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Ein Jugerum, ahd. juhhirun, mhd. jiuchart, juchart, war ein römisches Feldmaß, aus dem sich später in Deutschland der Begriff Joch ableitete. Plinius (18, 359) beschrieb es als "das, was ein Joch Ochsen schaffen können" (quod uno iugo boum in die exarari posset).

Beschreibung

Das Vermessen der Felder erwarben die Germanen von den Römern, die es als Kunst (ars mensoria) betrachteten und durch ausgebildete Feldmesser (gromatici) ausüben ließen. Daher sind die Feldmaße, die in Deutschland bis zur Einführung des metrischen Maßes in Gebrauch standen, vielfach auf römische Vorbilder zurückzuführen. Dies ist, genau beim österreichischen Joch, so bei dem durch ganz Deutschland unter den Namen Juchart, Morgen, Tagwerk und dgl. verbreiteten Ackermaß der Fall, das aus dem römischen jugerum hervorgegangen ist.

Das römische jugerum zu 28.800 römische Geviertfuß = 25,2 Ar Fläche war ein Rechteck von 240 römische Fuß Länge und 120 Fuß Breite, es enthielt mit der zehnfüßigen Meßrute (pertica decempeda) gemessen 24 perticae in der Länge und 12 in der Breite oder 288 perticas decempedas quadratas. Nach Angabe des Plinius war es eine Fläche, die man an einem Tage mit einem Ochsengespann zu pflügen vermochte. Zwei jugera gaben ein heredium (s. Joch). 200 Jugera bildeten eine Centuria (= 50,364 Hektar). Weil man bei Ackervermessungen immer vom Jugerum ausging, so nannte man die Verteilung der Äcker Jugeratio.

Die Vermessung des urbaren Bodens nach jugera war in Deutschland, nach der häufigen Erwähnung in Urkunden zu schließen, schon zur Zeit der Karolinger an vielen Orten durchgeführt. Die ahd. Glossen bieten jedoch neben juhhiran auch moregana und morgana als Übersetzung des genannten römischen Feldmaßes. Dem jugerum entsprachen demnach die späteren deutschen Feldmaße Juchert, Morgen, Tagewerk. Die Größe des römischen jugerum = 25,2 Ar hat sich mehr minder genau erhalten beim Morgen in Hessen (= 25 Ar), Preußen (25,53 Ar), Hannover (26,21 Ar), in Sachsen = 27,67 Ar, ferner als Tagmahd oder alter Morgen im Pustertal und bei Bozen 28,86 Ar.

Es gab aber auch Morgen, deren Größe auf altgermanische Lokalmaße zurückgeht. Der württembergische Morgen maß 31,51 Ar, das bayrische Tagwerk (auch Morgen oder Juchert genannt) = 34)07 Ar, der badische Morgen und das Tiroler Jauch oder Jauchert 36 Ar, das Jauchert im vorarlbergischen Rheintal = 38,84 Ar. Den Schlüssel bietet die Nachricht des Gromatikers Hyginus, daß bei den germanischen Tungerern der pes Drusianus im Gebrauch war, der 332,7 Millimetermaß und den römischen Fuß von 295,7 Millimeter um ein Achtel an Länge übertraf, die Meßrute war überdies nicht 10, sondern 12 drusianische Fuß lang = 3,922 Meter. Die tungrische pertica quadrata maß demnach 15,936 Quadratmeter, und das damit ausgemessene jugerum hatte 15,936 Quadratmeter x 288 = 35,895 Ar Fläche.

Quellen

Einzelnachweise

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