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Malerei

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Malerei
Art: Kunst
Zugehörigkeit: Handwerk
Einordnung : Kategorie:Kunst

Für die Geschichte der Malerei nördlich der Alpen bilden ausgeschmückte Handschriften die bedeutenste Quelle aus der Zeit des ersten Jahrtausend. Von der Monumentalmalerei (z.B. Wandgemälde) sind dagegen nur geringe Reste erhalten. Der Schmuck der Handschriften besteht zum größten Teil in ornamentaler Ausstattung von besonderen Zierblättern, den Anfängen von größeren Textabschnitten oder Initialen.

Allgemeines Bearbeiten

Der verwendete Formenschatz ist außerordentlich komplexer Natur, offenbar schon in den Anfängen einer nordischen Entwicklung ein Synkretismus mannigfacher Elemente. Das Figurenbild, in vorkarolingischer Zeit nur auf den Inseln gebräuchlich, auf dem Kontinent eine seltene Ausnahme, wird vom 9. Jh. an eine häufigere Erscheinung, ist aber erst gegen Ende des 10. Jhs. in Prachthandschriften die Regel. Den Bedingungen und der Richtung mittelalterlicher Kultur entsprechend, ist die Malerei durchaus kirchlichen Charakters.

Abgesehen von einigen Illustrationszyklen, die Kopien antiker Handschriften sind (Klassikerhandschriften, Agrimensorenhandschriften, astronomische, juristische Handschriften), werden neben Handschriften der Kirchenväter, Kanonsammlungen, Heiligenviten vor allem die biblischen Bücher und liturgische Handschriften wie Sakramentare, Evangelistare und Lektionare durch besonderen Schmuck ausgezeichnet, der einer gesetzmäßigen Weiterbildung unterworfen ist. Wie die ornamentale Ausstattung durch den in der Schreibschule vorhandenen Vorrat an Formen und besondere Gewohnheiten bestimmt wird, so wiederholt die Schule auch das Figurenbild nach gewissen Schemata. Ihre Entstehung, Kreuzung und Auflösung ist Gegenstand der ikonographischen Untersuchung.

Der Zeitstil des Frühmittelalters umschließt den besonderen Stil der einzelnen Gruppen und deren individuelle Erkenntnis innerhalb dieser Gruppen. Nach diesen Gesichtspunkten werden die erhaltenen Einzeldenkmäler zu übergeordneten Stilgruppen zusammengefaßt. Doch erst der Nachweis von Zusammenhängen rechtfertigt eine zeitliche Ansetzung und die Aufstellung bestimmter Schulgruppen. Für das Verständnis des Wesens mittelalterlicher Malerei ist das innere Lebend der Schule sehr wichtig. Dazu zählt ihre Arbeitsweise, die Wege und Entwicklungsmöglichkeiten, das Verhältnis der Einzelschöpfung zur Tradition und zur Wirklichkeit und zu Vorbildern, die von außen in die Entwicklung hineingetragen wurden.

Vorkarolingische Malerei Bearbeiten

Die ältesten Denkmäler der Malerei aus dem Frühmittelalter reichen bis in die zweite Hälfte des 7. Jhs. zurück. Von da an gliederte sich die Entwicklung der vorkarolingischen Buchmalerei in dieselben Gruppen, nach denen die Paläographie herkömmlicherweise die frühmittelalterlichen Schriftdenkmäler ordnet: die merowingische, die westgotisch-spanische und die irisch-englische (insulare). Dem besonderen Charakter der Schrift in jeder dieser Gruppen entsprechen auch Besonderheiten in Auswahl, Verwendung und Darstellung der Schmuckmotive. Doch sind dabei die gemeinsamen Stilmerkmale nicht zu übersehen, vor allem der Drang zur ornamentalen Flächendekoration.

Sowohl in der Ausstattung als auch in der technischen Ausführung gibt es große Unterschiede zwischen dem Schmuckstil der vorkarolingischen und dem der antiken Handschriften. Die spätantiken Handschriften bevorzugten als malerische Ausschmückung das Figurenbild und erstrebten den malerischen Illusionismus, genauso wie die Monumentalmalerei dieser Zeit. Dem stilistischen Gegensatz entspricht auch der technische Unterschied. Ggegenüber der Deckfarbentechnik der Antike wird die Malerei in den vorkarolingischen Handschriften in leichter Colorierung mit dünnen, klaren Farben ausgeführt, wobei fast ausschließlich einfachsten Grundfarben zur Anwendung kommen.

