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Ein Kalender (mhd. kalender, kolender, lat. calendae) ist ein Verzeichnis, der Tage eines Jahres nach Wochen und Monaten ordnet, meist auf Angaben von Festzeiten, Mondphasen, Auf- und Untergang der Sonne und verschiedener anderer astronomischer Ereignisse beruht. Im Mittelalter wurden Kalender nicht für ein einzelnes Jahr aufgestellt, sondern meist so, daß sie für jedes Jahr brauchbar waren, wenn man die nötigen Hilfsmittel für die Bestimmung der beweglichen Feste besaß.

Allgemeines

Das Vergehen der Zeit war auch für die Menschen der früheren Zeiten schon von Bedeutung. Bereits in der prähistorischen Zeit wurden Steine, Gräben, Hügel, Einschnitte am Horizont, gerade und kurvige Wege, Kanäle und Teiche konstruiert, um als genaue Kalender oder Hilfsmittel zur Zeitbestimmung zu dienen. So sind z.B. viele Steinkreise auf spezifische Sonnenauf- oder -untergänge bzw. auf das Erscheinen des Mondes am Horizont ausgerichtet. Auf Knochenschnitzereien der Steinzeit ist das sich wandelnde Antlitz des Mondes auf seiner 29-tägigen Reise von einem Neumond zum nächsten dargestellt. Zunächst wurden große Pfähle, später schwere Steine sorgfältig aufgestellt, um die Beziehung zwischen der Sonne und den Jahreszeiten aufzuzeigen. Selbst als mit dem Aussäen von Saaten die ersten Anfänge des Ackerbaus entstanden, interessierten sich die frühen Völker Europas den Lauf der Jahreszeiten. [1]

Beschreibung

Das Bedürfnis einer Einteilung der Zeit führte schon früh zur Einführung der Zeiteinheiten:

  • der Tag, bedingt durch den Wechsel von Tag und Nacht;
  • der Monat, bedingt durch den Wechsel des Mondes;
  • das Jahr, bedingt durch den erzeugten Wechsel der Jahreszeiten.

Der Kalendertag ist der mittlere Sonnentag. Dem Kalendermonat liegt der synodische Monat von 29 Tagen 12 Stunden 44 Minuten 2,9 Sekunden zugrunde, der sich durch Beobachtung des Mondes leicht feststellen ließ. Das Kalenderjahr beruht auf dem mittlern tropischen Sonnenjahr von 365 Tagen 5 Stunden 48 Min. 45,97 Sek. Durch Beobachtung des heliakischen Frühaufganges des Sirius war die Dauer desselben von ca. 365-Tagen schon im 14. Jh. v. Chr. den Ägyptern und Babyloniern bekannt. Außer dem Sonnenjahr kommt aber auch ein Mondjahr von 12 Monaten mit abwechselnd 29 und 30 Tagen, also von 354 Tagen vor. In Athen führte Solon das Mondjahr 594 v. Chr. ein; doch wurde, um eine Übereinstimmung mit dem Laufe der Sonne herbeizuführen, alle drei Jahre noch ein Monat von 30 Tagen eingeschaltet.

Vollständiger erreichte dieses Ziel der griechische Astronom Kleostratos von Tenedos (um 540 v. Chr.) durch die Oktaeteris, einen achtjährigen Schaltkreis, in dem das 3., 5. und 8. Jahr einen Schaltmonat von 30 Tagen erhielt. Die Tatsache, daß 235 synodische Monate nahezu 19 tropischen Jahren entsprechen, führte den griechischen Astronom Meton 432 v. Chr. zu einem Zyklus von 19 Mondjahren (Enneadekaeteris) von 354 Tagen mit 7 Schaltmonaten von 30 Tagen, die auf das 3., 5., 8., 11., 13., 16. und 19. Jahr fielen. Bei den Römern war anfangs das alte Jahr von 10 Monaten = 304 Tagen im Gebrauch; aber König Numa Pompilius führte 717 v. Chr. ein Mondjahr von 355 Tagen mit 12 festen Monaten ein, in das alle zwei Jahre nach dem Fest der Terminalien (23. Februar), ein Schaltmonat Mercedonius eingeschoben wurde, der abwechselnd 22 und 23 Tage hatte.

