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Modenschau beim Wikingerfest 2007 im AFM Oerlinghausen.

Als Living History, englisch für "gelebte bzw. lebendige Geschichte", bezeichnet man die Darstellung der Lebensweise im Mittelalter durch Personen, deren Kleidung, Ausrüstung und Gebrauchsgegenstände in Material und Stil möglichst realistisch der dargestellten Epoche entsprechen. Die Darstellung kann im privaten Rahmen oder bei öffentlichen Veranstaltungen stattfinden.

Begriffliche Unterscheidungen

Der Begriff Living History ist offiziell nicht exakt definiert. In Nordamerika wird unter living history und Reenactment kein Unterschied gemacht [1].

In Deutschland wird "Living History" als Überbegriff auch für die Experimentelle Archäologie und das Reenactment verwendet. Häufig werden auch die Mittelalterszene und das Liverollenspiel LARP in diesem Zusammenhang genannt. Es lassen sich jedoch einige grobe Abgrenzungen herleiten

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Bayeux Medieval Festival (2006)

  • Living History im engeren Sinne wäre z.B. die Darstellung eines fiktiven Tagesablaufes im Mittelalter, die Erbauung eines germanischen Hauses, die Vorführung alter Kategorie:Handwerkstechniken, das Nachkochen überlieferter Rezepte. Häufig ist die Vermittlung der dargestellten Inhalte an Zuschauer ein Ziel der Darstellung [2].

Die letztgenannte Aktion fällt aufgrund des experimentellen Charakters auch unter ...

  • Experimentelle Archäologie. Hier versuchen Fachleute oder Laien, Techniken oder Abläufe, deren genaue Funktion nicht oder nur noch bruchstückhaft überliefert sind, praktisch nachzuvollziehen. Das kann z.B. der Bau eines seetüchigen Wikingerschiffes oder die Kultivierung alter Getreidesorten auf historische Weise sein.

Während die ersten beiden Beschäftigungen mit Geschichte und Archäologie sich allgemein auf vergangene Lebenswirklichkeiten beziehen, nimmt das ...

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Reenactment in Zuid (Holland, 2007)

  • Reenactment auf ein tatsächliches Ereignis in der Vergangenheit Bezug, indem z.B. eine konkrete Schlacht nachgespielt wird. Dabei tritt die Vermittlung an Dritte in den Hintergrund.

Wenn bei den Darstellern der Spaß an historischen Verkleidungen oder Fantasie-Rollenspielen im Vordergrund steht, spricht man eher von der ...

  • Mittelalterszene, eine Szene bei der die Grenzen sehr verwaschen sind. Grundsätzlich wird sie dem Histotainment zugeordnet, doch ist sie nicht darauf begrenzt. Es geht von der Belebung eines Ortes durch reine Anwesenheit oder der Darstellung eines Söldnerlagers sowie der weitverbreitete Schwertkampf (Living History) bis zur Nachstellung von Schlachten (Reenactment). Die Authentizität der Mitwirkenden bzw. der Darstellungen historischer Gegebenheiten und Schlachten können von sehr guter bis eher kreativer Qualität vorliegen.
  • LARP/Liverollenspiel, bei dem weniger bis gar kein Wert auf Authentizität gelegt wird. Hier findet die unwissenschaftliche Darstellung fiktiver Szenarien statt, dafür steht eher der Spaßfaktor für die Mitwirkenden im Vordergrund.

Darstellung

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Mittelalterlicher Markt (MPS) in Telgte (2011)

Die Entwicklung der fast unüberschaubaren Szene zwischen Mittelaltermarkt, Living History, Reenactment und Eventindustrie ist schwer zu fassen und wird selten dokumentiert. Auf Living History-Veranstaltungen wird dem Schaukampf oftmals ein gewichtiger Anteil eingeräumt, der von professionellen Darstellern mit manchmal bis zu mehreren tausend Teilnehmern vorgeführt wird.

Dieser Teil von Living History ist ein eigener Unterbereich der jeweiligen Darstellung aus international organisierten Gruppen mit festen Kampfregeln und dem Anspruch, tatsächliche historische Waffengänge möglichst originalgetreu wiederzugeben. Living History besitzt ein eigenes Vokabular und definiert sich immer wieder neu. Typisch sind auch die Konflikte in und zwischen verschiedenen Gruppen über den gewünschten oder angestrebten Grad der Authentizität.

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Quellen

Wikipedia
Dieses Dokument basiert in seiner ersten oder einer späteren Version auf dem History Artikel „Living History“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 07. Dez. 2011‎ und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


  1. Andrew Gallup: The State of Living History Interpretation in the Former North American Colonies of Great Britain. In: Journal of The Institute of Historical Interpretation. 1 (1999), S. 7-10.
  2. Andreas Sturm: Quo vadis Living History? Von der Suche nach dem richtigen Umgang mit Geschichte als Erlebniswelt.

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