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Leibeigene

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Leibeigene gehörten in der mittelalterlichen Ständeordnung zu den Unfreien. Für sie gab es viele Bezeichnungen: eigen, eigenbehörig, halseigen u.a.. Das Wort 'leibeigen' ist zuerst im Jahr 1388 bezeugt, jedoch gab es vorher schon ein entsprechendes lateinisches Wort (proprius de corpore). Seit dem 15. und 16. Jh. verdrängt es die ältere Bezeichnung 'eigen'. Die Leibeigenschaft als rein persönlich bedingte Abhängigkeit, ist bereits für das Frühmittelalter (9. Jh.) nachweisbar.

Beschreibung

Im Laufe des Mittelalters bildete sich bei den Unfreien eine Unterscheidung zwischen dinglich unfreien (Hörige) und persönlich unfreien Personen (Leibeigene) aus. Unter diesen Leibeigenen darf man sich jedoch nicht etwa Leute von besonders ungünstiger Rechtsstellung denken; in der Bezeichnung liegt nur der Gegensatz zur dinglichen Abhängigkeit. Die Leibeigenen standen manchmal sogar besser als die Hörigen.

Die Leibeigenschaft hatte überwiegend nur vermögensrechtliche Lasten zur Folge. Daher konnte ein Leibeigener zugleich Höriger eines anderen Herren werden. Deshalb darf man die Leibeigenen nicht nur als die unfreien Hausdiener und Feldarbeiter ansehen. Sie befanden sich vielmehr in den vielfältigsten Lebensstellungen; der Herr ließ ihnen Freiheit, wenn er nur die begrenzten Leistungen von ihnen erhielt.

Die Leibeigenen sind allerdings nicht die einzige Art der persönlich abhängigen Leute. Auch die Wachszinsigen gehören dazu. Auf sie wird jedoch der Ausdruck 'leibeigen' nicht angewandt.

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Quellen

  • Wilhelm Meyer. Guts- und Leibeigentum in Lippe seit Ausgang des Mittelalters. Diss. Halle 1896 (Jahrbücher für Nat.ök. Band. 67).
  • Thomas Knapp. Gesammelte Beiträge z. Rechts- und Wirtschaftsgeschichte vornehmlich des deutschen Bauernstandes. Tübingen, 1902.
  • Der deutsche Staat des Mittelalters (Google Books): Ein Grundriss der deutschen Verfassungsgeschichte, Band 1. Georg von Below. Quelle & Meyer, 1925. (S. 122 Anm. 1)
  • Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 4 Bände (1. Aufl.). Johannes Hoops. K. J. Trübner, Straßburg 1911-1919. Bd. III, S. 145.

Bildbeschreibung

  • Bibliotheca Palatina: Cod. Pal. germ. 164, fol. 016v - Heidelberger Sachsenspiegel (Eike <von Repgow>, Ostmitteldeutschland, Anfang 14. Jh.): Landrecht 3. Buch (III) (Quelle: HeidICON - Die Heidelberger Bilddatenbank.)
    • (3) Ldr. III 32 § 3,5: Erstreiten eines Leibeigenen von Geburt mit Schwur auf Reliquie und zwei Zeugen.
    • (4) Ldr. III 32 § 7: Erbe verhindert den Übergang seines Vaters in die Leibeigenschaft vor Gericht.

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