Um die bald auftretenden Abweichungen des Kalenders und die zusätzlichen Unregelmäßigkeiten in der Einschaltung von Tagen zu beheben, reformierte Julius Cäsar den Kalender. Das Resultat war der Julianische Kalender, bei dem auf 3 Gemeinjahre von 365 Tagen ein Schaltjahr von 366 Tagen folgte.

Angelsächsischer Kalender

Schon vor ihrer Christianisierung kannten die Germanen ein gebundenes Mondjahr, wie aus dem von Beda Venerabilis (De temporum ratione c. 15) mitgeteilten Kalender der Angelsachsen hervorgeht. Danach begann das Jahr normalerweise mit dem julianischen 25. Dezember, der als Módraneht ('Nacht der Mütter') bezeichnet wurde. (Für die angelsächsischen Monatsnamen nach Beda s. Angelsächsische Monate). Die Angaben Bedas, die zudem nicht ganz unverändert überliefert zu sein scheinen, führen zu großen Schwierigkeiten. Obwohl sie das Jahr eigentlich (principaliter) nur in Winter und Sommer einteilten und jeder der beiden Jahreszeiten 6 Monate (im Schaltjahr dem Sommer 7 Monate) zuteilten, wobei sie den Winter mit dem Wintirfyllith begannen, kannten die Angelsachsen auch die Einteilung des Jahres in 4 Jahreszeiten zu je 3 Monaten. [2]

Mittelalter

Die Form des christlich-mittelalterlichen Kalenders stammt von den Römern. Er wurde ursprünglich nicht für jedes Jahr, sondern in seiner allgemeinen Fassung, für alle Jahre gültig, aufgestellt (s. Immerwährender Kalender). Schon die römischen Kalender enthalten außer einigen astronomischen Angaben den Ansatz religiöser Feste und bürgerlicher Festlichkeiten. Der christliche Kalender ersetzte die altrömischen Feste durch christliche Feste und Feiertage; da aber ursprünglich das Gedächtnis der Märtyrer vornehmlich nur an dem Ort, wo sie gelitten hatten, gefeiert wurde, so hatte jede Gemeinde ihr besonderes Festverzeichnis und ihren eigenen Kalender.

Häufig wurde den Kalendern im Mittelalter eine Ostertafel (ursprünglich zur Berechnung des Osterfestes) beigegeben. Sie enthielten nebeneinander die Tagesbuchstaben, an deren Stelle mitunter auch die Ziffern I-VII traten, die Bezeichnung der Monatstage nach dem von Julias Cäsar eingeführten julianischen Kalender (ab 46 v. Chr.) und die in der betreffenden Diözese gefeierten Feste. Unter den Heiligentagen, deren Zahl natürlich im Laufe der Jahrhunderte immer zunahm, lassen sich verschiedene Schichten unterscheiden. Abgefaßt wurden die Kalender fast ausnahmslos in lateinischer Sprache.

Von Kalendern in germanischen Sprachen besitzen wir aus dem Frühmittelalter außer dem gotischen Bruchstück aus dem 4. Jh. nur ein angelsächsisches poetisches Menologium aus dem 9. Jhd., das jedoch nur bedingt als Kalender angesprochen werden kann, und ein französisches aus dem 13. Jh. Von dem gotischen Kalender ist ein kleines Bruchstück in einem Mailänder Palimpsest erhalten, das normalerweise mit in den Ausgaben des Ulfila abgedruckt wird. Es ist allerdings unmöglich, sich danach eine Vorstellung von diesem Kalender zu machen. Darin wird ein 30-tägiger Monat fruma Jiuleis mit dem November geglichen, während ein anderer 30-tägiger Monat vorangeht. Dass der Name Giuli oder Jiuleis mit dem römischen Julius zusammenhängt, ist allerdings sehr unwahrscheinlich.

Spätmittelalter

Erst gegen Ausgang des Mittelalters wurden die lateinisch abgefassten Kalender in die Landessprachen übertragen; deutschsprachige Kalender kommen nicht vor dem 14. Jh. vor. Die ersten gedruckten Kalender haben ganz die Einrichtung der handschriftlichen und sind allgemeine Immerwährende Kalender, für jedes Jahr passend. Die frühesten sind in Holz geschnitten und in Kupfer gestochen.

