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Der Runenstein von Rök aus Ostgotland (Schweden) stammt aus dem Zeitraum zwischen 850-900. Dieser mehr als zwei Meter hohe Runenstein ist auf fünf Seiten von der Spitze bis zum Boden mit Runen bedeckt ist - die längste Runeninschrift, die wir überhaupt kennen. Er ist ein wichtiges Zeugnis der schwedisch-norwegischen 16-typigen Runenreihe.

Inschrift

Der größte Teil der Inschrift ist mit schwedisch norwegischen Runen geritzt; daneben finden sich auch ältere Runen und verschiedene Arten Geheimschriften und Geheimrunen. Die Inschrift auf der Vorder- und der rechten Schmalseite lautet:

  • "aft uamuþ stanta runar þar • in uarin faþi faþir aft faikian sunu sakum (m)ukmini þat huariar ualraubaR uaRin tuaR þaR suaþ tualf sinum uaRin (n)umnaR t(uaR) ualraubiaR) baþaR saman a, umisum (m)anum • þat sakum anart huaR furn i ualtum an urþi fiaru miR kraithkutum auk tu miR an ub sakaR - raiþ þiaurikR hin þurmuþi stiliR flutna strantu hraiþmaraR sitiR nu karuR a kuta sinum skialti ub fatlaþR skati marika."
  • Das ist gedeutet: "Zum Gedächtnis Vamods stehen diese Runen und in treuem Gedenken ritzte sie der Vater für seinen dem Tode geweihten (oder: gestorbenen) Sohn. - Wir berichten allem Volke die Sage von den beiden Beutestücken, die zwölfmal genommen wurden, beide Beutestücke auf einmal, von verschiedenen Männern. - Wir berichten zum andern von dem, der alt in seiner Herrschaft, das Leben unter den Hreidgoten verlor, und er starb unter ihnen wegen seiner Missetaten...
  • ...Tjudrek ritt, der dreiste, der Häuptling der Seehelden, über den Strand der Hreidsee. Es sitzt auf gotischem Zelter nun gerüstet, mit Schild über der Schulter, der Märingenfürst."

Interpretation

Gewöhnlich wird uarin als Eigenname Varin aufgefaßt. Andere Forscher faßten das Wort in der Überestzung als Adjektiv auf, indem sie annahmen, dass der Vater Vamods Bjare ist, der sich auf der Oberseite des Steines durch Geheimschrift zu erkennen gibt: "biari a ui uis runimaþR". d. h. "Bjare, der weise Runenmeister, besitzt das Denkmal" oder "den heiligen Platz (auf dem der Stein errichtet ist)". Die Geheimschrift der linken Schmalseite wird auf Tafel 5, Nr. 22 wiedergegeben.

Außer der eigentlichen Gedächtnisschrift weist der Runenmeister in kurzen, prägnanten Abschnitten auf bekannte Sagen hin. Jeder dieser Abschnitte wird in der Regel eingeleitet mit sakum (mukmini) - "Wir berichten (allem Volke)". In dem ersten der beiden oben angeführten scheint Bjare auf die bekannte Heldensage von Walter und Hildegund hinzudeuten. Der zweite dürfte auf den alten Gotenkönig Ermanarich hinzielen. Die Strophe nennt nach allgemeiner Annahme Theoderich. Doch was ist mit diesen Abschnitten auf dem Stein beabsichtigt? Sind es Ornamente in Schrift, angeregt durch die mit Bildern aus der Helden- und Göttersage geschmückten gotländischen Bildsteine.

Die gotländischen Meister schilderten in Bildern, die sie in den weichen plastischen Kalkstein meißelten, der eine Voraussetzung ihrer hohen künstlerischen Geschicklichkeit ist, die Gestalten und Ereignisse ihres Glaubens und ihrer Geschichte. Als der ostgotische Runenmeister bei ihnen die Idee zu seiner in der Geschichte der Runenschrift einzig dastehenden Schöpfung holte, schmückte er den Stein mit denjenigen Ornamenten, die er zustande bringen, und die in dem harten Granit ausgeführt werden konnten, mit Bildern derselben Art, aber dargestellt in Worten.

Quellen

Links

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