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Juden wurden im Mittelalter oft verfolgt, gefoltert und getötet. Der Grund dafür war oft der Selbe: Der Klerus wollte die, die Jesus ans Kreuz genagelt haben, nicht dulden.

Judenverfolgung im Mittelalter

Neben religiösen Differenzen zum Christentum kommen als Ursachen der Judenverfolgungen auch die mit der Zeit steigende wirtschaftliche Macht der Juden in Betracht, obwohl sie vor den Verfolgungen keineswegs eine beherrschende Stellung im Handel einnahmen. Besonders im späteren Mittelalter gerieten jüdische Kaufleute allerdings verstärkt in Konkurrenz mit dem aufblühenden Bürgertum.

Mit der Verchristlichung der Gesellschaft ab dem 11. Jh. (Hochmittelalter) begann die verstärkte Ausgrenzung der Juden. Sie wurden durch Berufsverbot in Geldgeschäfte gedrängt, ihr Erfolg aber weckte dann Hass oder Neid. Antijüdische Kirchenpolitik mit oft absurden Motiven der Bevölkerung (u.a. Kreuzzüge, später die Pest) lösten im Mittelalter Verfolgungen aus. Juden wurden zwangsgetauft, denn ghettoisiert und gekennzeichnet. Erst nach dem Mittelalter, um 1650, erhielten sie in manchen Gebieten eine verbesserte Stellen, u.a. in Altona und Fürth, wo sie mit Synagogen und der Talmudhochschule eine Hochkultur entwickelten. [1]

Judenpogrom in Straßburg 1349

Das Judenpogrom in Straßburg 1349 ist ein Musterbeispiel für den Judenhass in Mitteleuropa im Mittelalter. Viele Gründe bewegten die Menschen dazu, die Juden zu töten. Zum einen waren viele Herren, wie z.B. der Markgraf von Baden, die Grafen von Württemberg, Bischof Berthold von Buchegg und viele Straßburger Adelige und Bürger, bei ihnen verschuldet, zum anderen wollten die Handwerker der Stadt Straßburg die Meister (insbesondere Peter Swarber, der den Juden sehr freundlich gesinnt war) nicht mehr dulden, da diese sonst zu viel Macht bekämen. Aber vor allem verbreitete sich das Gerücht, dass die Juden Brunnen mit der Pest vergifteten und Christenkinder mitnähmen und deren Blut tränken, sehr schnell. Dadurch war praktisch die ganze Bevölkerung gegen die Juden.

Am 14. Februar (Valentinstag) 1349 kam es dann schlussendlich zu dem Progrom: die ganze jüdische Gemeinde wurde in ein Holzhaus, das man errichtete, gesteckt, welches dann angezündet wurde. Mehr als 2000 Juden kamen dabei um ihr Leben.

Rechtswesen

Die rechtliche Behandlung der Juden schloß sich in der fränkischen Monarchie an die Zustände an, in denen sich das jüdische Volk innerhalb des römischen Reichs befunden hatte. In diesem waren die Juden dem allgemeinen römischen Recht unterworfen, welches aber nur in Kriminalsachen und in Streitigkeiten mit Christen für sie zur Anwendung kam. In Rechtsstreitigkeiten, die sie untereinander hatten, besaßen sie das Recht schiedsrichterlicher Entscheidung. Das jüdische Recht, das bei der internen Erledigung ihrer Streitsachen in Anwendung kam, blieb auch im fränkischen Reich dafür maßgebend. Kriminalsachen und Prozesse von Juden mit Christen wurden nach der herrschenden Lex loci (Recht des Ortes) entschieden.

Judenregal

Im Heiligen Römischen Reich standen die Juden als sog. „Schutzjuden“ gegen Bezahlung unter dem Schutz des Kaisers. Dieses "Judenregal" war königliches Hoheitsrecht. So wurde z.B. in den Schutzbriefen Ludwig des Frommen (813–840) auf Tötung eines solchen königlichen Schutzjuden eine Geldstrafe von 10 Pfund Goldes festgesetzt. Allerdings erfolgte diese Zahlung nicht an die Verwandten des Erschlagenen, sondern fiel an den Fiskus. Auch fehlte ihnen ein volksrechtlich anerkanntes Wergeld.

Das königliche Judenschutzrecht bildete sich erstmals unter den Karolingern aus, wo für gewährten Schutz den Juden finanzielle Leistungen an die königliche Kammer auferlegt wurden. Seit dem Beginn des 12. Jhds. begegnet man dem Gedanken des allgemeinen Judenschutzes des Königs, womit das Judenschutzregal gegeben war. Eine eigentliche Organisation des Judenschutzes gehört aber erst Stauferzeit an. Seitdem wurden die Juden auch als „königliche Kammerknechte“ bezeichnet.

Wirtschaftliche Rechte und Beschränkungen

Was die wirtschaftliche Stellung der Juden im deutschen Mittelalter betrifft, so beschränkte sich diese im Wesentlichen auf den Handel. Im Donaugebiet erschienen verstärkt jüdische Kaufleute als Sklavenhändler; ihr wichtigstes Absatzgebiet war Spanien. Dabei ist zu beachten, dass der Sklavenhandel allgemein verbreitet war und auch von Christen ohne viel Skrupel betrieben wurde [2]. Außerdem waren viele Juden im Edelmetallhandel, Trödelgeschäft und besonders Hausierhandel tätig (s. Buckelkrämer), der erst nach dem eigentlichen Mittelalter verstärkt geächtet und rechtlich verfolgt wurde.

Die ersten Jahrzehnte der Kreuzzüge, die zuerst detaillierte Nachrichten über die wirtschaftliche Tätigkeit der Juden bringen, zeigen sie als Spezialisten im Geldverleih- und Handel (später abfällig als "Wucherer" im Sprachgebrauch des Mittelalters), besonders im Darlehnsgeschäft gegen Faustpfand. Da diese Tätigkeit im 11. Jh. bereits als etwas ganz Typisches beschrieben wird und auf festen Gewohnheiten beruht, muss sie in frühere Jahrhunderte zurückdatiert werden. [3] [4]

Literatur

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Judenpogrom_in_Straßburg_1349
  2. Bentele, Günther: Schwarzer Valentinstag: Ein Kriminalfall aus dem Mittelalter. 2. Auflage, München 2005.
  3. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 2. Johannes Hoops, 1918-1919. S. 617 f.

Einzelnachweise

  1. Geschichtsbaum Deutschland. National Geographic Deutschland. Britta Orgovanyi-Hanstein. Candor-Verlag, 2006. ISBN 3200005572, ISBN 9783200005570.
  2. Papst Gregor III. an Bonifaz in der Monumenta Germaniae historica. Ep. 4, 280; Cap. 2, 419 c. 76; V. Ansk. c. 38.
  3. Lehrbuch der Deutschen Rechtsgeschichte (Internet Archive). Richard Schröder. Leipzig : Veit, 1889. 5. Auflage. S. 476 ff.
  4. Deutsche Rechtsgeschichte (Internet Archive). 1. Bd. in 2. Auflage. Heinrich Brunner. Leipzig 1906 und 1892. Neuauflage Verlag BiblioBazaar, 2010. ISBN 1173128565, ISBN 9781173128562. S. 402 ff.

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