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Daß Katzen bei ihrem ganz eigentümlichen und selbständigen Auftreten trotz ihres Status als Haustier etwas Unheimliches behalten, ist nicht weiter auffallend. So ist es leicht verständlich, dass sie im Mittelalter als nächtliches Tier auch mit den Hexen verbunden waren.

Geschichtliches

Die domestizierte Katze entstammt dem arabischen fruchtbaren Halbmond und gelangte von dort nach Ägypten [1], wo sie sich als Haustier großer Beliebtheit erfreute. Dort galten neben der Felis maniculata, der Hauptstammform, Felis chaus (Rohrkatze) und verschiedene andere Katzen als heilig und wurden deshalb zahm gehalten. Von Ägypten aus kam sie in der Spätzeit der antiken Welt zahlreich in den Westen Europas.

Forscher vermuten, dass ihre Einführung als Haustier in Europa mit dem Eindringen der Ratte zusammenhängt, die die Katze weniger selbst bekämpft, als durch ihre Anwesenheit vertreibt. Nachrichten darüber sind allerdings nur sehr spärlich überliefert, zumal das Wort "Ratte" in der älteren Zeit den Doppelsinn des vierfüßigen Ungeziefers und der Raupe mit sich trägt. So ist die Heilsamkeit der Erde vom Grabe des hl. Ulrichs in Augsburg sowohl gegen Raupen wie gegen Ratten gerichtet. In der Zeit, wo die gesicherten schriftlichen Berichte beginnen, findet sich die Katze schon in derselben recht selbständigen Rolle als Haustier wie noch heute. Sie gehört mit Hund und Hahn zum (Bauern-)Haus.

Mythologische Bedeutung

Während der Katze in der älteren Mythologie nur in Ägypten eine ausgesprochene Stellung zukam, drang sie in die Nordische Mythologie erst sekundär. Dort besitzt z.B. die Göttin Freya einen Wagen mit Katzengespann; doch vermuten einige Forscher, dass vor dem (ja recht späten) Eindringen der domestizierten Katze in die Sagenwelt Nordeuropas ursprünglich Wildkatzen oder auch Luchse den Wagen zogen. Umso auffallender ist es, daß der Volksglauben am Niederrhein an den Katzen in der Zeit vor den Fasten die Spuren des nächtlichen Wagenziehens zu bemerken glaubt [2]. Nach der Snorra-Edda (I, V 180 ff.) wurde u.a. aus dem "Lärm der Katze" die Zauberfessel Gleipnir von den Zwergen gefertigt, um damit den Fenriswolf zu binden (Lieder-Edda, 335).

Bräuche und Sitten

Im orakelnden Angang bedeutete eine Katze den unglücklichen Ausgang einer Unternehmung. Ob die weitverbreitete Sitte, im Johannisfeuer eine Katze mit zu verbrennen oder sie vom Turm zu werfen, im Zusammenhang mit älteren germanischen Anschauungen steht, läßt sich allerdings nicht sagen. [3]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Carlos A. Discoll u. a.: The near eastern origin of cat domestication. Science Band 317 vom 27. Juli 2007, S. 519–523.
  2. Die deutschen Volksfeste, Volksbräuche und deutscher Volksglaube in Sagen, Märlein und Volksliedern. Montanus. Georg Olms Verlag, 2006 (1. Auflage) ISBN 9783487121567. (Nachdr. d. Ausg. Iserlohn u. Elberfeld 1854 u. 1858). S. 24.
  3. Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands. Adalbert Kuhn. 1–2. Band 1, Leipzig 1859. Erstdruck: Leipzig (Brockhaus) 1859.

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