem variierte er als Ackermonat, Klibelmonat, Mergenmonat oder Mertemand. In Nordeuropa hieß der März im aisl. Einmánuðr, norw. Krikla, Kvine, schw. Thurrmánad und dän. Tordmaaned, Tormaaned.

  • 12. März - Gregoriustag , Heiligenfest: St. Gregorius (Papst Gregor der Große, um 540-604).
  • 15. März - Iden des März (lat. Idibus Martiis). Ursprünglich ein Mondfest im römischen Kalender: Der Vollmond des März.
  • 19. März - Heiligenfest: St. Joseph.
  • 25. März - Kirchenfest: Mariae Verkündigung. Jahresbeginn des Marienjahres bzw. Annunziationsstils u.a. im Calculus Florentinus ('Florenzer Jahresrechnung'), wonach das Jahr zwei Monate und 25 Tage später anfängt als nach der heutigen Rechnung.

April

Der April wurde seit Karl dem Großen offiziell Ostarmanoth (Ostermonat) genannt und erhielt erst im 15. Jhd. entgültig seinen heutigen Namen. Ein abgewandelter lateinischer Name für diesen Monat war mensis novarum ('neuer Monat') oder mensis venustus ('bezaubernder Monat). Varianten waren Abrellen, Abrulle, Effeler, Effilre, Eppurle, Grasmaent, Hirtenmonat, Marxmonat und Prillemaent. In Nordeuropa hieß der April im aisl. Sáðtið und Gaukmánuðr (Gauchmonat), norw. Voarmoanar (April/Mai), schw. Várant bzw. Vármánad und dän. Faaremaaned.

  • 14. April - Tiburtiustag. Heiligenfest: St. Tiburtius und St. Valerianus. Sommeranfang des norwegischen Kalenders.
  • 25. April - Evangelistenfest: Markus.

Mai

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Festlicher Umzug am 1. Mai (Stundenbuch des Herzogs von Berry; 1416)

Der Mai wurde seit Karl dem Großen offiziell Winnemanoth (Winnemonat) genannt und erhielt erst im 15. Jhd. entgültig seine heutige Namensform als Mei. Andere Bezeichnungen waren Eselmonat, Maimant, Pfingstmonat und Wonne- bzw. Wunnimonat. Eine abgewandelte lateinische Form für diesen Monat war mensis Mariae ('Monat von Maria'). In Nordeuropa hieß der Mai im aisl. Eggtíð, Stekktíð, norw. Voarmoanar (April/Mai), schw. Mai und dän. Mai, Mejmaaned.

  • 01. Mai - Beginn des Sommerhalbjahres. Die Nacht zum ersten Mai: Beltanefest (als Mondfest 5. Vollmond nach Yule). Volkstümlicher ist die Bezeichnung dieses Tages nach Walpurgis (s. Walpurgisnacht). Aposteltag: Philippus und Jacobus.
  • 11. Mai - Heiligenfest: St. Mamertus.
  • 12. Mai - Heiligenfest: St. Pancratius.
  • 13. Mai - Heiligenfest: St. Servatius.
  • 25. Mai - Heiligenfest: St. Urbanus. Gedenktag des St. Bede (Beda Venerabilis )

Juni

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Juni: Bauern bei der Heuernte. (Stundenbuch des Herzogs von Berry; 1416)

Der Juni war in den Kalenderblättern der Monat des Heumachens. Er wurde von Karl dem Großen offiziell Brachmanoth (Brachmonat) genannt, dieser Name erhielt sich bis ins 15. Jhd. als Brachmond. Andere Bezeichnungen waren Brachet, Hundsmonat, Johannsmonat, Lusemand, Resaille, Rosenmonat und Weidemaent. Eine abgewandelte lateinische Form für diesen Monat war mensis magnus ('guter Monat'). In Nordeuropa hieß der Juni im aisl. Selmánuðr, Sólmánuðr, norw. Sumarmoanar (Juni/Juli), schw. Midsommar und dän. Skjärsommer, Sommermaaned.