Wesen und Quellen des neuen Stiles, der die Grundlage der ganzen weiteren Entwicklung bildet, liegen weitestgehend im Dunkel. Die Frage dabei ist im Grund, ob die neuen Stilelemente selbständige Umbildungen von spätantiken westlichen Formen sein können, für die Belege aus früherer Zeit, an denen der Übergang zu verfolgen wäre, verloren sind, oder ob sie vielmehr das Ergebnis von äußeren Einflüssen sind. Auf den Gebieten der monumentalen Steinornamentik und der kirchlichen Architektur liegen die Verhältnisse ähnlich.

Merowingische Malerei Bearbeiten

Lektionar von Luxeuil 144

Lektionar von Luxeuil (Um 670, Kloster Luxeuil)

Ein eigentümliches und charakteristisches Motiv der merowingischen Handschriften ist die Verwendung von Tieren, wie z.B. Vögeln und Fischen in verschiedenen Typen zum Bau von Initialen. Verwandte Erscheinungen treten in armenischen Handschriften des 11. Jhs. auf. Die häufig auftretenden Tiere und die beliebte ornamentale Musterung der Tierleiber, die ein charakteristischer Zug der merowingischen Dekoration sind, scheinen auf orientalische Vorbilder hinzuweisen.

Andrerseits könnten Vogeltypen auf kunstgewerblichen Gegenständen der Völkerwanderungszeit und spätrömische Emaillearbeiten als Vorstufen betrachtet werden. Wichtig ist, daß in den älteren Handschriften die Fische und Vögel nebeneinander dargestellt werden, während von der Mitte des 8. Jhs. an die Tiere miteinander verschlungen sind oder sich ineinander verbeißen, wobei insulare Vorbilder mitgewirkt haben können. Auf Grund der bevorzugten Schmuckmotive und besonders der Ausbildung verschiedener Tiertypen kann man vier Hauptgruppen festgestellen.[1]

Burgund Bearbeiten

Ein charakteristischer und gleichzeitig einer der ältesten Vertreter der burgundischen Gruppe, deren Zentrum wohl in Luxeuil zu suchen ist, ist das "Lektionar von Luxeuil" [2] aus dem Kloster Luxeuil [1].

Malerei RdGA B3 T09 Abb 01

Abb 01: Kreuz unter Arkade (Gregor. St. Petersburg)

Die zahlreichen Initialen der Handschrift sind häufig aus schlanken, mit Kettenmotiven, Flechtbändern oder Ranken gefüllten Leisten gebildet, denen die der Gruppe eigentümlichen, bei Kopf und Schwanz spitz zulaufenden Fische oder lange schmale Vögel angesetzt sind; oder sie erscheinen als Rosetten, aus radial gestellten Fischen zusammengesetzt, denen üppige Stauden entwachsen, die aus abstrakten Linienspielen oder Palmetten bestehen.

Daneben erscheinen Initialen, deren Stamm in einzelne Teile zerlegt und aus Fischen oder Vögeln der beschriebenen Art gebildet wird, zuweilen in Verbindung mit Bandornamentik. Die Gruppe umzieht die ganze Seite mit schmalen Zierleisten oder zerlegt durch sie die Fläche in einzelne Kompartimente, die mit Stauden, Rosetten oder Vögeln gefüllt werden (Abb. 01).

Dabei werden die einzelnen Motive in lauter kleine Farbflecke aufgelöst, deren Unruhe durch die Aneinanderreihung zu linienartig wirkenden Leisten in eigentümlichem Kontrast gedämpft wird. Die jüngeren Handschriften (z. B. Wolfenbüttel, 99 Weißenb.; Codex Ragyndrudis des Bonifatius in Fulda) haben weniger fein berechnete Wirkung in der Flächenteilung, der Zerlegung in Farbflecke; die zusammenhängende Zeichnung wird betont, womit die Ausbildung der Staude zusammenhängt. Aus der Palmette wird ein sehr eigentümliches Motiv, das man von der Kornähre abgeleitet denken würde. Die nächsten Analogien für die farbige Wirkung und die Blattformen findet man auf spätrömischen Emaillearbeiten und spätantiken kunstgewerblichen Gegenständen.

Nordosten Frankreichs Bearbeiten

Malerei RdGA B3 T09 Abb 02

Abb. 02: Kreuz unter Arkade. (Sakramentar. Vat. Reg. lat. 316.)

