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Eine Juristische Literatur, die nicht nur das Rohmaterial der Rechtssätze bietet, sondern es auch zur tatsächlichen Darstellung verarbeitet, begann in Deutschland erst zur Zeit der Karolinger (ca. 8. Jhd.).

Beschreibung

Den Anfang macht eine Darstellung der Hofordnung Karls des Großen, von einem Karolinger, Abt Adalhard von Corbie († 826), verfaßt, die zwar im Original verloren ist, aber die Grundlage für die Schrift des Erzbischofs Hinkmar von Reims (*um 800/810; † 882) "De ordine palatii" bildet [1]. Wichtige Nachrichten auch für das weltliche Recht bieten das 840/842 verfaßte Werk von Walahfrid Strabo "De exordiis et incrementis rerum ecclesiasticarum", und die leidenschaftlichen Streitschriften des Agobard von Lyon († 840/841), "(Liber) Adversus legem Gundobadi" (über die Aufhebung des burgundischen Volksrechts) und "De divinis sententiis contra iudicium Dei " [2] [3].

Über die juristische Literatur, die sich in Italien seit dem Anfang des 11. Jhds. an die langobardisch-karolingischen Gesetze, in England im 12. Jh. an die angelsächsischen Gesetze anschloß, siehe: Leges Langobardorum und Rechtswesen der Angelsachsen.

Nordeuropa

In Nordeuropa hat Dänemark um das Jahr 1200 eine bedeutsame Rechtsbücherliteratur (s. u. Jydske Lov, Saellandske Lov, Skanske Lov, Vitherlagsret), die wenigstens zum Teil über die bloße Mitteilung von Rechtsstoff hinausgeht. Eine juristische Literatur im engeren Sinne, und zwar in der Landessprache, liefert Norwegen in der um 1200 unter König Sverrir geschriebenen flammenden Streitschrift gegen die Bischöfe (Anecdoton Sverreri [4]) und in dem Königs-Spiegel (Speculum regale, Konungsskuggsja f.), einem Dialog aus der ersten Hälfte des 13. Jhds.

Quellen

  • Grundriß des germanischen Rechts (= Grundriß der Germanischen Philologie; Band 5). Karl von Amira. 3. Auflage. Strassburg 1913. Band 3, S. 72, 117 (22,67).
  • Lehrbuch der Deutschen Rechtsgeschichte. 5. Auflage. Richard Schröder. Leipzig 1907. S. 281.
  • Deutsche Rechtsgeschichte. Heinrich Brunner. Leipzig 1906 und 1892. Band I (2. Auflage), S. 416.
  • Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 2. Von Johannes Hoops, 1918—1919.

Texte

Einzelnachweise

  1. De ordine palatii im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Hinkmar von Reims. Hrsg. u. übers. von Thomas Gross u. Rudolf Schieffer. (Ed. 2.). Hannover, 1980.
  2. De divinis sententiis contra iudicium Dei. Von Agobardus Lugdunensis (Agobard von Lyon). In der Infothek der Scholastik der Universität Regensburg
  3. Sancti Agobardi Archiepiscopi Lvgdanensis Opera. 1666. Digitalisat: Lyon Public Library, 1. Juni 2012.
  4. Anecdoton historiam Sverreri regis Norvegiae illustrans. von Er. Christ Wertlauff, 1815.

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