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Eine Schmiede bzw. Schmiedehütte ist ein Haus, in dem geschmiedet wurde. Die Hufeisen zum Beispiel oder die Schwerter. Dort standen Amboss, Esse, Blasebalg und sonstige Werkzeuge des Schmieds. Die Schmiede konnte außerdem ein Lager haben, in dem Kohle und Eisen/Stahl Gelagert wurden. (s.a. Schmied).

Geschichtliches

Während des Hochmittelalters, im 13. Jhd., vollzog sich eine große Umwälzung in der Eisenbereitung. Man fing an, die Menschenkraft durch die Wasserkraft zu ersetzen. Wie die Wassermühlen die Handmühlen verdrängt hatten, so verdrängten die Schmelzöfen, deren Blasebälge durch Wasserräder bewegt wurden, und die Hammerwerke an den Bächen und Flüssen die alten Waldschmieden.

Die Waldschmiede verließen die waldigen Höhen und bauten sich im Tal unter dem Schutz der Landesherren Eisen- und Hammerhütten. Damit war der Anfang einer auf Maschinenkraft begründeten Eisenindustrie gegeben, deren Entwicklung bis zur Gegenwart kaum mehr ihre Entstehung aus den einfachen Waldschmieden ahnen läßt. In der Steiermark vollzog sich dieser Wechsel bereits im 13. Jhd. Im Siegerland wird zuerst 1311 eine "Maßhütte an der Weiste", dem bei Siegen in die Sieg mündenden Weißbach, erwähnt.

Maß- oder Massenhütten

Diese Schmieden hießen Maß- oder Massenhütten wegen der Eisenmassel (massa ferri), dem Eisenklumpen oder „Stück", das nach vollendeter Schmelzung wie bei den Rennherden ausgebrochen wurde. Die Maßöfen waren also ursprünglich Stücköfen, niedrige Schachtöfen. In Steiermark hießen sie „Plaaöfen", in Schmalkalden „Blauöfen", d. h. Blaseöfen, wegen des starken Windes der durch Wasserkraft getriebenen Blasebälge.

Diese neue Betriebsweise hatte eine für die weitere Entwicklung der Eisenindustrie sehr wichtige Folge. Durch den stärkeren Wind entstand in den Öfen, die man der größeren Produktion wegen erhöht und zu Schachtöfen ausgebaut hatte, eine weit größere Hitze als in den alten Rennherden. Die Folge war, dass das Eisen, das länger im Ofen blieb, sich höher kohlte, schmolz und als flüssiges Roheisen mit der Schlacke aus dem Ofen lief. Dieses „Rauheisen" hatte zwei Vorzüge:

  • Erstens ergab es in besseres, gleichmäßigeres Schmiedeeisen, als das aus den Erzen direkt geschmolzene, wenn es zum zweitenmal ähnlich wie der Eisenstein vor dem Wind im Ofen geschmolzen wurde. Man nannte es „zwiegeschmolzenes Eisen" und das Verfahren das „Frischen".
  • Zweitens ließ sich das flüssige Eisen in Formen gießen; damit war eine neue Technik erfunden: die Eisengießerei.

Dieser Foertschritt vollzog sich während des Spätmittelalters, in der zweiten Hälfte des 14. Jhds. 1402 goß man bereits Kanonenkugeln und kleine Geschütze (Böller). Damit war die Grundlage der modernen Eisenindustrie gegeben. Noch heute beruht die Herstellung von Schmiedeeisen und Stahl auf dem indirekten Verfahren, dem Frischen des Roheisens, und die Eisengießerei entwickelte sich zu einem wichtigen Zweig der Eisenindustrie.

Quellen

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