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Loden

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Loden bezeichnete ursprünglich derbe, nicht gewalkte Wollstoffe aus Streichgarnen. Er war traditionell der widerstandsfähige Kleidungsstoff der bäuerlichen Bevölkerung Europas und hatte ein zottiges Aussehen.

Begriff

Der Begriff Loden kommt wahrscheinlich vom althochdeutschen Begriff „lodo“ für "grober Stoff", der seit dem 10. Jahrhundert belegt ist. Angelsächsisch loda, altnordisch lodhi. Er kann aber auch vom mittelhochdeutschen „Lodi“ (Mantel) oder vom gleichlautenden altnordischen „Lodi“ (zottiger Mantel) stammen.

Lodenzeug

Als Lodenzeug (loðūkr, loði) wurde auch ein ziemlich grober Wollenstoff, mit schwachem Zusatz von Haaren, eine Art Wollplüsch, bezeichnet. Er war auf der einen Seite rauh oder behaart, so daß er einem zottigen Pelz glich und möglicherweise auch durch Nachahmung dieses entstanden war. Dieser Wollstoff war wahrscheinlich auch einer der ältesten Kleiderstoffe im Norden Europas und wurde in Gräbern aus der Bronzezeit gefunden. Daß das Lodenzeug eine Nachahmung des Pelzes ist, wird auch dadurch bestätigt, daß er nur als zu 'Kappen' verwendet erwähnt wird und zu den Kleidungsstücken, die man Pelz (feldr) nannte.

Geschichte

Die ältesten, mit Rauten gemusterten Drell- und Köper-Wollstoffe finden sich in den Moordepots und bei Moorleichen um das 3.-4. nachchristl. Jahrhundert, z. B. in Thorsberg, Rendswühren, Friedeburg und Damendorf. Dort fand man auch flanellartig aufgerauhte Stoffe und solche, die deutliche Spuren ehemaliger abwechslungsreicher Färbung tragen. Der Hauptanteil am Handel mit Kleiderstoffen fällt in frühmittelalterlicher Zeit den Friesen und Angelsachsen zu, deren Erzeugnisse aus der Schafswolle den besten Ruf genossen.

Im 8. Jahrhundert wurden nach Bonifacius feinere Wollenstoffe, z. B. Tuche von Lunden (London) ausgeführt, und die friesischen waren so berühmt, daß Karl der Große sie zu Ehrengeschenken für den Kalifen Harun verwenden konnte.

Spätestens seit dem Hochmittelalter wurde Loden gewalkt, um anschließend als „Wolltuch“ (schwed. Vadmal bzw. Watmal) verarbeitet zu werden. Der Begriff „Loden“ bezeichnete zu dieser Zeit immer nur das unfertige Rohgewebe vor dem Walkprozess.

Quellen

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