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Bei der Kleidung des Spätmittelalters bilden die flandrische und burgundische Tracht besondere Kostümtypen, die das Modekostüm des 14. und 15. Jh. waren. Das 15. Jh. ist das Zeitalter der Ausschreitungen und Übertreibungen der Mode, wofür z.B. die Zattel- und Schellentracht ein bezeichnendes Beispiel bieten.

Beschreibung

Adel

Charakteristisch für die Kleidung des Adels im 14. Jh. ist eine eng anliegende Tracht, bei dem Herrn Wams und Strumpfhosen, bei der Dame die Cotte bardie, wie man es auf der Darstellung eines Ritter und einer Königin in einer Miniatur in der Pariser Nationalbibliothek sieht. Johanna von Flandern, Gattin des Johann von Montfort, Herzogs von Bretagne (1341), erscheint in einer anderen Miniatur aus derselben Bibliothek mit einem Hennin als Kopfbedeckung, einer zuckerhutförmigen Haube mit gesteiftem Untergestell, von der ein Schleier herabfällt.

In einer Darstellung eines edlen Florentiners des 15. Jhs. erscheint dieser mit einer roten, wulstartigen Kappe (Schaprun), von der die Sendelbinde herabhängt, zudem trägt er mehrfarbige Strumpfhosen (Mi-parti). Das Bildnis einer edlen Florentinerin derselben Zeit auf einem Freskogemälde des Domenico Ghirlandajo in Santa Maria Novella (Florenz) zeigt sie mit einer weißen, goldumsäumten Haube, deren Spitzen wulstartig zusammengedreht auf die Schultern herabfallen. [1]

Ein burgundisches Edelfräulein auf einem Hautelisse-Teppich in München aus dem 15. Jhs. trägt ein langes wallendes Kleid mit einem 10 cm breiten Goldbesatz. Während Karl von Montagne, ein französischer Edelmann, der 1415 bei der Schlacht von Azincourt fiel, in einer Miniatur des 15. Jhs. mit Schulterwülsten (Mahoîtres) und ausgezackten, lang herabfallenden Ärmeln (sog. Zatteltracht) dargestellt ist.

Bürgertum

Das vornehme Bürgertum trug im 15. Jh. den Schaube als vorn offenen, ungegürteten Überrock, der z.B. aus Damast bestand oder mit einer breiten goldener Borte besetzt war. Als Haartracht war ein Kolbenschnitt üblich, wie sie z.B. an den Wandgemälden im Huldigungssaal des Rathauses zu Goslar (um 1480) zu ersehen ist. Als Kopfbedeckung erscheint häufig ein Barett.

Die vornehmen Frauen aus dem Bürgertum trugen z.B. eine hohe, spitze Haube mit Spitzenbesatz und turbanartigem Wulst oder in Deutschland auch die Barbette, eine Haube mit Kinnband. Ihre Kleider besaßen z.B. weite Ärmel, die innen andersfarbig gefüttert waren, oder lange Oberärmel, z.B. mit weißem Pelz gefüttert.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Aus A.v. Heyden, Blätter für Kostümkunde, Bd. I. Berlin 1876, F. Lipperheide.