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Im 9. Jh., während der Wikingerzüge setzen sich norwegische Wikinger auch an der Loire-Mündung des Fränkischen Reichs fest. Diese wurden später als die Loire-Normannen bekannt.

Hintergrund

Aufgrund der Wikingerüberfälle auf das Fränkische Reich und besonders die Mündung der Loire, wurde die Insel Noirmoutier im Jahre 834 von den Mönchen endgültig geräumt. Im Sommer desselben Jahres lief eine neue Wikingerflotte, 67 Wimpel stark, in die Loire ein. Nantes wurde am 24. Juni geplündert. Später ließen sich die Wikinger auf Noirmoutiers nieder.

Hier richteten sie sich häuslich ein, "als wollten sie für ewige Zeiten daselbst bleiben", und brachten sogar Häuser vom Festland mit. Diese Wikinger, die aus dem Kanal gekommen waren, werden als Westjaldingi bezeichnet; ihre Heimat war also Vestfold, am Christianiafjord (das heutige Jarlsberg u. Laurviks Amt), wo auch die Heimat von Turges lag.

Die Ansiedlung auf Noirmoutier, die auch über die gegenüberliegenden Gegenden an der Loire-Mündung und in der Bretagne Macht gewann, stand später mit Irland in naher Verbindung. Mehrere Führer der Loire-Normannen hatten in Dublin ihre Heimat, z.B. Bárðr (Baret), der 865 Orleans plünderte, Bárðr und Eiríkr, die 903 Tours plünderten, die Jarle Roald und Ottar, die 918 aus der Bretagne nach Sewern kamen, und Ragnwald (ca. 923-927).

Girondemündung

Mit den Loire-Normannen verbunden waren wahrscheinlich auch die Wikinger, die um die Mitte des 9. Jhds. während längerer Zeit ihre Sitze an der Girondemündung hatten und von dort aus das südwestliche Frankenreich beunruhigten. Als Führer wird hier Ásgeirr (Oscher) genannt, der auch an der Seine zu finden war. Die letzten Verheerungen von Seiten der Normannen in Aquitanien gehören den 860er Jahren an. Von 864 begann die normannische Hochflut im südlichen Gallien rasch abzuebben.

Bald im Kampfe mit den Britonen, bald mit diesen verbunden (Hinkmar von Reims, Annalen des Jahres 866 [1]), erweiterten die Loire-Normannen allmählich ihre Macht, plünderten die Städte Westgalliens (z.B. Tours in den Jahren 853, 857, 886 und 903), Nantes und Angers zu wiederholten Malen und unterwarfen 877 die Küste der Bretagne von der Loire bis Blavet (Cornouaille), die sie bis 931 in Besitz behielten.

Im Jahre 921 und nochmals 927 mußten die Franzosen die Herrschaft der Loire-Normannen über Cornouaille und den Gau bei Nantes überlassen. Die Loire-Normannen waren aber mit den Seine-Normannen eng verbunden und erkannten schon zu dieser Zeit die Grafen oder Herzöge zu Rouen an. Deshalb verschwanden sie seit den 930er Jahren aus der Geschichte, und die Herzöge von Rouen übernahmen ihre alte Forderung auf Herrschaft über die Bretagne.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Annales Bertiniani (MGS). Erzbischof Hinkmar von Reims. Annales et chronica aevi Carolini (Jahre 861 und 882). Hannover 1826, S. 419 ff.

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