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Die Römerschanze bei Potsdam, liegt nahe dem Ortsteil Sacrow. Diese altgermanische Volksburg (Wallanlage) wird auch Königswall oder Räuberschanze genannt, ist eine der ältesten Wehranlagen Europas. Die Bezeichnung Römerschanze ist irreführend. Sie wurde nie von einem Römer betreten.

Geschichte

Eine erste Besiedlung des Platzes begann in der Hügelgräberbronzezeit und erstreckte sich kontinuierlich bis zum Ende der Hallstattzeit (Stufe IIIa - Vb; ca. 1250 bis 550 v. Chr.). Ob der Platz von Beginn an befestigt war, ist unbekannt.

Die Wallburg kann der Lausitzer Kultur zugerechnet werden, die in der späten Bronzezeit und der frühen Eisenzeit (1300 bis 500 v. Chr.) auf den heutigen Gebieten von Ostdeutschland, Polen, Teilen Tschechiens und der Slowakei und in Teilen der Ukraine bestand. Starke Brandschichten am Ende der Besiedlung im 6. Jh. deuten auf eine Zerstörung beziehungsweise Brandkatastrophe.

Erst im 8./9. Jh. wurde die Stelle von Slawen wiederbesiedelt. Die slawische Burg bestand bis zum 10. Jh. und wurde dann, wie alle Höhenburgen der Wilzen, aufgegeben. Die slawische Vorburgsiedlung wurde erst mit Beginn des 13. Jh. aufgegeben.

Als Sachsenburg

Der Historiker Ludwig Hölzermann (1830-1868) erklärte 1868 die Römerschanze bei Potsdam wegen ihres von innen her aufgeworfenen Walls, der eingebogenen Wallenden am Tor und der vermehrten Grabenlinien für das Nachtlager eines sächsischen Heerhaufens, der in der Völkerwanderungszeit in diese östlichen Gegenden versprengt worden sei. [1]

Die Beobachtung von der nahen Verwandtschaft dieser Burg mit sächsischen zwischen Weser und Elbe ist durchaus richtig, die Erklärung mußte aber umgekehrt lauten: was die Sachsen in der Völkerwanderungszeit zwischen Weser und Elbe bauten, ist bei den Semnonen in der Mark und der Lausitz seit Jahrhunderten vorgebildet, und zwar nicht allein die Bergburgen in der eben geschilderten Form, sondern auch die einfachen runden oder ovalen Burgen in der Ebene. Die Richtung, die hier die Kulturentwicklung nimmt, können Forscher auch sonst mehrfach beobachten, z. B. an der Keramik und an den Urnenfriedhöfen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Lokaluntersuchungen, die Kriege der Römer und Franken, sowie die Befestigungsmanieren der Germanen, Sachsen und des späteren Mittelalters betreffend (ULB Münster). Hrsg: Verein für Geschichte und Alterthumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn, Paderborn 1878.

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