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Crystal keditbookmarks Dieser Artikel wurde am 12. November 2013 als Spotlight vorgestellt.
Disambig Dieser Artikel behandelt Sagas als Prosaerzählungen. Für die Asengöttin "Saga" siehe Diesen Artikel.

Sagas oder auch Islandsagas ist der technische Name für die eigenartigen Prosaerzählungen, die die Hauptmasse der altisländischen Literatur ausmachen und deren Typus in mündlichem Vortrag ausgebildet wurde.

Das Wort hat im wissenschaftlichen Gebrauch einen engeren Sinn als das anord. saga (Plur. sögur), das allgemein (dargestellte oder nur geschehene) Geschichte bedeutet. Dieser weitere Sinn liegt in den Titeln zahlreicher altnordischer Prosawerke vor, die keine eigentlichen Sagas, sondern meist Übersetzungen aus dem Lateinischen und Französischen sind.

Beschreibung

Die Sagahandschriften stammen aus dem 13. bis 15. Jh.; dazu kommen Papierabschriften aus jüngerer Zeit. Der Umfang dieses Schrifttums ist bedeutend, allerdings steht ebenso fest, dass ein großer Teil des einst Vorhandenen verloren ging, darunter auch Handschriften, die älter waren als die ältesten bewahrten Bruchstücke. Doch beschränken sich die erschließbaren älteren Niederschriften auf Werke geistlichen Gepräges.

Zeitlich an der Spitze steht die sog. älteste Saga von Olaf dem Heiligen. Dies Ergebnis stimmt damit überein, dass die ältesten Pergamente Islands und Norwegens überhaupt ausschließlich geistlichgelehrten Inhalt aufweisen. Wie in Deutschland und England, hat es auch in Skandinavien eine gewisse Zeit gedauert, ehe die mündliche Literatur der Ungelehrten den Weg in die Schreibstuben fand. Das angebliche Zeugnis der Sturlunga für Aufzeichnung auch vieler Isländersagas vor 1200 existiert nicht.

Mündliche Literatur

Njalsaga - Skarphedinn

Die Njalssaga.

Die Texte besitzen schon in dem Fehlen von Verfassernamen ein wichtiges Merkmal mündlicher Literatur. Sie unterscheiden sich syntaktisch und stilistisch mehr oder weniger scharf von den Arbeiten im gelehrten Stil; insbesondere fehlt ihnen der lateinische Einfluß und die Neigung zu dichterischen und rednerischen Wendungen. Sehr oft berufen sie sich auf die Überlieferung ("So wird erzählt...") und nicht selten auf bestimmte Gewährsmänner, die den berichteten Vorgängen nahegestanden haben.

Sie lieben es, Strophen einzufügen, die meist von den handelnden Personen gesprochen werden; diese Strophen tragen in ihrer Mehrzahl den Stempel der Echtheit. Soweit die Erzählungen auf Island und an den gleichzeitigen norwegischen Fürstenhöfen spielen, ist ihre Auffassung der Dinge trotz einem Abstand von 2 bis 4 Jahrhunderten in allem Wesentlichen nachweisbar richtig.

Die Kultur der heidnischen Zeit, zumal die gesellschaftlichen und rechtlichen Verhältnisse und die sittlichen Anschauungen, treten in ihrer Verschiedenheit von der Zeit der Handschriften ebenso klar wie glaubwürdig hervor. Nun haben wir Zeugnisse dafür, dass schon im 10. und 11. Jh. auf dem isländischen und grönländischen Thing und in der norwegischen Königshalle Geschichten aus der jüngsten Vergangenheit von Augenzeugen und solchen, die diese hatten erzählen hören, in festlicher Veranstaltung vorgetragen wurden.

Eine dieser Geschichten füllte zwölf Abende und ihr Held (Harald Hardrada von Norwegen) war zusammen mit anderen Augenzeugen unter den Hörern und äußerte seine Zufriedenheit. Diese Zeugnisse liefern die Erklärung für das Wahrheitsgepräge der erhaltenen Sagas, für ihre Verschiedenheit von eigentlichen schriftstellerischen Arbeiten und für ihre Zeugenberufungen.

