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Betrachtet man Philosophie als ein rein vernunftgemäßes, von allen Autoritäten unabhängiges Denken, kann man nur in einem bedingtem Sinn von einer tatsächlichen Philosophiegeschichte im christlichen Mittelalter sprechen.

Beschreibung

Im Gegensatz zur antiken Philosophie mit ihrer Loslösung von der nationalen Glaubenslehre (Mythologie) beruht die gesamte abendländische Philosophie des Mittelalters auf dem kirchlichen Dogma. Eine Ausnahme bildete lediglich die arabisch-jüdischen Periode. Dennoch entfaltete sich in diesem Rahmen während des Mittelalters so viel philosophischer Scharfsinn, der teilweise auch auf die Philosophie der Neuzeit einwirkte, daß dieser Zeitabschnitt trotz allem eine sehr wichtige Rolle spielt.

Entstehung der Patristik

Die Anfänge des Christentums hatten mit philosophischer Forschung nichts zu tun. Vielmehr trat währenddessen eine deutliche Abneigung gegen die Philosophie hervor, die von dieser ebenso kräftig erwidert wurde. Erst als sich das Christentum über weitere Kreise ausbreitete und mehr und mehr Gebildete übertraten, wurde eine Auseinandersetzung mit der geistigen Welt des Hellenentums nicht nur zum Bedürfnis, sondern auch zur Notwendigkeit. Um die "heidnischen" Philosophen mit ihren eigenen Waffen zu überwinden, arbeiteten christliche Schriftsteller mit den Begriffen und Formeln des griechischen Denkens und bildeten so allmählich ein christliches Lehrgebäude, eine Dogmatik aus. Diese Zeit der ersten christlichen Jahrhunderte nennt man die Zeit der "Väter" bzw. Zeit der "Kirchenväter", und ihre Philosophie die... "Patristik".

Scholastik

Nachdem diese neue, christliche Philosophie in Augustinus von Hippo seinen wesentlichen Ausdruck und relativen Abschluß gefunden hatte, sucht das spätere Mittelalter diese Auffassung nur noch feiner zu begründen und, im Anschluß an Aristoteles, im Einzelnen schulmäßig auszugestalten und zu systematisieren (Scholastik). Die Philosophie wurde zur "Magd der Theologie".

Neben dieser schulmäßigen, logischen Bearbeitung der christlichen Heilslehre erschien aber auch eine allmählich immer stärker werdende Weltanschauung, die mit dem Neuplatonismus verwandt war und sich auf das religiöse Fühlen und gefühlsmäßige Schauen bezog. Diese Anschauung erreichte in der deutschen Mystik des 14. und 15. Jhs. ihren Höhepunkt . Sie leitet dann auf dem religiösen Gebiet bereits zur neuen Zeit (Reformation) über, während zugleich auf dem intellektuellen die Rückkehr zu selbständigem, wissenschaftlichem Forschen und Erkennen (Renaissance) sich langsam vorbereitet. So interessant die gesamte Entwicklung religionspsychologisch und kulturhistorisch auch ist, so beschränkt sich die reine Geschichte der Philosophie auf eine Übersicht des philosophisch bedeutsamen Entwicklungen. Viele Einzelheiten gehören zur Theologie und derjenigen "Philosophie", die auch heute noch auf den Pfaden der Scholastik wandelt... Weiterlesen.

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Quellen

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