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Eine Metze (f.) oder ein Metzen (m.), ahd. mezzo m., mhd. mezze, mlat. metreta, war ursprünglich ein kleineres Hohlmaß bzw. Getreidemaß (s. Ackermaß). Der mittellateinische Ausdruck metreta geht auf das griechische μετρητής zurück; dieser war den Römern zwar nicht geläufig, findet sich aber schon bei Isidor von Sevilla († 636) als Name eines Flüssigkeitsmaßes. [1]

Als Hohlmaß

Das in Deutschland während des Frühmittelalters vor allem vorkommende Trockenmaß (Hohlmaß, Getreidemaß) ist der modius, ahd. mutti (s. Mutt), der auf den römischen modius von 8,754 L Inhalt zurückgeht. Gegen das Jahr 1000 ungefähr vollzog sich mit der Einführung eines kleineren Hohlmaßes, der metreta, ein Wandel der Bedeutung: der modius verschwand als kleines Hohlmaß und wurde zur Bezeichnung eines vielfachen der metreta, die fortan zu 30, 31 oder 32 auf den neuen großen Modius gerechnet wurde. [2]

In der Lex Baivariorum

Das älteste Anzeichen dieser Änderung ist der Beisatz in der Grazer Handschrift des Bayerischen Volksrechts (Lex Baivariorum): "De mensura modii Baiuvarici" zur Erklärung des in Tit. I, cap. 13 erwähnten modius, nach dem die Hörigen der Kirchen ihre Leistungen abzuführen hatten. Die Stelle lautet: "Pugillus hominis mediocris, id est maximi nec minimi, trecies completus metretam facit. Quinque metretae sextarium faciunt, tres sextarii semi modium faciunt XXX metrete modium. Semis modius scoti ualet usw..."

Die Grazer Handschrift ist vom Ende des 12. Jhds., jedoch weist der Inhalt dieser Stelle auf ältere Zeit zurück, denn er ist nicht in der ursprünglichen Schrift, sondern in späterer Aufzeichnung überliefert, da einige Schreibverstöße vorkommen, der scot erwähnt wird usw.

Versuche

Über die Größe dieses altbayerischen Maßes lassen sich nur Vermutungen äußern. Nach Versuchen, die Dr. Arnold Luschin v. Ebengreuth (1841-1932) durchführte, füllen 30 mittlere Mannesfäuste oder eine metreta ungefähr 2½ L, der Inhalt des semimodius wäre demnach auf ca. 37,5 L und der modius ebenso auf 75 L zu veranschlagen. Der sog. altbayerische Metzen des 19. Jhds. wurde nach Johann Christian Noback (1777–1852) bei durchgeführter Halbteilung in 2 Viertel, 4 Halbviertel, 8 Maßel, 16 Halbmaßel und 32 „Dreißiger" zerlegt und hielt 37,0596 L. Das kommt der errechneten Größe durch v. Ebengreuths Versuch des altbayerischen semimodius des 10./11. Jhds. von rund 37,5 L auffallend nahe. [3] Die metreta jener Zeit von etwa 2,5 L findet sich im Halbmaßel von 2,316 L wieder, das früher 2,47 L enthalten haben muß, da es nach der Bezeichnung „Dreißiger" für seine Hälfte ursprünglich den fünfzehnten Teil des Metzens gebildet hat.

Als Schimpfwort

Eine Metze ist ebenso ein veralteter Begriff für eine Prostituierte / Hure / Nutte / Dirne / „leichtes Mädchen“ (siehe auch Beischläferin).

Quellen

Einzelnachweise

  1. Isidor von Sevilla: Etymologiarum sive originum XVI, cap. 25.
  2. Althochdeutscher Sprachschatz (Band 2) (Internet Archive). Eberhard Gottlieb Graff. Berlin, 1834-42. S. 893, 898.
  3. Vollständiges Taschenbuch der Münz-, Maass- und Gewichts-Verhältnisse, der Staatspapiere, des Wechsel- und Bankwesens und der Usanzen aller Länder und Handelsplätze (Google Books). Johann Christian Noback (1777–1852), Friedrich Eduard Noback. 1851. Band I, S. 696.

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