Schon die Sagavorträge der schriftlosen Zeit müssen den aus den Denkmälern bekannten Stil gehabt haben, und ein großer Teil des Geschriebenen muß als Werk oder als Wortlaut aus dem gefestigten Vortrag der Erzähler (sagnamenn) herstammen, nicht von den Schreibern. Sicher haben auch letztere starken Anteil am Zustandekommen der Texte. Die Verhältnisse zwischen Parallelfassungen zeigen, dass die Abschreiber durchschnittlich ziemlich frei vorgegangen sind und zuweilen ihre Vorlagen bereichert haben, teils durch anderweit überlieferte Einzelkunde, teils durch freie Ausmalung einzelner Auftritte.

Aber dies ist in beiden Beziehungen nichts anderes, als was sicher auch die sagnamenn sich erlaubt haben. Unter diesen müssen Leute gewesen sein, die den gegebenen Stoff geradezu umgedichtet und dichtend neue Motive geschaffen haben; davon zeugen mehr oder weniger alle dramatischen Höhepunkte der Sagahandlungen, sowohl durch ihre innere Art wie durch die Wiederkehr von Motiven.

Der schriftlichen Stufe ist ein solches Um- und Neuschaffen in viel bescheidenerem Maße zuzutrauen. Wo verschiedene Fassungen einer Saga sich motivisch unterscheiden, da pflegen die Gesamtunterschiede so groß zu sein, dass der Schluß auf verschiedene mündliche Gestalten des Werkes geboten ist. Die ursprünglich unabhängigen Aufzeichnungen können einander dann beeinflußt haben, wie ohne Zweifel auch mündliche Fassungen einander beeinflußt haben.

Als eine erst schriftlich mögliche Neuerung erscheint der bombastisch antikisierende Aufputz der jüngeren Rezension der Fostbrödra saga (Fóstbrœðra saga, 'Schwurbrüdersaga') wozu eine Stelle der Bandamanna saga den Ansatz zu einem Gegenstück zeigt. Unter denselben Gesichtspunkt fallen manche Stücke der Königsgeschichten aus geistlicher Feder. Die wichtigsten und meist umstrittenen Fragen der Sagaforschung beziehen sich auf die Geschichte der mündlichen Sagapflege.

Arten

Eyrbyggja saga kohl Cover

Die Eyrbyggja Saga. (Cover Hrsg. H. Palsson, 2006)

Die meisten Sagas geben sich als Lebensbeschreibungen, so z.B. die Gísla saga, Hávarðer saga Ísfirðings, Víga-Glúms saga, Hrafnkels saga Freysgoða u. v. a.. Manche aber wären ihrer Bauart nach eher Novellen zu nennen. Mehrere sind eine Art Adelschroniken, wie z.B. die Vatnsdöla saga, die Vápnfirðinga saga oder die Egils saga Skallagrímssonar. Andere stellen sich als Bezirksgeschichten dar, wie z.B. die Eyrbyggja saga oder die Njalssaga.

Doch mit eigentlicher Landesgeschichte gibt sich die Gattung nicht ab. Ihr Interesse haftet am Persönlichen. Auch die Geschichten der norwegischen Könige sind wie Biographien von Privatleuten angelegt, und nur insofern sie das Schicksal des Helden beeinflussen, treten Vertreter der Landschaften, Stände und Parteien hervor.

Isländer- und Königssagas

Bei den realistischen (sog. geschichtlichen) Sagas unterscheidet man zwei Hauptgruppen: Die Islendinga (Isländersagas) und Konunga sögur (Königsgeschichte). Die Zahl der Personen ist in dieser Art Sagas meist ziemlich groß, der Aufbau auch der kürzeren Geschichten verhältnismäßig verwickelt, der Dialog reich entfaltet und ständig gebraucht, die Menschenzeichnung mit direkten und indirekten Mitteln hoch ausgebildet. Doch gibt es bedeutende Unterschiede der Kunsthöhe:

So bezeichnen die Droplaugarsona saga, Eyrbyggja Saga und die Ólafs saga helga von Snorri Sturluson drei erheblich verschiedene Stufen. In einigen Denkmälern spielt der Schicksalsglaube eine deutliche Rolle. Der konkrete Aberglaube, z. B. an Wiedergänger, an Weissagungen, an Amulette, an Wetterzauber wird allgemein beim Hörer vorausgesetzt, spielt aber im Zusammenhang der Erzählungen eine verhältnismäßig geringe Rolle; der Eindruck des Phantastischen kommt, solange die Erzählung sich auf dem Hörer vertrautem Boden bewegt, niemals auf.

