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Die Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt in Chur, Kanton Graubünden, Schweiz, ist die Bischofskirche des Bistums Chur. Die Residenz des Churer Bischofs, das Bischöfliche Schloss, liegt im Hof der Kathedrale direkt gegenüber.

Beschreibung

Das Bistum Chur entstand im 4. Jh. und bereits um das Jahr 450 wurde die erste Kathedrale erbaut. Der heutige Kathedralenbau wurde 1150 bis 1272 als spätromanische Pfeilerbasilika unter Bischof Adalgott (1151–1160) errichtet.

Wie eine Kirchenburg thront die Kathedrale mit dem Bischöflichen Schloss und den Domherrenhöfen als kirchlicher Bezirk auf einer Felsterrasse über der Altstadt von Chur. Bei archäologischen Grabungen wurden an diesem Ort Spuren eines spätrömischen Kastells aus dem 4. Jh. gefunden und man nimmt an, dass die Römer die einzigartige Lage des Felsvorsprungs als Sitz für die Führung der Provinz Rätien genutzt haben. [1]

Domschatz

Spätantiker Seidenstoff

Seidenstoff, Churer Dom 550-630, trachtenkunstwer01hefn Taf.005.jpg

Seidenstoff (um 550-650)

Der Domschatz zu Chur enthält u.a. ein Stück eines spätantiken Seidenstoffes mit figürlichem und ornamentalem Bildwerk aus der Zeit von 550-650. Der noch erhaltene Teil ist ca. 70 cm hoch und 40 cm breit. Es hatte die doppelte Länge, ehe die Hälfte davon in den Besitz von Dr. Franz Bock überging. In seiner „Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters" [2] befindet sich eine Abbildung, zwar ohne Angabe des Fundortes, aber mit ausführlicher Beschreibung.

Auf tief rotem Grund, in entgegengesetzter Wiederholung zeigt sich Simson, wie er den Löwen erwürgt, oder vielleicht der aus der Antike beibehaltene Herkules. Der ganze Stil der Zeichnung, wie insbesondere die Männertracht aus einer Tunika, die am rechten Oberarm offen ist, Sandalen und Chlamys kennzeichnen den römischen Ursprung (vgl. Kleidung der Römischen Kaiserzeit). Das äußerst feine Gewebe ist aus kräftigem Köperstoff, die Kette besteht aus roter stark gezwirnter Seide, die zarteren Einschlagfäden sind von minder starker Drehung. Die Reihen der figürlichen Darstellungen werden durch breite Bandstreifen eigentümlicher Art mit Rosenknospen in horizontaler Richtung abwechselnd getrennt.

Wenn sich auch der Ursprung dieses Stoffes von ungewöhnlich guter Qualität auf eine sehr frühe Entstehungsperiode zurückführen läßt, so haben sich doch auch in der so schwierigen Seidenfabrikation ähnliche Muster unverändert Jahrhunderte stereotyp erhalten. Zu jener Zeit fanden solche Stoffe vielfach Anwendung und ein ganz ähnliches Stück, ebenfalls mit Herkules von kreisförmigen Ornamenten umgeben, befindet sich im Louvre zu Paris und im Kensington-Museum in London. [3]

Quellen

  1. Wikipedia: Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt (Chur) (Version vom 17.03.2017)
  2. Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters (Internet Archive). Franz Bock. Bonn : Henry & Cohen, 1859.
  3. Trachten, Kunstwerke und Geräthschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts (Internet Archive). Band 1-10 : nach gleichzeitigen Originalen. Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck. Frankfurt am Main : H. Keller, 1879. Taf. 005.

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