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Die kleinen Kiewer Toneier (pisanki, dän. Leraeg fra Kiev, engl. Kiev clay eggs) werden in Osteuropa, vor allem in der Gegend um Kiew seit dem 10. Jhd. hergestellt. Sie sind glasiert und mit einem Spiral- oder Bogenmuster verziert. Als Symbol der Auferstehung spielt das Ei in der christlichen Kirche des Ostens eine wichtige Rolle. [1]

Beschreibung

Kiewer Toneier sind hühnereigroße tönerne Hohlkörper, oft mit einer Klapper im Inneren. Außen waren sie ein- bis dreifarbig glasiert, wobei umlaufende, wellenförmige Spiralen erzeugt wurden. Die Technologie der Glasur stammte aus Byzanz, die Herstellung dieser Eier erfolgte aber in Kiev und dessen Umgebung vom späten 10. Jh. bis zum mittleren 12. Jh.

Erwogen wird auch eine mögliche Herstellung in Kruszwica, doch dürfte dies allenfalls kurzfristig der Fall gewesen sein. Zu den westlichen Slawen gelangten die Pisanki als prestigeträchtige Gegenstände, doch ob damit auch der Symbolgehalt übernommen wurde, ist schwer zu beurteilen.

Denkbar ist – auch aufgrund der häufigen Kombination mit echten Eiern im Grab – ein weiter Horizont von Fruchtbarkeitsvorstellungen, so dass nicht unbedingt der christliche Glaube an die Wiederauferstehung (Ostern) damit verbunden gewesen sein muss – sofern diesen Toneiern überhaupt eine tiefere Bedeutung beigemessen wurde. [2]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikinger Museum Haithabu. Am Haddebyer Noor 5. 24866 Busdorf. Ausstellung.
  2. Archäologie der westlichen Slawen, Ausgabe 2, illustriert. Sebastian Brather. Walter de Gruyter, 2008. ISBN 3110209950, 9783110209952. S. 349.

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