Die klar beleuchteten Schauplätze umfassen das Siedlungsgebiet der Insel Island, die norwegischen Küstenlandschaften, die Färöer (Faereyinga saga), Orkaden (Orkneyinga saga) und die isländische Kolonie in Grönland (Eiriks saga raudha). Die untere Zeitgrenze für das Erzählte liegt in Island um 1030; für einzelne Sagas jedoch ein paar Jahrzehnte später; seit der Bekehrung (1000) sind die Saga würdigen Geschehnisse allmählich zu selten geworden. Die norwegische Geschichte dagegen liefert den Sagamännern auch später noch Stoff.

Fornaldar Sögur

Neben den bisher besprochenen geschichtlichen Sagas gibt es die märchenhaften Sagas, die "Fornaldar Sögur" - Geschichten aus der forn öld, d.h. der alten Zeit. Si werden so genannt, weil ihre Handlung meist in den Jahrhunderten vor der Entdeckung Islands spielend gedacht wird. Ein Teil dieser Sagas erzählt germanische Heldensagen, so z.B. die Völsunga saga, die Hervarar saga oder die Halfreðar saga.

Andere haben Wikinger als Helden, wie z. B. die Ragnarsdrápa und die Örvar Odds saga. Eine dritte Gruppe ist rein märchenhaft, und zu dieser gehören auch einige auf Island spielende Stücke, wie z.B. die Bárðar saga Snæfellsáss oder die Víglundar saga... → Weiterlesen.

Sagapflege

Gisle med Aud och Gudrid

Szene aus der Gisla saga Surssonar.

Der Vortrag von Geschichten in der Art der handschriftlich überlieferten Sagas läßt sich bis ins 10. Jh. zurückverfolgen. Anhaltspunkte liefern hierbei einerseits die Zeugnisse für Sagabelustigung (sagnaskemtan), andererseits die stilistische Beschaffenheit der Denkmäler.

Die sagamäßige Darstellung der geschichtlichen Begebenheiten beginnt um 930, also um die Zeit, wo die Besiedelung Islands abgeschlossen war. Dazu stimmt, dass unmittelbare Zeugnisse für Sagaerzählen und Geschichtswissen, die wir aus Island, Norwegen (Theodoricus Monachus, 12. Jh.) und Dänemark (Saxo Grammaticus) haben, und das mittelbare Zeugnis der außerhalb Islands spielenden Sagas, in denen Isländer häufig eine hervorragende Rolle spielen, gemeinsam hinweisen auf die Isländer als Träger der Sagakunst und des Sagawissens.

Die Sagapflege tritt also gleichzeitig mit dem Isländertum und in Verbindung mit diesem auf. Das Interesse an merkwürdigen Nachbarn und Zeitgenossen und der Ahnenstolz der großen isländischen Familien führten über die Anekdote hinaus in mündlichem Betrieb zu novellen- und romanartigen Schöpfungen. Hieraus erklärt sich die Wirklichkeitstreue der Sagas, ihr Reichtum an genealogischem und sonstigem Einzelwissen, ihre Kunst des Verschweigens und ihre eigentümliche Verbindung von dramatischer Handlungsführung und biographischer Anlage.

Britische Inseln und Normandie

Verschiedene Umstände weisen darauf hin, dass es im 10. und 11. Jh. unter den Nordleuten auf den britischen Inseln und in der Normandie etwas der isländischen Sagapflege Vergleichbares gegeben hat.

