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Die Joculatoren waren bezahlte Unterhaltungskünstler, Spielleute und Gaukler, vergleichbar dem römischen Mimus. Sie kamen im Frankenreich durch den Einfluß des römischen Galliens auf und gehörten genau wie die histriones (Schauspieler) zu den Unfreien, dem Fahrenden Volk.

Beschreibung

Nach dem Ende der Spätantike (spätestens ab 5. Jh.) übernahmen die Joculatoren die verschiedensten Formen der Belustigung des Publikums, und gaben ihre Vorstellungen nicht selten auch zur Unterhaltung der Gäste während der Tafel. So folgt im Bericht des oströmischen Geschichtsschreibers Priskos (5. Jh.) den Preisliedern auf Attila die "Komik eines Clowns". Die beiden Kunstbereiche von Dichtern (und Sängern) einerseits und komischer Unterhaltung andererseits werden hier noch getrennt.

Ganz ähnlich getrennt finden sich Dichter und Gaukler an der Tafel des westgotischen Königs Theoderich II. und noch deutlicher am Hofe Harald Schönhaars: nach den Skalden, die des Königs kameradschaftliche Gunst haben, kommen die Taschenspieler mit stutzohrigen Hunden und anderer 'Dummheit' (heimska, Haraldskvæði 22 f.). Diese Unterhaltungskünstler hatten nichts mit der altnordischen Dichtkunst zu tun, und ohne Grund deutete man in einige Eddalieder dieses 'Fahrende Volk' hinein. Auch der spätere leikari, der seit dem 12. Jhd. in westnordischen Quellen auftaucht, ist Musiker und Spaßmacher (s. Spielleute), kein Organ der Literatur; auch in Dänemark und Schweden bleibt der von Süden eindringende legere, lekare außerhalb der altheimischen Gattungen.

Joculator als Dichter

In Deutschland und England dagegen zog der Joculator als Spielmann die alte ernste Kriegerpoesie an sich; Zeitgedicht und Heldenlied gingen als Spielmannsgut durchs Mittelalter, wo nicht Klerus oder Ritter sie aufgriffen. Dies ist wenigstens die herrschende Annahme; denn die Quellen versagen hier. Ebenso ist das Verhältnis des römischen Mimus zum germanischen Hofsänger nur dunkel zu erschließen. Fraglich bleibt auch, ob schon der wgerm. scop bzw. sein gotischer Vorgänger eine ungenaue Nachahmung des römischen Mimus war. Das altenglische Wort gleoman gebrauchen Widsith und Beowulf für den Hofsänger (s. a. Versus Gnomici Codicis Exoniensis): in einer Glosse aber überträgt es mimus, jocista, scurra, und es sieht in der Tat nach einem Bedeutungslehnwort aus, = jocista, joculator, ebenso wie das ahd. spileman (Spielmann), dass scop (Hofdichter) möglicherweise gleichen Ursprung hat.

Quellen

Einzelnachweise

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