Der erste Druck eines auf 30 Jahre berechneten astronomischen Kalenders stammt aus der Bearbeitung des Mathematikers und Astronoms Johannes Müller Regiomontanus (1436-1476) und erschien 1475 (nach anderen Angaben schon 1473 oder später 1478) in Nürnberg; ein deutscher Kalender von ihm wurde 1473 veröffentlicht. Regiomontanus' Kalender ist für die Jahre 1475, 1493 und 1513, als die ersten Jahre einer dreimaligen 19-jährigen Periode, aufgestellt, doch so, dass daraus die Daten für die übrigen Jahre abgeleitet werden können. Doch bezieht sich diese Spezialisierung nur auf den astronomischen Bestandteil; der Kirchenkalender enthält nur die Heiligennamen nach älterer Weise an einer beschränkten Anzahl von Tagen, nicht aber die Einteilung in Wochen und die beweglichen Feste. Die ersten eigentlichen Volkskalender waren fast an allen Tagen mit Heiligen besetzt, wie die Kalender von Augsburg 1481 u.s.w., Erfurt 1505, Zürich 1508 zeigen.

Gegen Ende des 15. Jhs. führten die Astrologen die sogenannten Praktiken in die Kalender ein, die sog. Kalenderpraktika - praktische Anweisungen, an welchen Tagen gewisse Arznei- und Heilmittel heilbringend seien oder nicht, besonders aber Anweisungen zum Aderlass. Sie zeigten an welchen Tagen oder zu welchen Zeiten des Jahres Säen und Pflanzen, Holzfällen, Schröpfen, Purgiren, Baden, Haarabschneiden etc. vorzunehmen sei, auch was gewisse Vorgänge am Himmel, oder Witterungszustände für spätere Zeit andeuteten (z.B. der Sonnenschein an jedem der Zwölfnächte, von Weihnachten bis Oberneujahr - vom 25. Dezember bis 6. Januar), welche Einflüsse der Monat, in dem die Geburt eines Kindes erfolge, auf dessen Leben habe etc. Auch diese Kalenderpraktika waren ursprünglich von den Astrologen auf mehrere Jahre voraus als Prophezeiungen bekannt gemacht und sind erst später mit den gemeinen Kalendern verbunden worden.

In Ulm gab 1476 Jakob Pflaum einen solchen Kalender in deutscher Sprache heraus, dem ein weitläufiger Bericht über das Aderlassen beigegeben war. In der Folge wurde aber diese Kalenderpraktika der Hauptgesichtspunkt bei den Kalendern. Der älteste Kalender mit beigefügter Praktika wurde im Jahr 1481 von Johann Blaubier gedruckt; ein gleicher, mit astrologischen Anmerkungen, erschien 1483 in Augsburg von Johannes Bömber und 1488 in Strasburg von Heinrich Knoblachser. Noch früher hatte aber Hieronymus Manfredi zu Bologna († 1483) Kalender herausgegeben, in denen er bestimmte, welche Tage zum Medizinieren glücklich oder unglücklich wären. In Deutschland erschien zuerst 1499 in Ulm ein Kalender mit gleichen astrologisch-medizinischen Bestimmungen. Ein zu Oppenheim 1522 erschienener Kalender führte zuerst das "Aderlassmännchen" ein.

Renaissance

Einjährige Kalender, mit angepasster Wochen- und Festordnung, wie sie heute üblich sind, wurden schon 1513 in Nürnberg gedruckt. Zu allgemeinerem Gebrauch kamen diese erst nach der Mitte des 16. Jhs. Doch von jener Zeit an erschienen sie an vielen Orten in verschiedener Form und wurden immer allgemein üblicher, so daß es kaum eine Provinzialstadt gab, in der nicht jährlich ein Kalender erschien. Als einer der ältesten noch erhalten gebliebenen einjährigen Kalender gilt der 1546 in Hamburg erschienene Almanach und Praktika von Johannes Wolmar.

Im Jahre 1582 reformierte Papst Gregor XIII. (1502-1585) den Julianischen Kalender und verordnete in einer päpstlichen Bulle den neuen Gregorianischen Kalender, der die noch heute gültige Kalenderform ist. Zusätzlich verwendete man auch den Zyklus der Sonntagsbuchstaben, um die Wochentage zu bestimmen, die auf ein bestimmtes Datum eines Jahres fielen.