  • a) Eine Erzählung aus der Zeitgeschichte wird bezeugt durch den irischen Text Cogadh Gaedhel. Sie schilderte, vermutlich als ihren Höhepunkt, die Schlacht bei Clontarf (1014) und verwendete dabei dialogische Auftritte (Sigtrygg Seidenbart und seine irische Gattin), die unverkennbare Verwandtschaft mit der realistischen Saga zeigen. Der 1055 gestorbene dänische Jarl Sivard von Northumberland war der Held einer sagenhaft ausgeschmückten Lebensbeschreibung, die nordisches Kostüm und einen Anklang an den Sagastil zeigt. Zwei Episoden aus dem Leben des Wikingerführers Hasting bei Dudo von Saint-Quentin (* um 965) (Einnahme von Luna, Verhandlung an der Seine) lassen als Dudos Quelle einen sagaähnlichen Bericht durchblicken. [1]
  • b) Auf nordische Dichtungen, die den Fornaldarsögur nahestanden, weisen gewisse Stoffe bei Lateinern in Britannien und in der mittelenglischen und altfranzösischen Literatur zurück. Besonders kommen hier in Betracht Horn (Rimenild dürfte eine Hrímhildr dóttir Hialmars konungs af Vestnesi spiegeln), Havelok (der nicht mit Olaf Tryggvason, sondern mit Olo vegetus-Alo zusammenhängt) und Chrestiens Roman Erec et Enide. Erecs Abenteuer in Brandigan ist eine ritterliche Umdichtung eines normannischen Heldenmärchens von Erik (Eirikr viðförli, nach Flat. I, 29 sowohl von Norwegern wie Von Dänen als Landsmann angesehen), das Saxo Grammaticus, isländischer Quelle folgend, von dem Isländer Torkillus erzählt; es ließ seinen Helden auf kühner Entdeckungsfahrt durch das Elysium unter steigender Gefahr in den Tartarus gelangen, an dessen Eingang Menschenköpfe auf Pfählen starren. [2]

Irisch-walisische Überlieferung und Arthusromane

Zwischen der mittelenglischen und altfranzösischen Literatur und den isländischen Sagas kann - auch in Ermangelung der Urtexte - keine scharfe Grenze gezogen werden. Diese Verwandtschaft wird durch bedeutende Gemeinsamkeiten und Verwandtschaften von Motiven weiter beleuchtet, die bestehen zwischen der Saga - (besonders Fornaldarsögur-) Literatur und der irisch-walisischen Überlieferung einerseits, sowie andererseits den König Arthusromanen - Zusammenhänge, die für die Frage nach den Grundlagen der Arthus-Epik ebenso aufklärend sein dürften wie für die nach den Anfängen der Saga.

  • b) Gemeinsame Motive der Fornaldarsögur und der Ritterepik sind:
    • Der Held befreit eine Jungfrau von einem unwillkommenen, gewalttätigen Freier, indem er ihn erschlägt (besonders bei Halfdan bergram);
    • Der rückkehrende Gatte (bei Saxo Grammaticus dafür der Verlobte, was wohl auf Einfluß isländischer Skaldensagas beruht);
    • Der Kampf zweier Helden, der damit endet, dass sie Freundschaft schließen.

Diese und andere fremde Motive können nicht erst auf Island in die Sagas eingedrungen sein. Sie setzen vielmehr voraus, dass entweder die Sagas, in denen wir sie finden, oder ähnliche Werke in nordischer Sprache, aus denen jene entlehnt haben, in den westlichen Wikingersiedelungen vorhanden gewesen sind.

Von dem Einfluß nordischer Dichtung auf die altfranzösischen Romane in achtsilbigen Versen zeugen ferner die in diesen vorkommenden wikinghaften Vorgänge (Gormund und Isembart, Wolfram Parz. Buch I) mit den dazugehörigen skandinavischen Ländernamen, auch wohl die häufigen stabenden Namenpaare. Bei Ragnarr Lodbrok, Frotho I. und Egill weisen auch Schauplatz und Personen darauf hin, dass das von diesen Personen Erzählte (teilweise) durch ein britannisches Stadium hindurchgegangen oder von einem solchen ausgegangen ist.

Waräger

Auch für die Waräger in Russland sind Beziehungen zur Saga anzunehmen. Örvar-Odds Erlebnisse bei König Herraudr von Húnaland mit der Bialkalandfahrt gehen zurück auf ein Märchen des Goldenertypus, das vermutlich christliche Waräger, um das Motiv von der Natter im Pferdeschädel bereichert, an Oleg, den Eroberer von Kiew, geknüpft hatten.

In verkürzter, aber z.T. ursprünglicherer Form erzählt dieselbe Geschichte Saxo von Arngrimus pugil Sueticus. Auch in der dänischen Sage von Otharus und Syritha steckt ein Märchen wahrscheinlich südöstlicher Herkunft. Die zahlreichen Märchenstoffe in den Sagas veranschaulichen ebenso wie die Berührungen mit dem ritterlichen Roman die engen Zusammenhänge mit der europäischen Literaturbewegung im Zeitalter der Kreuzzüge. [3]

Norwegen

Für Norwegen erweist ein Vergleich der Viser-Dichtung mit den isländischen Märchensagas, dass dort in den ersten christlichen Jahrhunderten märchenhafte Stoffe gleicher Art und z.T. dieselben im Schwange waren wie gleichzeitig auf Island. Wieweit die prosaische Überlieferung dieser Stoffe den Namen "Saga" verdient, ist strittig.