Eine zweite stilistische Gruppe scheint in das nordöstliche Frankreich zu gehören. Das nicht viel später als das "Lektionar von Luxeuil" entstandene "Sakramentar. Rom. Bibl. Vat. Reg. lat. 316" zeigt in den drei ganzseitigen Arkaden, unter denen je ein ornamentales Kreuz angeordnet ist, deutlich den Gegensatz gegenüber der burgundischen Gruppe (Abb. 2).

Hier werden breite, schöne Formen bevorzugt. Doch sind die Arkaden nicht architektonisch aufgefaßt, sondern ebenfalls in einen reinen Flächenstil übersetzt. An Stelle des Kontrastes zwischen farbigen Flecken und linearer Anordnung treten bestimmt gezeichnete Füllformen. Unterstützt durch die klare Färbung werden für sich abgegrenzte Einzelmotive aneinandergefügt, die vorwiegend geometrischer Natur sind. Die pflanzlichen Motive beschränken sich auf kleine, stark abstrakt behandelte Halbpalmetten.

An Tieren werden Vögel verwendet, die weit flächig-ornamentaler aufgefaßt sind als in den burgundischen Handschriften, und Fische, die mit ihren runden Köpfen und dem allmählichen Übergang zum Schwanz einen anderen Typus vertreten als die burgundichen. Ganz neu gegenüber jener Gruppe sind große kreisrunde Motive und großköpfige Vierfüßler, die oft paarweise einander gegenübergestellt werden. Eigentümlich ist die Bildung von Überschriften aus ganzen Reihen von Buchstaben, die lediglich aus Fischen bestehen, oder aus Kombinationen von Vögeln und Vierfüßlern. In den jüngeren Handschriften (z. B. Oxford, Douce Ms. 176) macht sich eine starke plastische Tendenz bemerkbar.

Corbie Bearbeiten

Malerei RdGA B3 T09 Abb 03

Abb. 03: Doppelarkade. (Basilius. St. Petersburg. Kaiserliche Bibliothek, lat. F. v. I. N. 2.)

Ebenfalls in den Beginn des 8. Jhs. zurück läßt sich eine Gruppe von Handschriften verfolgen, die sich auch durch auffallende paläographische Kennzeichen von den übrigen unterscheidet. Die Mehrzahl von ihnen ist in der besonderen merowingischen Buchschrift geschrieben, die früher als lombardische Schrift, später allerdings "ältere Corbier Schrift" bezeichnet wurde. Sie war im Kloster Corbie [2] (Frankreich) und seiner unmittelbaren Umgebung gebräuchlich.

Die Verwandtschaft einer Anzahl von ornamentalen und pflanzlichen Motiven mit der burgundischen Gruppe weist darauf hin, daß sie von dorther ihren Ausgang nahm. Auch für die ornamentalen Arkaden beider Schulen gibt es Zwischenstufen (z.B. Basilius. St. Petersburg. Kaiserliche Bibliothek, lat. F. v. I. N. 2.) (Abb. 3).

Neben Vögeln und Fischen verwendet sie besonders doppelt konturierte Palmetten zur Füllung der Initialstämme. Auch hier ist das Wesentliche die Zeichnung, die mit klaren, bestimmten Farben koloriert wird. Mit der Zeit verschwinden in ihr die Tiere, an ihre Stelle treten im Innern der Initialen Flechtbänder; die größeren Buchstaben der Überschriften werden zu einfachen farbigen Kapitalen mit geschweiften Konturen.

Fleury Bearbeiten

Eine weitere Stilgruppe bilden schließlich einige Handschriften des 7. Jhds. aus der Benediktinerabtei in Fleury [3] (Saint-Benoît-de-Fleury). Dieser Schule käme außerordentliche Bedeutung zu, wenn wirklich das "Evangeliar Autun Nr. 3", das im Jahre 754 in einem unbekannten Ort Vosevio geschrieben wurde, in ihren Kreis gehört. Es ist der bedeutendste Rest von figürlichem Handschriftenschmuck des merowingischen Kunstkreises; die blattgroßen Darstellungen eines thronenden Christus zwischen Cherubim und den Evangelistensymbolen und der unter Arkaden stehenden Evangelisten mit ihren Symbolen sind zunächst gezeichnet, dann mit dünner Farbe bemalt und lassen auf höchst bedeutende Vorbilder schließen.