  • 15. Juni - Heiligenfest: St. Veit (Vitus)
  • 24. Juni - Heiligenfest: Johannistag. Gedenktag der Geburt Johannes des Täufers. Deswegen auch "Johannsmonat"
Angelsächsischer Arbeitskalender: Juni - Holzschneiden

Juli

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Juli: Bauern bei der Getreidernte. (Stundenbuch des Herzogs von Berry; 1416)

Der Juli war der Monat für die Getreideernte. Er wurde seit Karl dem Großen offiziell Hewimanoth (Heumonat) genannt. Dieser Name erhielt sich bis ins 15. Jhd. als Heumond. Andere Bezeichnungen waren "Der erste Augst", Dieboldmonat, Heuet, Hundshochzeit, Jacobsmonat und Lugius. Eine abgewandelte lateinische Form für diesen Monat war mensis fenalis. In Nordeuropa hieß der Juli im aisl. Heyannir, norw. Sumarmoanar (Juni/Juli), schw. Hömánad und dän. Ormemaaned.

  • 10. Juli - Heiligenfest: Die Sieben Brüder.
  • 12. Juli - Heiligenfest: St. Margaretha (auch am 13. 14. 15. 19. oder 20. Juli)
  • 15. Juli - Aposteltag: Divisio apostolorum (Tag aller Apostel, Apostelteilung).
  • 22. Juli - Heiligenfest: St. Maria Magdalena.
  • 25. Juli - Aposteltag: Jacobus. Deswegen auch "Jacobsmonat"
  • 26. Juli - Heiligenfest: St. Anna.
  • 29. Juli - Heiligenfest: St. Olaus.

August

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August: Beizjagd auf Feder- oder Haarwild. (Stundenbuch des Herzogs von Berry; 1416)

Seit alten Zeiten wird der August als Erntemonat (lat. mensis messionum) bezeichnet. Karl der Große führte die offizielle althochdeutsche Benennung als Aranmānōth ein. Im 15. Jhd. war er allgemein als Augst oder Augstmond bekannt. Andere Bezeichnungen waren Arnemonat, "der ander Augst", Biesemonat oder auch Kochmonat und Obsmon. Schon früh im Mittelalter begegnet die lateinische Umgestaltung Madius oder Magius und Agustus für Augustus, sowie lat. mensis messionum (Erntemonat). In Nordeuropa hieß der August im aisl. Kornskurðarmánuðr, norw. Haustmoanar (August/September), schw. Skortant, Skördemánad und dän. Höstmaaned.

Aus der festländischen Periode der Angelsachsen stammt der altertümliche angelsächsische Monatsname Rugern - 'Roggenernte' für den August. Daß der Erntemonat nach dem Roggen benannt wurde, zeugt von der wichtigen Rolle, die dieses Getreide in den ersten Jahrhunderten unsrer Zeitrechnung in Schleswig-Holstein spielte. Dieser ags. Monatsname findet außerdem eine auffallende Entsprechung in der lettischen Benennung des Erntemonats: rudzu mehnesis - 'Roggenmonat', so daß er vielleicht zusammen mit dem Roggenbau den baltischen Völkern entlehnt ist. [3]

  • 08. August - Heiligenfest: Die Vierzehn Nothelfer
  • 10. August - Heiligenfest: St. Laurentius.
  • 24. August - Aposteltag: Bartholomäus.
  • 29. August - Heiligenfest: Gedenktag der Enthauptung Johannes des Täufers.

September

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September: Bauern bei der Weinlese. (Stundenbuch des Herzogs von Berry; 1416)

Der September wurde von Karl dem Großen offiziell Witumanoth genannt. Im 15. Jhd. war die übliche Bezeichnung Herbstmond (Herbstmonat). Andere Bezeichnungen waren "Ander Augst", Augstin, Bonenarne, Evenmaend, Grillismaend, Gerstmaend, Hanffluchet, Erste Herbst, Herbstsaat, Michelsmonat, Picmaent, Septembris, Speltmaent, Uberherbst, Verenenmonat oder auch Folmanod. In Nordeuropa hieß der September im aisl. Haustmánuðr, norw. Haustmoanar (August/September), schw. Höstmánad und dän. Fiskemaaned.

