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Die Nordischen Kirchen in Skandinavien hatten im Gegensatz zu den Kirchen in Mitteleuropa eine eigene Entwicklung. Bekannt geworden sind vorallem die norwegischen Stabkirchen. Das altnorwegische Wort kirkia bezeichnete anfänglich ganz allgemein ein Kirchenschiff; und erst in späterer Zeit wurde ergänzend hinzugefügt "die Kirche an sich" oder "die große Kirche" im Gegensatz zum Chor als dem kleineren Teil.

Beschreibung

Der Kirchturm (anord. stǫpull) kam bei den ältesten nordischen Kirchen nur selten vor und wurde erst allmählich häufiger. Er war für gewöhnlich vierseitig und mal vor dem Westende der Kirche, mal über der Vierung oder über dem Chorquadrat errichtet. Dabei folgte der Kirchturm den üblichen europäischen Formen des romanischen Kirchturms und wurde in Norwegen meist mit einem niedrigen Turmhelm, in Dänemark und teilweise auch in Schweden dagegen durch ein Dach abgeschlossen, das oft mit treppenförmig abgestuften Giebeln versehen war. Die Wände waren oft außerordentlich dick, da die Kirchtürme zur Verteidigung bestimmt waren (s. Verteidigungskirchen unter Art. Nordische Baukunst).

Zugleich diente der Kirchturm als Aussichtsturm für Wachtposten. Im westlichen Norwegen standen die Türme an der Westseite, im östlichen über der Vierung der basilikalen Kirchen. Rundtürme kamen im Norden selten vor. In dem damals dänischen Schonen sind die Kirchtürme von Hammarlunda und Hammarlöf Rundtürme - wie die wahrscheinlich 1135-1138 errichtete St. Magnuskirche auf Egilsey (Orkaden) einen Rundturm im Westende hat, 15,74 m (ursprünglich wohl ca. 20 m) hoch und in 4 Stockwerke geteilt. Die Form dieses Kirchturms war sicher durch keltische Einflüsse bedingt; die Kirchtürme in Schonen dagegen wurden wohl deutschen Rundtürmen (wie die zu Gernrode und ähnl.) nachgebildet. Bisweilen standen die Kirchtürme auch isoliert neben der Kirche.

Stabkirchen

Stabkirche Borgund, Norway

Stabkirche Borgund, Norwegen

Bei den norwegischen Stabkirchen standen die Kirchtürme (Stöpul) immer isoliert, gewöhnlich auf einem Hügel: „Stöpulhaug" (= Kirchturmhügel) - ein Name, der öfters an Stellen vorkommt, wo inzwischen weder Kirche noch "Stöpul" mehr zu finden sind, aber doch einmal dort gewesen sein müssen. Von den mittelalterlichen Holzstöpuln haben keine bis in die Neuzeit überdauert.

Jedoch wurde der Kirchturm bei der alten Stabkirche in Borgund (Norwegen) ca. 1660 in der früheren, mittelalterlichen Form erneuert und zeigt uns einen Fachwerkbau, der aus vier gewaltigen Masthölzern errichtet wurde, die sich nach oben gegeneinander neigen und im Innern durch starke Kreuzbalken zusammengehalten werden. Nach außen ist er mit Brettern gedeckt bis auf den offenen Glockenstuhl hinauf, der sich unter einem Giebeldach öffnet.

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