Westgotische Malerei Bearbeiten

Malerei RdGA B3 T09 Abb 04

Abb. 04: Beatus-Apokalypse. (Madrid, Biblioteca Nacional, Ms Vit.14.2, f°141v)

Von der Westgotischen Malerei ist bisher so gut wie nichts bekannt. Die Ausstattung der erhaltenen älteren Handschriften in westgotischer Schrift ist außerordentlich gering. Einige Forscher wiesen den Pariser "Ashburnham-Pentateuch" [4] (Paris, Bibliothèque nationale de France, MS nouv. acq. lat. 2334) der spanischen Kunst zu, andere sahen seine stilistische Heimat in Norditalien oder Südfrankreich. In der Datierung schwankt man zwischen dem 7. und 8. Jh. Vom 9. Jh. an drangen einzelne Motive aus dem südlichen Frankreich in Spanien ein; möglicherweise baute die weitere Entwicklung im Wesentlichen auf diesen importierten Elementen auf. [3]

Gegen Ende des 10. Jhs. begann eine lebhafte Produktion; die Handschriften wurden oft überreich mit Ornamentik ausgestattet, in der auch maurische Einflüsse bemerkbar wurden. Dabei war es charakteristisch, daß in dieser Kunst Stilprinzipien und Technik der Vorkarolingischen Malerei weiterleben; die nordfranzösisch-karolingische Bewegung blieb so gut wie unwirksam. Besonders auffallend äußerte sich das im Figurenbild. Für die Kenntnis von dessen Anfängen ist die nähere Bestimmung der Entstehung des Illustrationszyklus zum Beatuskommentar der Apokalypse [4] von großem Interesse, der in einer Reihe von späten Exemplaren erhalten ist (Abb. 4).

Wenn er in der überlieferten Form bis ins 8. Jh. zurückreicht, ist durch den Untergang der spanischen Monumente sehr wichtiges Material für die frühmittelalterliche Malerei für immer verloren gegangen.

Insulare Malerei Bearbeiten

Die im 5. Jh. zum Christentum bekehrten keltischen Bewohner Irlands bildeten einen ganz eigentümlichen Stil des Handschriftenschmuckes, den sie im 7. Jh. bei der Gründung ihrer Niederlassungen in Schottland zur Nachbarinsel hinübertrugen. Er wurde von den Angelsachsen übernommen und traf bei ihnen mit einer Kunst zusammen, die mit der von Italien aus erfolgten Bekehrung des südlichen Englands eingedrang und in weit engerem Zusammenhang mit antiken Traditionen steht als die übrige gleichzeitige Kunst. Alle Einzelheiten dieses Verlaufes sind bisher ungeklärt, wie z.B. die Unterscheidung zwischen Handschriften mit irischen Ursprung und jenen mit angelsächsischen Ursprung. Die alten legendarischen Datierungen, die jede Handschrift mit berühmten Namen aus der Bekehrungszeit der Inseln in Verbindung brachte, sind unhaltbar und auch die neuzeitlichen Zeitansätze differieren gerade bei den Haupthandschriften um Jahrhunderte. Infolgedessen fehlt eine Einheitlichkeit in der Auffassung des Entwicklungsverlaufs.

Irland Bearbeiten

Die Frage, aus welcher Quelle die irische Malerei ihre Motive schöpft, ist ebensowenig entschieden wie bei der Merowingischen Buchmalerei. Einige Forscher sehen einen direkten Zusammenhang zwischen Irland und dem christlich-orientalischen Kunstkreis; Carl Bernhard Salin (1861-1931)stellte dagegen vier Hauptgruppen von Ornamenten mit verschiedener Herkunft auf:

  • 1.) Das sog. "Scroll-Ornament", das sich aus Elementen der Latènekultur zu einer spezifisch keltischen Zierform entwickelte und im Grunde von der griechischen Akanthusranke stammt.
  • 2.) Geometrische Ornamente, die mit den silbertauschierten germanischen Eisensachen des Kontinents verwandt sind.
  • 3.) Tierornamente, die auf germanische Tierbilder zurückgehen.
  • 4.) Bandornamente, die ebenfalls durch die germanische Bandornamentik vermittelt wurden.
Book of Kells 114r RdGA B3 T10 Abb 05

Abb. 05: Gefangennahme Christi (Book of Kells, Folio 114r)

Aus diesen Elementen entwickelt sich unter der Einwirkung fremder (z.B. byzantinischer) Vorbilder ein System der Handschriften-Dekoration, das bereits in den ältesten irischen Handschriften, dem "Book of Durrow" und dem "Book of Kells" (um 700) ausgebildet ist und sich von der Merowingischen Buchmalerei deutlich unterscheidet.

