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Die "Kräftig profilierte Fibel" (Almgren Gruppe IV) war während der Römerzeit eine weitverbreitete ostgermanische Fibelform, die in Oberitalien und den Ostalpen beheimatet und hier wie auch in den Donauprovinzen stark verbreitet war. Diese Form der Armbrustfibel besitzt einen kräftig geschwungenen Körper mit mäßig entwickeltem Bügelknoten; der Bügel endet in einem facettierten Knopf, der Nadelhalter ist geschlossen.

Beschreibung

Die Bezeichnung „kräftig profilierte Fibel" geht zurück auf einen Vorschlag von O. Almgren [1] und wird von ihm auch "Gruppe IV" genannt. Die Form ist gekennzeichnet durch einen verhältnismäßig kurzen stark verbreiterten gekrümmten Kopf. Unter dem Kopf sitzt eine Stützplatte, die die Spiralrolle hält, die meistens acht Windungen mit einer quer darüberlaufenden Sehne hat.

Bei späteren Formen kann die Stützplatte die Spiralrolle vollkommen zudecken. Die älteren Formen der kräftig profilierten Fibel haben einen langen Fuß mit ornamental durchbrochenem Nadelhalter, ab dem letzten Drittel des 1. Jahrhunderts n. Chr. wird der Fuß meist geschlossen gearbeitet. Der Typus der kräftig profilierten Fibel ist sehr langlebig, es sind in Österreich auch im 4. Jahrhundert noch Stücke dieser Art in Gebrauch [2]. [3]

Typ Almgren 68

Kräftig Profilierte Fibel Almgren 68

Kräftig Profilierte Fibel (Typ Almgren 68: einteilige, profilierte Fibel mit Sehnenhaken)

Viele ältere germanische Fibelformen sind ohne Vorbilder aus der keltischen - und später aus der romanisierten Welt- nicht vorstellbar. Die Ähnlichkeit und Verbreitung mancher Formen über alle Grenzen hinweg verdeutlichen, wie eng der Kulturaustausch zumindest zu Beginn der römischen Kaiserzeit war. Ein Beispiel dafür ist der Fibeltyp Almgren 68 (einteilige, profilierte Fibel mit Sehnenhaken), der ebenfalls seine Vorläufer in spätkeltischen und frührömischen Fibelformen hat.

Dieser Typus der Kräftig Profilierten Fibel datiert ziemlich genau in die 40er-70er Jahre n. Chr., d.h. bis zum Ende des Julisch-Claudischen Kaiserhauses. A68 ist sowohl in den römischen Militärlagern zur Sicherung des Alpenvorlandes, in den Limeslagern (z.B. Hofheim) zu finden, wie auch in den österreichischen Alpenländern, in Böhmen und in Ostdeutschland (Schlesien, Posen, Westpreussen). Einzelstücke streuen bis ins nördliche Dänemark und nach Gotland. Über alle Grenzen hinweg war dieser Typus also sowohl in den römischen Provinzen als auch im freien Germanien häufig anzutreffen. [4]

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Quellen

  1. Oscar Almgren: Studien über nordeuropäische Fibelformen der ersten nachchristlichen Jahrhunderte, Stockholm 19232
  2. Rudolf Noll: Das römerzeitliche Gräberfeld von Salurn (= Archäologische Forschungen in Tirol, Bd. II), Innsbruck 1963, S. 54)
  3. Oberösterreichische Landesmuseen: Römische Kleinkunst im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
  4. Replik Shop: Fibel Almgren 68, Bronze

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