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Nemeton

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Als Nemetons (von air. nemed - 'der Heilige'), wurden bei den Kelten die "Heiligen Haine" bzw. ein "Heiligtum" bezeichnet. Dieses keltische Wort bedeutet im übertragenen Sinn "Kultplatz" (vgl. Baumkult) und findet sich in Ortsnamen in ganz Europa: von Britannien über Spanien bis zum Balkan.

Bedeutung

Die Verbindung der Druiden zur Natur ist legendär. Ebenso ihre Fähigkeit mit Tieren und Pflanzen auf die eine oder andere Art zu kommunizieren. Eine Zusammenkunft solcher Druiden konnte somit auch als ein "Heiliger Hain" verstanden werden. Meist fanden solche Zusammenkünfte in der freien Natur statt.

Über das was im Nemeton kommuniziert wurde sollte, ausser alle stimmten zu, nicht ausserhalb des Nemetons gesprochen werden. Wer Unfriede in den Nemeton brachte, dem wurde in Eigenverantwortung eine Auszeit empfohlen, um seine Mitte und seinen Frieden wieder zu finden. [1]

Überlieferung

Gesichert ist, dass die Kelten die Bäume verehrt haben (vgl. Baumkult); sie waren für sie Bindeglieder zwischen Himmel (Krone) und Erde (Wurzeln), und ihre Hölzer wurden zu magischen und heiligen Zwecken verwendet. Zudem bedeckten zur Bronze- und Eisenzeit dichte Urwälder das Siedlungsgebiet der Kelten. So lag es nahe, dass sie ihre Heiligtümer auf Lichtungen unter uralten, geheimnisvollen Bäumen einrichteten.

Nach dem Kontakt mit der römischen Kultur begannen auch die Kelten damit, ihre Götter und Göttinnen in Stein abzubilden und diese Statuen an ihren heiligen Stätten aufzustellen. In spätkeltischer Zeit entstanden deshalb nicht nur aufwändig befestigte "Viereckschanzen" (eig. Ritualbezirke), sondern auch auch einige Waldheiligtümer sind mit so genannten Umgangstempeln versehen worden. Diese Tempel, die ein umlaufender Wandelgang um eine festgebaute Cella kennzeichnet, finden sich in England; dort hat man u.a. beim Bau des Flughafens Heathrow einen solchen entdeckt.

Matronenheiligtümer

In den ausgebauten Nemetons wurden vor allem im Rheinland zu spätkeltischer Zeit die Matronae verehrt. Oft befinden sich Quellen oder Brunnen nahe solcher Heiligtümer. Matronentempel stehen in Deutschland z.B. in Zingsheim, Nideggen-Abenden und bei Aachen-Kornelimünster in Nordrhein-Westfalen. Ein weiteres Matronenheiligtum befindet sich am Bellberg in Rheinland-Pfalz.

Dort gefundene Weihesteine zeigen eine Gruppe von drei Göttinnen: Zwei ältere, die hohe runde Hauben tragen, sitzen rechts und links von einem jungen Mädchen. Alle drei halten Körbe mit Früchten oder Ähren, die auf ihren Bezug zu Fruchtbarkeit und Fülle aufmerksam machen. Die Göttin Rosmerta wurde in einem Heiligtum bei Neuhausen in Baden-Württemberg verehrt, und auch im Bierbacher Klosterwald im Saarland hat Rosmerta einen Tempelbezirk.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Druidenwissen: Nemeton

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