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Die Langobarden, auch Winniler, waren ein Teilstamm der Sueben, eng mit den Semnonen verwandt, und damit ein germanischer Stamm, der ursprünglich an der unteren Elbe siedelte.

Beschreibung

Persönlichkeiten

Geschichtsschreibung

Langobarden Völkerwanderung Karte by Macconi, 2006.jpg

Wanderungsbewegung der Langobarden

Die langobardischen Eroberer, die 568 in Italien einfielen und mit der Gründung ihres Langobardenreiches das Ende der Völkerwanderungszeit / der Spätantike und den Beginn des Frühmittelalters kennzeichneten, waren in ihrer Geschichtsschreibung aus anderem Holz als die ostgotischen Historiker geschnitzt. Sie wahrten ihre Historie und Sage in althergebrachter mündlicher Überlieferung. Eben dies und der Gegensatz zur römischen Geistlichkeit bedingte lange nur sehr spärliche Geschichtsaufzeichnungen.

Ein Geschichtswerk ("Historiola") des Abtes Secundus von Trient († 612) ging verloren und ist nur aus Auszügen in der "Historia Langobardorum" von Paulus Diaconus teilweise zu erschließen. Eine Bearbeitung und Fortsetzung der Chronik des Prosper Tiro von Aquitanien, die um 625-641 im Langobardenreich entstand ("Continuator Prosperi Havniensis" [1]), ist stofflich wertvoll.

Eizigartig in der Überlieferung einer Volkssage ist der um 670 niedergeschriebene kurze Bericht über die Herkunft der Langobarden (Origo gentis Langobardorum [2]), der als Quelle für die Historia gentis Langobardorum von Paulus Diaconus (ca. 725-799) diente. Dieser eigentliche Geschichtschreiber der Langobarden tauchte allerdings erst kurz nach dem Untergang ihrer Selbständigkeit auf, so daß sein Werk bereits zur karolingischen Epoche gehört.

Die Namenslegende

Woher der Name der Langobarden stammt, ist unklar. Der langobardische Chronist Paulus Diaconus berichtet im 8. Jahrhundert von einer alten Sage. Demnach hießen die Langobarden einstmals Winniler. Diese wurden von den Vandalen bedroht, und beide Völker rüsteten zum Kampfe.

Die Vandalen beteten zu Wodan, und er sagte ihnen, dass jene den Sieg erhielten, die er frühmorgens als erste erspähe. Gambara, die Mutter der winnilischen Herzöge Ebor und Agio, riet aber, zur Göttin Frigg, der Frau Wodans, zu beten. Frigg gab die Anweisung, dass die Frauen der Winniler frühmorgens sich im Osten aufstellen und ihre langen Haare wie Bärte vor das Gesicht binden sollten.

Frühmorgens stand Frigg zeitig auf und wendete das Bett Wodans nach Osten, und als er erwachte, sah er die Winnilerinnen und fragte erstaunt: „Wer sind diese Langbärte?“ Da entgegnete Frigg: „Du hast ihnen den Namen gegeben, nun gib ihnen den Sieg!“

So siegten die Winniler über die Vandalen, und seither nennen sie sich Langobarden. [3]

Kleidung

Eine Quelle zur Kleidung der Langobarden bieten z.B. Buchmalereien in den Abschriften der Leges Langobardorum. Obschon der Codex bis ins 11. Jh. ergänzt wurde, so wurde doch das originale Bildwerk aus dem 9. Jh. von den Kopisten der späteren Periode beibehalten. Diese Darstellungen zeigen durchaus eine Beibehaltung der römischen Tracht bis auf die Bekleidung der Beine, welche an die aus dem Norden kommende Einwanderung der Langobarden nach Italien erinnert.

Man erkennt den römischen Mantel, der auf der rechten Schulter mit einer Fibel geheftet ist, darunter eine Tunika mit eng anschließenden Ärmeln. Als Rüstung erscheint die gesteppte Lorica, die von den Germanen schon in der ältesten Zeit 'Panzer' genannt wurde; statt der schmalen mit Metallschuppen besetzten Riemen, die von der römischen Lorica zum Schutz der Schenkel herabhingen, wurden hier breite Bänder angebracht, die wohl mit Metallspangen besetzt waren.

Die Beinbekleidung ist mit Nestelverschlingungen verziert, welche sich in griechischen Trachten sogar noch bis in die Neuzeit erhielt. Die Schwertträger (spadarius) tragen den kleinen runden Schild nach Römerart. [4]

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Monumenta Germaniae historica (MHG). Auctores antiquissimi (Auct. ant.) IX, S. 266 ff.
  2. Monumenta Germaniae historica (MHG). Scriptores rerum Langobardicarum et Italicarum (SS rer. Lang.), 2 ff. Übersetzung: Geschichtschreiber der deutschen Vorzeit 215, 1888
  3. Wikipedia: Langobarden
  4. Trachten, Kunstwerke und Geräthschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts (Internet Archive). Band 1-10 : nach gleichzeitigen Originalen. Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck. Frankfurt am Main : H. Keller, 1879. S. 11. Taf. 016

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