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Bei den Kelten wurden zwei Kalender- und Festsysteme unterschieden: Der Mond-Sonnen-Kalender, der durch Fragmente des Kalender von Coligny aus Gallien belegt ist, und der bäuerliche Jahreskreis der Kelten, gegliedert in die vier großen Feste Imbolg, Beltane, Lugnasad und Samhain.

Allgemeines

Schon in Caesars Commentarii de Bello Gallico (VI, 18) wird auf eine Eigenheit des keltischen Kalendersystems hingewiesen:

Alle Gallier rühmen sich, von Dis Pater abzustammen, […] Deshalb bestimmen sie sämtliche Zeiträume nicht nach der Anzahl der Tage, sondern der Nächte. Die Geburtstage sowie die Anfänge der Monate und Jahre berechnen sie so, dass der Tag auf die Nacht folgt. [1]

Aufbau

Im keltische Mondkalender durchläuft der Mond durchschnittlich alle 29,5 Tage seine Phasen von Vollmond, abnehmendem Mond, Neumond und zunehmendem Mond. Die keltischen Monate richten sich an diesen 29 bis 30 Tagen aus.

Der Kalender von Coligny besteht aus 62 aufeinander folgenden Monaten, also aus fünf Jahren. Interessanterweise werden die Monate nicht in Tagen, sondern in Nächten gerechnet. Ein Jahr ist in 12 Mond-Monate aufgeteilt. Da aber 30 mal 6 plus 29 mal 6 nur 354 Tage ergab, schob man alle drei Jahre einen Schaltmonat von 30 Tagen ein. Bemerkenswert ist vor allem, dass die Monate mit „günstig“ und „nicht günstig“ beurteilt wurden, wobei es in jedem Monat wiederum gute und schlechte Tage gab. Leider ist nicht überliefert, worauf sich diese Wertung bezieht.

Der Monatskalender der Kelten ist ein beweglicher Kalender, denn nicht jedes Sonnenjahr beginnt mit dem gleichen Mondstand. Nur alle 19 Jahre sind Mond- und Sonnenzyklus gleich. Dies wussten die Druiden, und auch wenn bestimmte Anlagen wie Stonehenge nicht von den Kelten erbaut wurden, so verbirgt dieser Steinkreis genau dieses astronomische Wissen.

Jahreskreismythologie

Da der keltische Kalender auf den Mondumläufen aufgebaut ist, spielen die Sonnenfeste keine entscheidende Rolle. Das Jahr wurde in eine Winterhälfte vom 1. November bis 30. April und eine Sommerhälfte vom 1. Mai bis 31. Oktober geteilt. Jahreswechsel war an Samhain, zu Beginn der dunklen Zeit, nicht zur Wintersonnenwende, wie in anderen Kulturkreisen üblich. Der Mythos sagt insbesondere dem Druiden Cathbad profunde Kenntnisse eines Kalenders nach, mit dessen Hilfe er glückliche und unglückliche Tage bestimmen konnte.

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Quellen

  1. Gaius Iulius Caesar: Commentarii de Bello Gallico VI, 18, 1 f.: Galli se omnes ab Dite patre prognatos praedicant […] Ob eam causam spatia omnis temporis non numero dierum, sed noctium finiunt; dies natales et mensum et annorum initia sic observant, ut noctem dies subsequatur.

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