  • 29. September - Michaelis, Engelsfest: Michael. Deswegen "Michelsmonat"

Oktober

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Oktober: Aussaat des Wintergetreides. (Stundenbuch des Herzogs von Berry; 1416)

Der Oktober war der Monat für die Aussat des Wintergetreides. Auch Beizjagden wurde vor allem im Oktober veranstaltet. Seit Karl dem Großen offiziell Windumemanoth genannt, galt er im 15. Jhd. allgemein als Weinmond (Weinmonat). Andere Bezeichnungen waren Aarzelmand, Ander Herbst, Luxtag, Remeismaent, Wimmet und Wolfgangmonat. In Nordeuropa hieß der Oktober im aisl. Gormánuðr, norw. Vinterstid (Oktober/November), schw. Slagtmánad, Blötmánad und dän. Sádemaaned bzw. Ridmaaned.

  • 28. Oktober - Aposteltag: Simon und Juda. Evangelistenfest: Lukas.
  • 31. Oktober - Samhain (als Mondfest 11. Neumond im Kalenderjahr). Beginn des Winterhalbjahres und Neujahr der Hexen.

November

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November: Bauer mit Hausschweinen bei der Eichelmast. (Stundenbuch des Herzogs von Berry; 1416)

Der November hieß unter Karl dem Großen offiziell Herbistmanoth. Im 15. Jh. wurde er üblicherweise Wintermond (Wintermonat) geheißen. Andere Bezeichnungen waren Allerheiligenmond, Eckermonat, Dritte Herbstmonat, Laubryszmonat, Martinsmaent, Wintmonat und Wolfmond. In Nordeuropa hieß der November im aisl. Frermánuðr, norw. Vinterstid (Oktober/November), schw. Vintermánad und dän. Slagtemaaned.

  • 01. November - Kirchenfest: Allerheiligen, deswegen "Allerheiligenmond"
  • 11. November - Martini. Heiligenfest: St. Martin der Bischof.
  • 12. November - Heiligenfest: St. Martin der Papst (vgl. Martinsmaent).
  • 23. November - Heiligenfest: St. Clemens.
  • 30. November - Aposteltag: Andreas.

Dezember

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Monatsbild (Dezember) aus einem mittelalterlichen Kalendarium.

Der Dezember wurde von Karl dem Großen offiziell Heilagmanoth (Heiligmond) genannt. Diese Betitelung erhielt sich bis 15. Jh. als Christmond. Andere Bezeichnungen waren Andresmond, Duistermant, Vierter Herbstmonat, Julmonat, Lestemant, Schlachtmonat, Speckmant, Thomasmonat, Volrot, Wintermonat und Wolfmond. In Nordeuropa hieß der Dezember im aisl. Hrútmánuðr, norw. Jólemoane od. Skammtid, schw. Júlmánad und dän. Juulemaaned (Julmonat) bzw. Christmaaned (Christmonat).

  • 06. Dezember - Heiligenfest: St. Nikolaus.
  • 13. Dezember - Heiligenfest: St. Lucia.
  • 26. Dezember - Stephanstag. Heiligenfest: St. Stephanus der Protomartyr.
  • 27. Dezember - Evangelistenfest: Johannes.
  • 28. Dezember - Heiligenfest: Die Unschuldigen Kindlein.
  • 31. Dezember - Sylvester.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 266.
  2. Die mittelalterlichen Horen und die modernen Stunden. Gustav Bilfinger. Wiesbaden: M. Sändig, 1969, Unveränd. Neudr. d. Ausg. 1892.
  3. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 4 Bände (1. Aufl.). Johannes Hoops. K. J. Trübner, Straßburg 1911-1919. Bd. III, S. 513 ff.

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