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Scheibenfibel

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Die bekanntesten Scheibenfibeln entstanden aus karolingisch - ottonischen Vorbildern. Die meisten Fundstücke stammen aus der Zeit zwischen 850 und 900 n. Chr, doch auch aus der Völkerwanderungszeit gibt es bereits Funde von Fibeln dieser Art.

Beschreibung

Das typische Merkmal der Scheibenfibeln ist die oft reichverzierte Platte als Abdeckung über der Nadelkonstruktion. Es gab große, runde Exemplare mit über 5 cm im Durchschmesser aus Gold oder Silber, mit aufwendigen Verziehrungen in Filigran und Granulationstechnik. Viele Scheibenfibeln haben goldverzierte Einlegearbeiten mit Schmucksteinen, sind emailliert oder tauschiert oder haben eine Auflage aus Gold- oder Silberblech. Speziell in Haithabu fand man viele dieser Fibeln aus einer Zinn-Blei-Legierung. Fibeln aus solch preiswerten Material waren wohl eher "Massenware" und ein tägliches Gebrauchstück für die weniger reiche, aber doch nicht mittellose Bevölkerungsschichten.

Geschichte

Scheibenfibeln dienten, wie die meisten Fibeln, zum Zusammenhalten der Kleidung. Die großen Scheiben waren vor allem im Frühmittelalter feste Bestandteile der Frauentracht, deutlich kleinere Exemplare wurden ab der Karolingerzeit aber auch von Männern getragen. Bekannte und den angrenzenden Jahrhunderten.

Spätantike und Völkerwanderungszeit

Im 2. Jh. treten einige provinzialrömische Scheibenfibeltypen auf, die nur sporadisch in Nordeuropa gefunden wurden, wie z.B. Hasenfibeln oder Hakenkreuzfibeln. Ein auffälliger Unterschied zwischen diesen und den germanischen Fibeln ist die Scharniereinrichtung der erstgenannten, die von den Germanen erst in der Völkerwanderungszeit aufgenommen wurde. Im weiteren Verlauf der Spätantike erhielten die provinzialrömischen Scheibenfibeln dann eine Armbrustkonstruktion statt der klassischen Scharniereinrichtung.

Hakenkreuzfibel

Als Hakenkreuzfibeln bezeichnet man eine ab dem 2. Jh. auftretende Form der Scheibenfibeln. Auffällig waren sie vor allem im späteren Verlauf der Völkerwanderungszeit, als sie dann vermehrt in Dänemark (Bild), Mecklenburg, Schweden und Norwegen gefunden wurden. Häufig waren diese Fibeln mit ihren (mal rechts-, mal links-drehenden) Spiralarmen mit gepreßtem Silberbelag ausgestattet.

Frühmittelalter

Zu Beginn des Frühmittelalters waren es vorallem die Scheibenfibeln, die die bisher üblichen Bügelfibeln teilweise ersetzten. So verschwanden am Übergang vom 6. zum 7. Jh. die Bügelfibeln allmählich aus dem Inventar der germanischen Gräber und wurden durch große Scheibenfibeln abgelöst. Von den vielen Verzierungsarten der Scheibenfibeln seien genannt: die Ausschmückung mit weit voneinander entfernt stehenden Steinen, die älteste (Abb. 71), die etwas jüngere Zellentechnik mit Glas oder Almandinen (Abb. 72), die Tauschierung (Abb. 73) und die Tierornamentik des 7. Jhds. (Abb. 74).

Meist gotländisch sind die skandinavischen Scheibenfibeln mit Tierornamenten jüngerer Formen (Abb. 83). Daraus entwickelte sich als Variante zum Ende des Frühmittelalters hin die Dosenfibel als häufig vorkommende gotländische Lokalform. Eine Variation der Scheibenfibel, die zur Zeit der Karolinger auftauchte, war die Dreiecksfibel, die häufig mit reicher Pflanzenornamentik verziert war (Abb. 84).

Übergang zum Hochmittelalter

Während die älteren Formen der Scheibenfibeln aus Bronze oder Gold massiver gearbeitet sind, oft mit kreisförmig stehenden Tieren (Bild), bestehen die jüngeren Formen meistens aus Silber. Sie entwickeln sich zu dünnen Scheiben mit Filigranzieraten oder gravierten Mustern (Abb. 90). Man trifft sie nicht nur in den Wikingerzeitfunden, sondern auch in den mittelalterlichen Schatzfunden des 11. und 12. Jhds. Sie bezeichnen den Übergang zu den modernen Broschen, die nur Schmuckgegenstände ohne irgendeinen organischen Zusammenhang mit der Tracht werden. Auch der mittelalterliche, gemeineuropäische Name braza, von dem lateinischen bractea - 'dünne Scheibe', ist der Vorläufer der modernen Brosche.

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Quellen

Einzelnachweise

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