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Krapp

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Der Färberkrapp (Rubia tinctorum), auch Echte Färberröte und Krapp genannt, ist eine traditionelle Färbepflanze zum Färben von Stoffen. Die Bezeichnung „Rubia“ verliehen die Römer dem Krapp, weil seine Wurzel roten Farbstoff enthält. Diese Pflanze hatte jedoch auch eine heilende Wirkung und wurde bei Erkrankungen der Harnwege, vor allem bei Nieren- und Blasensteinen eingesetzt.

Beschreibung

Krapp gehört wie das Labkraut und der Färbermeister zur Familie der Rötegewächse. Diese sind an ihren roten Erdsprossen, die einen roten Farbstoff enthalten, zu erkennen.

Bedeutung als Färberpflanze

Krapp ist neben Indigo einer der ältesten Pflanzenfarbstoffe. Die Erdsprossen des Krapp enthalten das Alizarinrot, das zum Färben in Orange-Rot-Tönen verwendet wurde. Bereits im Grab des ägyptischen Herrschers Tutenchamun um 1337 vor Chr. ließen sich Spuren des roten Farbstoffes Alizarin auf einem Gürtel nachweisen. Schriftliche Aufzeichnungen über die Verwendung von Krapp finden sich auch bei den Griechen und den Römern. Die Verwendung von Krapp In Mitteleuropa ist seit dem 5. Jahrhundert belegt. Im 15. Jahrhundert lag das Zentrum des Krappanbaus in den Niederlanden. In ganz Europa entwickelte sich ein Handel mit den rot gefärbten Textilien und Ledern.

Im Mittelalter war das Färben mit Krapp jedoch durchaus anspruchsvoll. Die Qualität der verwendeten Wurzeln schwankte stark und das Färbeergebnis wurde auch von der Außentemperatur beeinflusst. Verhältnismäßig häufig war das Farbergebnis ein Orange oder Ziegelrot, das Färber preisgünstiger mit anderen Pflanzen erzielen konnten. Gegen Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit waren es vor allem Färber des Osmanischen Reiches und Indien, die konsistent den gewünschten Farbton erzielten. Dazu trug auch bei, dass das beste Farbergebnis mit Färberkrapp erzeugt wurde, wenn auf Baumwolle gefärbt wurde. Dieses Material war zu diesem Zeitpunkt jedoch in Europa verhältnismäßig unbekannt.

Türkischrot

Größte Berühmtheit erlangte jedoch ein Färbeverfahren der Türken: Durch einen komplizierten Färbevorgang erreichten sie ein feuriges Rot von außergewöhnlicher Farbechtheit, das sogenannte „Türkischrot“. Dieser drei- bis viermonatige Verarbeitungsprozess umfasste mehr als ein dutzend Schritte.

Praktische Anwendung

Die 20 bis 30cm langen Krappwurzeln / Erdsprossen werden ab dem dritten Jahr im Frühling und im Herbst gesammelt, getrocknet und schließlich geschnitzelt oder gemahlen. Die rote Farbe entwickelt sich erst durch das Trocknen. Der Farbstoff ist ein Beizenfarbstoff für Wolle, Baumwolle und Seide. Zum Färben weicht man die Krappwurzel einen Tag vorher im Wasser ein. Beim Färbevorgang kommt der Stoff zusammen mit der Krappwurzel und dem Einweichwasser in das Färbebad. Das Bad wird etwa eine Stunde bei einer Temperatur von 70-80°C konstant gehalten. Geht man mit der Temperatur darüber, wird die Farbe nicht rot, sondern etwas bräunlicher. Damit die Färbung gleichmäßig gelingt, sollte das Bad ständig umgerührt werden. Bei der Verwendung von Alaun beim Beizen entstehen leuchtend rote Farbtöne auf der Stofffaser, Eisensalze führen zu bräunlichen Nuancen.

Bedeutung als Heilpflanze

Als Heilpflanze kam der Krapp bei Erkrankungen der Harnwege, vor allem bei Nieren- und Blasensteinen, aber auch bei Gicht und Blutarmut zum Einsatz. Dafür wurde traditionell die Wurzel des Krapps eingesetzt.

Quellen

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