Eine zeitgeschichtliche Saga gab es in Norwegen nicht, bis am Ende des 12. Jhds. der von den Färöern gebürtige König Sverrir in Nachahmung europäischer Muster seine Geschichte durch einen Isländer schriftlich erzählen ließ. Schon dieser Mangel macht es wahrscheinlich, dass wir uns die Form der altnorwegischen Märchen und Sagen erheblich anders zu denken haben als die der altisländischen.

Auch kann die Ausbildung der Sagakunst auf Island kaum ohne Anstoß von außen vor sich gegangen sein. Ein solcher Anstoß kann nach den Bedingungen der Siedelung nur von keltischer Seite gekommen sein. In der Tat blühte bei den Kelten, besonders bei den Iren, seit alters die kunstmäßige Prosaerzählung. Dieses Vorbild war für das Mutterland gewiß nicht so wirksam wie für die neuen Siedelungen in naher keltischer Nachbarschaft.

Irischer Einfluß

Der irische Einfluß auf die Saga ist oft überschätzt worden. Die stilistischen Unterschiede der beiden Literaturen sind erheblich. Immerhin wird der altnordische Erzähler von der Darstellungsweise der lebhafteren Kelten den Hang zur Vertiefung in die einzelne Szene übernommen haben, also die Ausmalung des farbigen Bildes und besonders die Entwicklung der Handlung in bewegter Rede und Gegenrede, außerdem den Aufbau langer Geschichten und ihren Vortrag in festlicher Veranstaltung, so, wie man bisher nur Verse vorgetragen hatte.

Die Briánssaga, deutlicher die Orkneyinga und Faereyinga saga zeigen, dass eine derartige Erzählweise nicht auf Island beschränkt gewesen ist. Island aber bot einen bevorzugten Schauplatz zu reicher und ungestörter Weiterentwicklung. Daher die Fülle und die teilweise so hohe Vollendung der isländischen Werke.

Quelle für die Altertumskunde

Während die Fornaldarsögur für den vergleichenden Betrachter des mittelalterlichen Schrifttums im Vordergrund steht, kommt als Quelle für die germanische Altertumskunde vorrangig die realistische Islendinga in Betracht. Ihr Wert in dieser Beziehung ist einzigartig. Er liegt überwiegend auf einem Gebiet, für das sonst die Berichte fast nichts oder etwas allein für sich Irreführendes bieten: auf dem des vorchristlichen Seelenlebens, der Ethik und der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Zu den Aussagen, die die Sagas über diese Dinge machen, gehört auch ihre eigene Stellung zum Stoff und zum Leben - weitgehende Parteilosigkeit, Freiheit von Vorurteilen, feine Menschenkenntnis, vorzugsweise Empfänglichkeit für tragische Reize -, ferner ihre Selbständigkeit gegenüber dem irischen Vorbild.

Ohne Vertrautheit mit den intimen Lebens- und Menschenbildern der Isländer- und Königssagas ist es kaum möglich, die weniger eingehenden, weniger klaren und verläßlichen und stärker vereinzelten Quellen namentlich für die Südgermanen richtig zu beurteilen und auszunutzen. Auch über manche Seiten der mehr äußeren Kultur der heidnischen Isländer liefern die Sagas wertvolle Aufschlüsse. [4]

Übersicht

Islandsaga Schauplätze by Helgason, 1934

Schauplätze von Isländersagas

1. Das Westviertel

2. Das Nordviertel

3. Das Ostviertel

4. Das Südviertel

5. Vinland-Sagas

Quellen

Einzelnachweise

  1. M. Deutschbein. Studien zur Sagen-Geschichte Englands. Cöthen 1906.
  2. A. Heusler, Die Anfänge der isländischen Saga, Abh. d. Berl. Akad. d. Wiss. 1913 Nr. 9; Berlin 1914.
  3. Die Gautrekssaga in zwei Fassungen (Internet Archive). Wilhelm Ranisch. Berlin : Mayer & Müller, 1900.
  4. Das Strafrecht der Isländersagas (Internet Archive). Andreas Heusler. Leipzig : Duncker & Humblot, 1911.
  5. Wikipedia: Isländersagas (Version vom 15.05.2017)

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