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Die Kleidung der Steinzeit bestand in den ersten Epochen größtenteils aus Fellen oder Tierhäuten, spätestens ab der Jungsteinzeit (5500 bis 2200 v. Chr.) bestätigen Bodenfunde aus der Schweiz die Verwendung von gewebten Textilien aus Flachs oder aus Wolle in Mitteleuropa. Außerdem wurde auch Rindenbast (von Linde, Ulme und Eiche) gewebt.

Beschreibung

Aus der Epoche der Mittelsteinzeit (9600 bis 5500 v. Chr.) kann man aus dänischen Funden ersehen, dass man es bereits damals verstand, aus Pflanzenstoffen zumindest Fäden und Schnüre herzustellen, um daraus z.B. Fischernetze zu machen; inwieweit diese auch zur Anfertigung von Kleidern verwendet wurden, ist allerdings noch umstritten. Die ältesten Webgewichte in Mitteleuropa stammen aus dem Spätneolithikum (um 3000 v. Chr.), daher wird für Kulturen der älteren Jungsteinzeit die Verwendung kleiner, mobiler Webrahmen angenommen.

Die 2007 und 2008 in der Dzudzuana-Höhle in Georgien gefundenen Flachsfasern gelten mit ihren 36.000 bis 31.000 Jahren als die ältesten Belege für das Anfertigen von Kleidung. [1][2] Die älteste Flachsverarbeitung Mitteleuropas ist in der tschechischen Höhle Dolni Vestonice nachweisbar und ca. 28.000 Jahre alt. [3]

Den Hauptanteil der Kleidung während der Steinzeit machten jedoch Felle oder Tierhäute aus, die gereinigt oder zubereitet durch Schaben mit bestimmten Flintgerätschaften wurden. Als Nähfäden benutzte man Tiersehnen, und das Nähen ging mittels feiner Knochenpfriemen vor sich, die sich nicht selten in den "Riesenstuben" finden, indem man mit dem Pfriemen zuerst ein Loch in das Fell stach und darauf den Faden mit den Fingern, vielleicht auch mit den Zähnen, hindurchzog.

Um die Kleider zusammenzuheften, benutzte man Knochennadeln, und als Schmuck verwendete man durchbohrte Tierzähne von Bären, Wildschweinen, Wölfen, Hunden, abgesägte Enden des Hirschgeweihs und geglättete Tierknöchel, die man auf eine Schnur ziehen konnte, sowie andere Knochenschmuckstücke von sehr verschiedener Form, von denen einige zugleich auch als Amulette dienten. Es gab fein gearbeitete Schmuckstücke aus Bernstein, teils in Form von runden Perlen, teils flache, halbrunde Schmuckstücke, einige geformt wie ein gewölbter Knopf mit einer Öse an der Rückseite, sowie in verschiedenen andern Variationen.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Eliso Kvavadze u. a.: 30,000-Year-Old Wild Flax Fibers. In: Science. Band 325, 2009, S. 1359, doi:10.1126/science.1175404
  2. Archaeologists discover oldest-known fiber materials used by early humans., eurekalert org vom 10. September 2009.
  3. Frühmenschen: Nähen mit Flachs schon vor 34.000 Jahren, scinexx.de abgerufen am 11. Dezember 2012.

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