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Der Reiterbogen ist ein wellig geformter Bogen um die Spannkraft zu erhöhen. Wie sein Name schon sagt, wird er von Bogenschützen verwendet, um von einem Pferd aus zu schießen. Weshalb er mit Absicht sehr kurz gehalten wird.

Geschichte

Bereits bei den antiken Makedoniern fanden sich berittene Bogenschützen als Hilfstruppen, wo solche Krieger als Hippotoxota bezeichnet wurden.

Römische Kaiserzeit

Zur Römischen Kaiserzeit erscheinen berittene römische Bogenschützen dann als eques sagittarius, eine Truppe, die größtenteils aus fremden Hilfstruppen bestand, jedoch während des Kaiserreiches (31-476) auch aus inländischen Mannschaften gebildet wurde [1]. Unter den römischen Hilfstruppen waren z.B. die Skythen mit ihren eigentümlichen Bogen.

Skythischer Bogen MgKL 030139e

Skythischer Bogen (Recurvebogen)

Ein römischer berittener Bogenschütze auf einer rheinischen Säule, die von Kaiser Mark Aurel für seinen Vorgänger Antoninus Pius (138-161 n. Chr.) errichtet wurde, trägt einen Panzer (lorica), einen Metallhelm (caffis) mit Helmzier (apex), an der rechten Seite ein kurzes Schwert (Gladius) und den gekrümmten Bogen (infinuosus oder sinuatus-Form.) Sein Pferd trägt den Monile, einen Oberhalsriemen, den Balteus, den mit Schmuck behängten Brusthalsgurt und Hinterzeug (postilena). Weder Steigbügel, Sporen, noch Sattel, statt dessen nur die Deckenkissen (ephippium). (s. Bild)

Völkerwanderungszeit

Als zu Beginn der Völkerwanderungszeit die hunnischen Heerscharen von Osten her nach Europa drängten, führten sie eine große Veränderung der militärischen Taktik herbei und gaben dem Bogen auch als Waffe der Reiterei eine Bedeutung. Diese berittenen Bogenschützen waren die ersten leichten Reiter.

Hochmittelalter

Zu Beginn des Hochmittelalters (ca. 1050-1250) gehörten Bogenschützen zu Pferde durchaus auch den höheren Gesellschaftsklasse an, wie wir aus Miniaturen in einem Manuskript aus der 2. Hälfte des 11. Jhs. ersehen, in denen selbst ein König mit Bogen dargestellt ist. Auch bei den Kreuzzügen im Orient war der Bogen im Einsatz. Später jedoch standen zumindest in Frankreich berittene Bogenschützen im starken Gegensatz zu den Anschauungen des feudalen Adels, der jeden Leichtgerüsteten für unebenbürtig hielt.

Spätmittelalter

Aufgrund der Missachtung, die der Bogenschütze in der französischen Ritterschaft fand, wurden erst im Jahre 1450 ständige Bogenschützen zu Pferd in Frankreich üblich. Während des ausgehenden Spätmittelalters (ca. 1250-1500) jedoch erschienen berittene Bogenschützen dann im Abendland ganz besonders im französischen Heerwesen. Die unter König Karl V. (1364-1380) gebildeten Heerhaufen nutzten noch viel kürzere Bogen als später jene von Karl VII. (1422-1461) organisierten „Francs-Archers” (eine Art stehende Truppe) bei welchen die Bögen ebenso manneslang wie die Englischen Langbogen waren.

13. Jahrhundert

Der auf einer Buchmalerei in der Handschrift „Histoire universelle” vom Anfang des 14. Jhs. dargestellte französische berittene Bogenschütze (Bild) ist eigentümlicher Weise als Ritter dargestellt, wie es ein auf der vollständigen Parche (flatternde Stoffdecke) des Pferdes dargestelltes Wappen bekundet. Die Schutzrüstung besteht aus dem Topfhelm mit in einem getriebenen Kleeblattkreuz angebrachten Augenschnitt und dem vollständigem Kettenpanzerhemd oder der Brünne, woran Bein- und Fußschutz haften.

Wie das Pferd trägt auch der Ritter über seiner Brünne ein Waffenhemd (franz. hoqueton). Der Bogen ist kurz und stark geschweift, der Köcher mit befiederten Pfeilen gefüllt. Die Steigbügel sind dreieckig, eine Form, welche bereits im 12. Jh. vorkommt; der Sattel ist hier noch ohne Lehne und die rundbügeligen Sporen haben kurze Stachel. Die dem Ort zugeneigten Abwehrstangen des unter dem Pferde liegenden Schwertes weisen auf das 13. Jh. hin.

14. Jahrhundert

Ein berittener französischer Bogenschütze (Bild) aus einem Heerhaufen Karls V. (1364-1380), trägt einen Bogen von ca. ⅔ Manneslänge. Die Pfeile stecken im Hüftgürtel. Die Schutzrüstung besteht aus einem Maschenpanzerhemd mit Ringhaube (camail). Knie und Füße sind zusätzlich mit Schienen und Kacheln geschützt, ebenso wie die Ellbogen. An den Händen trägt er Lederhandschuhe.

15. Jahrhundert

Bogenschütze, Frankreich 15. Jh, kriegswaffen00demmin p0892

Berittener Bogenschütze (Frankreich, 15. Jh.)

Aus dem 15. Jh. zeigt ein berittener französischer Bogenschütze (Bild) eines Heerhaufens Karls VII. (1422-1461) einen Langbogen, der wie bei den gleichartigen Englischen Langbogen, volle Manneslänge aufweist. Auch hier bemerkt man, wie schon auf der Abbildung des französischen berittenen Bogenschützen aus dem 14. Jh. (Bild), die Abwesenheit des Köchers.

Das Schwert zeigt zum Ort hin gebogene Parierstangen, wie es bei den Schwertern des 13. Jhs. stattfand. Die Schutzrüstung ist vollständig entwickelt: Lenden-, Bein- und Armschienen mit Kacheln und Meuseln; kurze Brünne, darüber eine Art Brigantine; Schaller mit Augenschnitt aber ohne Barthaube. Kurze, einstachliche Sporen an den aus Eisenmaschen bestehenden Fußbekleidungen. Am Sattel dreieckige Steigbügel.

Geschichte des Reiterbogens in Filmen

BBC Robin Hood

Robin Hood erzählt, dass er seinen Reiterbogen aus dem heiligen Land von einem sehr fähigen Schmied bekommen hätte und ihn dort viele Saraszener vor anderen Bögen bevorzugen. [2]

Galerie

Quellen

Einzelnachweise

  1. Tacitus, "Ab excessu divi Augusti (Annales)". Digitalisat auf Wikisource (lat). Bd. II, 16
  2. http://de.robinhood.wikia.com/wiki/BBC_Robin_Hood
  3. http://scifiandtvtalk.wordpress.com
  4. Nach einer Ausgabe des Tite-Live von 1394 in der Bibliothèque nationale de France (BnF)

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