Kirchenkalender

Im Mittelalter war die Kalenderanfertigung eine Angelegenheit der Klöster. Es kam hauptsächlich darauf an, die Tage nach den angeordneten Kirchenfesten und Heiligen zu unterscheiden. Auch in Urkunden wurden gewöhnlich die Tage nur auf diese Art (z.B. am Tage Johannis, am Tage Bartholomäi etc.) u. nach Wochentagen (z.B. Donnerstags nach Michaelis) bezeichnet. Die Kalender wurden auch gewöhnlich auf mehrere Jahre in Voraus eingerichtet und so gewöhnlich in die Breviarien der Klostergeistlichen eingeschrieben und in den Schulen auswendig gelernt. Um das zu erleichtern, brachte man den ganzen Kalender in 24 Hexameter, für jeden Monat zwei, die aus verkürzten Namen der Feste und Heiligentage bestanden und so viele Silben wie Monatstage enthielten. Ein solcher Kalender hieß nach dem Beginn der Verse des Januars Cisio Janus (von Circumcisio = Beschneidung und Janus der Monat Januar; s.a. Datierung).

Die große Mehrzahl der Kirchenkalender enthält eine Menge unbedeutender Namen, darunter die von nicht wenigen Personen, deren Existenz zweifelhaft ist; dann kommen eine Anzahl bedeutender Kirchenfürsten und Kirchenlehrer seit dem 4. Jhd. und die Heiligen der Mönche, dann die Missionare, denen die Ausbreitung des Christentums bei den Germanen verdankt wird und die Märtyrer aus den einzelnen germanischen Völkern. Bereits in dem gotischen Kalenderfragment sind die Gedächtnistage der gotischen Märtyrer verzeichnet. Da jedem Ostertag ein anderer Kalender der beweglichen Feste entspricht, so begann man allmählich in den Klöstern sich ein Corpus dieser 35 möglichen Kalender anzulegen. [3]

Einen wesentlichen Teil des christlichen Kalenders bildete die Angabe der kirchlichen Feste. Diese waren teils fest, wie z.B. Neujahr am 1. Januar, Epiphania am 6. Januar, Johannisfest am 24. Juni, Michaelisfest am 29. September, Weihnachten am 25. Dezember, teils aber auch beweglich. Die beweglichen Kirchenfeste richten sich sämtlich nach dem Osterfest.

Ostern wurde nach einem Beschluß des Konzils von Nicäa im Jahre 325 am ersten Sonntag nach dem Vollmond gefeiert, der auf das Frühlingsäquinoktium folgte. Fällt dieser sog. Ostervollmond auf einen Sonntag, so wird Ostern am nächsten Sonntage gefeiert. Die Berechnung des Ostervollmondes geschieht mittels der Epakten (Jahrenskennzahlen) auf den Ostertafeln. Diese beschreiben das Alter des Dezembermondes am 1. Januar. Dieses wächst von einem Jahr zum anderen um 11 Tage. Sechsmal wird 30 weggeworfen, wenn die durch Addition von 11 entstandene Summe 30 übersteigt. Nach der XIX. Epakte fallen 29 Tage weg (Sprung der Epakte), damit man wieder auf die erste kommt. Dieser 19jährige Zyklus heißt der Mondzirkel, und die Zahl, die angibt, das wievielte in einem solchen Zyklus ein bestimmtes Jahr ist, wird die Goldene Zahl genannt.

Goldene Zahl MgKvL 100457a

Berechnung der Goldenen Zahl für die Jahre 1700 bis 2200

Bauernkalender

Neben diesen in erster Linie für Gelehrte bestimmten Kalendern gab es auch Bauernkalender, wahrscheinlich ähnlich angelegt wie die, die noch heute in Kärnten und Steiermark gedruckt werden. Am genauesten bekannt sind die nordischen Runenkalender, doch kennen wir auch von diesen keinen, der älter wäre, als das 12. Jahrhundert. Es sind immerwährende Julianische Kalender, die in Runen auf vier- oder sechsseitige Stäbe oder auf fächerartig zusammengefügte Holzplättchen oder auch wohl auf Holztafeln eingeritzt sind. Auf der einen Seite (oder dem einen Blättchen) sind die 365 Tagesbuchstaben verzeichnet, nur daß an Stelle der Buchstaben A bis G die sieben ersten Runen stehen. Auf der nächsten, darunter stehenden Seite des Stabes sind, gleichfalls in Runen, die goldenen Zahlen angebracht, und zwar jedesmal unter dem Tagesbuchstaben, dessen Datum sie im Immerwährenden Kalender entsprechen.

