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Als Queraxt bezeichnet man Äxte, die nicht parallel, sondern senkrecht zur Scheide geschäftet sind. Sie bilden eine häufige Erscheinung in der nordeuropäischen Jungsteinzeit.

Beschreibung

Die obere Bahn der Oueraxtklinge wurde aus Feuerstein hergestellt und ist am Schneidenende stärker. Die untere ist flacher gewölbt, so daß die querstehende Schneide nur wenig über der Verlängerung der unteren Bahn liegt. Häufig ist die Schneide nach oben gewölbt ausgeschliffen. Die Typen dieser Queräxte lehnen sich an die Gradäxte an (vgl. unter Axt) [1].

Wie weit die Beile der Bronzezeit so hackenartig verwendet wurden, entzieht sich der Beurteilung, da die Schäftung fehlt, und die Form der Klinge selbst keine Hinweise gibt. Auch ein als „Querbeil" bezeichneter Lappenbeiltypus, bei dem die Lappen nicht zur Scheidenbahn, sondern zu den Schmalseiten hin umgeschlagen sind [2], braucht nicht senkrecht zur Schneide geschäftet zu sein.

Mit den Tüllenbeilen der Eisenzeit bis ins 8. Jh. verhält es sich ebenso. Die erhaltenen Schaftlochäxte dieser Epoche sind Gradäxte. Erst die an Handwerkszeug reichen Funde der Wikingerzeit enthalten eiserne Queräxte mit Tülle und mit Schaftloch [3].

Quellen

Einzelnachweise

  1. vgl. Sophus Müller, Ordning, Stenalderen. S. 52, 58, 61 — 63, 68
  2. Zeitschrift für Ethnologie. Berlin 1906 S. 284 ff.
  3. O. Rygh, Norske Oldsager. 1885. S. 402, 403 ab