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Die Schuhe, Schuhwerk (skóklaedi, skóföt) bzw. Fußbekleidung (fótabúnadr) war zu den verschiedenen Zeiten sehr verschiedener Art und richtete sich teilweise nach der Länge der Beinkleider.

Geschichte

Die Fußbekleidung der Bronzezeit bestand aus Stoffstreifen, die um den Fuß und die Knöchel gewickelt und teilweise wiederum von einfachen Lederschuhen bedeckt wurden. Dieses Schuhwerk hat große Ähnlichkeit mit den Schuhen, die noch in der Neuzeit auf Island und den Färöern getragen werden.

Völkerwanderungszeit

Während der Völkerwanderungszeit in Mittel- u. Nordeuropa - so zeigen es mehrere besonders reiche Moorfunde - bestand die Fußbekleidung aus Knöchelstrümpfen aus festen Stoff, der in manchen Fällen an die Beinkleider festgenäht war, so dass diese und die Strümpfe ein zusammenhängendes Ganzes bildeten. Die äußere Fußbekleidungbildete ein Lederschuh (z.B. Wendeschuh) mit eingeprägten Ornamenten und so geschnitten, dass man ihn über dem Spann zubinden konnte

Frühmittelalter

Wikinger Lederschuh

Wikinger Lederschuh

Im Frühmittelalter war das Schuhwerk war in der Regel sehr einfach. Die verbreitetsten Schuhe waren von ähnlicher Beschaffenheit wie die der Bronzezeit (siehe Kleidung der Bronzezeit), nämlich Lederschuhe, die aus einem einzigen Stück Leder hergestellt und hinter der Ferse und über den Zehen zusammengenäht waren, wo kleinere Keilstücke ausgeschnitten waren. Der größte Teil des Spanns war somit unbedeckt. Zum Nähen dieser Schuhe benutzte man Tiersehnen und eine besondere Art Schuhnadel (skónál). Sie wurden über die Knöchel mit Schuhriemen gebunden, deren Ende zuweilen mit Quasten oder Zinnknöpfen versehen waren.

Die Fußbekleidung der Frau unterschied sich nicht wesentlich von der des Mannes, mit Ausnahme, dass sie an Stelle von Hosen Socken (sokkar) trug, die ein wenig über die Schenkel reichten. Diese waren mit einem Strumpfband (sokkaband) festgehalten und gehörten (in Deutschland) ausschließlich zur Frauentracht. Besonders der bóti wird häufig als Frauenstiefel genannt.

Römische Fußbekleidung

In Buchmalereien der Karolingerzeit sieht man z.B. sowohl bei der einfachen wie der gehobenen frühmittelalterlichen Römertracht neben der christlichen Fußbekleidung auch noch die Beibehaltung der antiken Sandalen, wie sie sich bei der Mönchskleidung bis in die Neuzeit erhalten haben. [1]

Hochmittelalter

Schuh 15. Jh. in Dordrecht gefunden

15. Jh. (gefunden in Dordrecht)

Ab dem 12. Jh. kam es zu immer mehr modischen Einflüssen in der Schuhmode und so wurden diese Schuhe unter anderem auch noch in verschiedenen Schafthöhen und Schnitten angeboten. Zudem gab es auch unterschiedliche Arten, um die Schuhe zu verschließen, denn neben den klassischen Schnürschuhen wurden nun auch noch vermehrt Knöpf-, Schlupf- und Riemenschuhe gefertigt. Besonders in Mode kamen zu diesem Zeitpunkt Schuhe mit einer spitzen Ferse und erst im 13. Jh. wurden dann mehr und mehr auch die runden Formen populär.

Gegen das Ende des 12. Jhds. wurde es Mode, sehr spitze Schuhe zu tragen, was man dadurch erreichte, dass man es unterließ, ein Keilstück auf der Seite des Schuhs, die die Zehen umschließen sollte, auszuschneiden. Von einer besonderen, höchst eigentümlichen Art waren die sog. Hufschuhe für das Laufen auf glatten Flächen. Neben diesen niedrigeren Schuhen hatte man auch höhere Schuhe, die bis über die Knöchel gingen und entweder geknöpft oder an den Schenkel gebunden wurden. Diese Schuhe, die den ganzen Fuß bedeckten, bekamen später große Ähnlichkeit mit den heutigen Stiefeln. Diese hohen Schuhe werden um 1200 erwähnt, bestanden aus Sohlen und Überleder und besaßen Schuhleisten im Gegensatz zum Schaft. Von ähnlicher Art waren die sog. Botar (vgl. afranz. bote, engl. boot), nur etwas höher, so dass sie ein gutes Stück über den Schenkel reichten.

Im Hochmittelalter werden Schuhe aus allen möglichen Arten Leder erwähnt, die feinsten aus Korduanleder und die einfachsten aus Haifischleder. Die einfacheren waren zuweilen mit den Haaren daran, während die feineren mit reichlicher Seidenstickerei geschmückt oder goldbestickt sein konnten. Zum Schuhwerk könnten außerdem die Stiefelhosen gerechnet werden.

Arten

Wendeschuhe Turnshoe

Frühmittelalterliche Wendeschuhe aus Ziegenleder.

Schuhe für Kinder

Die Kleidung und Schuhe der Kinder ähnelten im Mittelalter denen der Erwachsenen, abgesehen von der Größe natürlich. Ergebnissen von Ausgrabungen zur Folge trugen Kinder neben Halbschuhen wohl auch knöchelhohe Schuhe. Daraus ergibt sich zudem, dass die Kinder im Mittelalter auch tatsächlich Schuhe getragen haben, denn dies wurde eine Zeit lang als fraglich angesehen. Gegen Ende des Mittelalters wurden Kinderschuhe fast ausschließlich vorne geschnürt. Ab dem 15. Jahrhundert trugen Kinder zwischen 2 und 6 Jahren jedoch vornehmlich Schuhe, welche über eine Schnalle verschlossen wurden.

Die Schuhe der Armen

Über die Schuhbekleidung der ärmeren Menschen im Mittelalter ist nur wenig bekannt. Es ist anzunehmen, dass die ärmere Bevölkerung vorzugsweise barfuß unterwegs war. Eventuell trug man einfache Bundschuhe oder Holzschuhe. Diese bestanden in den meisten Fällen einfach aus einem Stück harten Leder, welches dann direkt um den Fuß gewickelt und an der Spitze zusammengebunden wurde. Ab dem Jahre 1493 nutzten die Bauern den Bundschuh als Wappen auf ihren Fahnen. Dieser galt als Zeichen für Unterdrückung und Armut.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Trachten, Kunstwerke und Geräthschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts (Internet Archive). Band 1-10 : nach gleichzeitigen Originalen. Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck. Frankfurt am Main : H. Keller, 1879. Taf. 12c.

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