Erhalten sind aus älterer Zeit lediglich Evangelienhandschrfiten und Psalterien. Ihr Schmuck besteht in Zierseiten, die im Gegensatze zur kontinentalen Gepflogenheit als dekorative Einheit behandelt werden. Rahmen und Grund werden mit Scrollwerk, vielfach verschlungenen Bändern und Geflecht aus schlangenartigen Tieren und Vögeln gefüllt, deren Gliedmaßen oft weit voneinander getrennt und nur durch Bandverschlingungen verbunden sind. In gleicher Weise werden die figürlichen Darstellungen als Flächendekoration aufgefaßt, indem alle Elemente des Bildes dem kalligraphischen Ornament angenähert werden (Abb. 5).

Diese Tendenz macht sich in steigendem Maße in den jüngeren irischen Handschriften, dem Evangeliar in St. Gallen (Nr. 51, Mitte des 8. Jhs.), dem "Book of Armagh" (Dublin, Trinity College Library; a. 812) und dem Evangeliar des Mac Regol (Oxford, Bodl. n. 3946; um 800) bemerkbar und bleibt das Elementargesetz der irischen Dekoration bis zum 12. Jh., in dem dieser Stil gleichzeitig mit der nationalen Schrift zurückzutreten beginnt.

Nordengland Bearbeiten

In der Ornamentik unterscheiden sich die in Schottland und dem nördlichen England entstandenen Handschriften von den irischen vor allem durch die klarere Gesamtwirkung, die durch außerordentlich überlegte Flächenteilung, das Raffinement der Linienführung, die Feinheit in der Stilisierung der Motive und ihrer Verteilung auf Rahmen, Muster und Grund erreicht wird (Abb. 6).

Lindisfarne Gospels RdGA B3 T10 Abb 07

Abb. 07: Evangelist Markus (Lindisfarne Gospels; Cotton library: Nero, D. IV)

Daß dabei das Vorbild spätantiker Handschriften wirksam ist, beweisen figürliche Darstellungen, wie z. B. die Evangelistenbilder des im Beginn des 8. Jhs. geschriebenen "Book of Lindesfarne" [5] (Lindisfarne Gospels, Abb. 7); für die Figur des Matthäus könnte eine erhaltene italienische Miniatur als Vorlage gedient haben, die dem in Kloster Jarrow oder Kloster Weremouth entstandenen "Cod. Amiatinus" (Florenz, Laurentiana) vorgebunden ist. An die Stelle der ornamentalen irischen Auffassung der menschlichen Figur tritt engerer Anschluß an die klassisch-antike Formensprache. Doch bleibt, dem Ausgangspunkt dieser Kunst getreu, der Linienkontur der eigentliche Träger der künstlerischen Absicht.

Südengland Bearbeiten

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Angelsächsische Malerei des 10. Jhs. Bearbeiten

Karolingische Malerei Bearbeiten

Anfänge: Adagruppe Bearbeiten

Die westfränkischen Schulen Bearbeiten

Frankosächsische Gruppe Bearbeiten

Tours Bearbeiten

Reims Bearbeiten

Metz Bearbeiten

Corbie Bearbeiten

Die ostfränkischen Schulen Bearbeiten

St. Gallen Bearbeiten

Übriges Deutschland Bearbeiten

Fulda Bearbeiten

Ottonische Malerei Bearbeiten

Reichenau Bearbeiten

Regensburg Bearbeiten

Sachsen Bearbeiten

Hildesheim Bearbeiten

Trier Bearbeiten

Köln Bearbeiten

Verwandte Themen Bearbeiten

Quellen Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Der Bilderschmuck in den Sakramentarien des frühen Mittelalters (DNB). Anton Springer. 1889 (Abhandlungen der Philologisch-Historischen Klasse der Königlich-Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften ; Bd. 11, Nr. 4) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.
  2. Lectionnaire de Luxeuil. Luxeuil. Fin du VIIe siècle. Paris, Bibliothèque Nationale. Lat. 9427.
  3. Die Genesisbilder in der Kunst der Frühen Mittelalters: Mit besonderer rücksicht auf den Ashburnham-Pentateuch (Internet Archive). Anton Springer. S. Hirzel, 1884. (Abhandlungen der Philologisch-Historischen Klasse der Königl. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig, Band 9)
  4. Wikipedia: Beatus (Buchmalerei)
  5. Cotton library: Nero (D. IV: Cotton Genesis) Sammlung Robert Bruce Cotton (Hs. Cott. Nero.); British Library. London

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