Auf der dritten Seite, oberhalb der Tagesbuchstaben, sind zunächst über diesen, wenn ein hohes Fest auf sie fällt, ganze, wenn ein niederes Fest auf sie fällt, halbe Kreuze angebracht. Über diesen Kreuzen stehen dann die Symbole der Heiligen, deren Fest an dem betreffenden Tage begangen wird, und bestimmte, allgemein bekannte Zeichen für die anderen Feste. So wird z. B. St. Petrus durch einen Schlüssel, St. Katharina durch ein Rad bezeichnet, Jul wegen der um diese Zeit üblichen Gelage durch ein Trinkhorn usw. Alle älteren Runenkalender beginnen, der Einrichtung des nordischen Jahrs entsprechend, entweder mit dem 14. Oktober oder mit dem 14. April.

Nordeuropa

Die skandinavischen Völker nahmen zwar den Julianischen Kalender für die kirchliche Zeitrechnung an, allein für das gemeine Leben und zum Teil selbst in ihrer Rechts- und Gerichtsverfassung bedienten sie sich noch lange Zeit ihres alten Kalenders.

Island

Das isländische Jahr zerfällt in 2 Jahreszeiten (misseri), Sommer und Winter, und jedes Misseri gliedert sich wiederum in 2 Hälften. So entstehen 4 Jahrteile:

  • 1. von Wintersanfang (vetrnætr) bis zur Mitte des Winters (miðvetr),
  • 2. Von Mittwinter bis zum Anfang des Sommers (sumarmál),
  • 3. Von Sommeranfang bis zur Mitte des Sommers (miðsumar),
  • 4. von Mittsommer bis Wintersanfang.

Jedes Jahreszeit hat 6 Monate von je 30 Tagen, nur dass man dem 3. Sommermonat noch 4 Tage als Vermehrungsnächte (aukanæetr) zulegte. Das Jahr zählte also 364 Tage oder 52 Wochen, der Winter 25 Wochen und 5 Tage, der Sommer 26 Wochen und 2 Tage. Der Winter begann stets mit einem Samstag, der Sommer mit einem Donnerstag. Um dieses Jahr mit dem Naturjahr auszugleichen und doch die Woche als die eigentliche Grundlage der Zeitrechnung beizubehalten, wurde nach Ablauf des 6. 11. 17. 23. und 28. Jahres am Ende des Sommers eine ganze Woche als Sommervermehrung (sumarauki) oder Zuschlagswoche (lagningarvika) eingeschoben. Der erste Wintertag fiel frühestens auf den 10. spätestens auf den 16. Oktober; der erste Sommertag frühestens auf den 9. spätestens auf den 15. April.

Norwegen

In Norwegen hielt man sich zwar an den Julianischen Kalender, behielt aber die bisherige Begrenzung des Jahres bei und begann den Sommer immer mit dem 14. April, dem Tiburtiustag, während man den Winter mit dem 14. Oktober, dem Calixtustag, anfing. Ob aber die Mondmonate der Norweger, deren sie sich vielfach noch heute bedienen, aus der Zeit vor der Bekanntschaft mit dem julianischen Kalender stammen oder ob es die Mondmonate sind, nach denen Ostern berechnet wird, ist strittig (vgl. Monate).

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Das Geheime Wissen der Hexen. Marian Green. Orginalverlag: Harper Collins, London, 1991. Übers. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München, 1998. ISBN 3-426-77343-0.
  2. Hoops. aaO. Bd. 4, S. 584. Art. Zeitmessung
  3. Abgedruckt ist eine solche Sammlung z. B. im 1. Band von Grotefends Zeitrechnung und in seinem Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit.

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