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Das Schwert ist eine Hieb- und Stichwaffe, die schon bei den Römern und anderen antiken Kulturen allgemein in Gebrauch war. Die Formen variieren von gerader oder gebogener, ein- oder zweischneidiger Klinge [1], Griff und, je nach Epoche und Herkunftsland, Parierstange und Knauf.

Beschreibung

Das Wort „Schwert“ ist aus dem althochdeutschen Wort swert oder auch swerd entstanden. Im Spätmittelalter kamen Schwerttypen auf, die man beidhändig führte, z. B. Anderthalbhänder, sogenannte Lange Schwerter und schließlich Zweihandschwerter.

Arten

Schon seit der Eisenzeit sind aus den Funden längere und kürzere, ein- und zweischneidige Schwerter zu Hieb und Stich zu unterscheiden, die einen mit langer zweischneidiger Klinge und kurzem Griff, die andern mit kurzer einschneidiger Klinge und langem Griff.

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  • Anderthalbhänder - Ein- und zweihändig geführte Schwerter mit extra langem Griff (12.-14. Jh.)
  • Claymore - Schottischer Zweihänder (14.-17. Jh.). Ab dem 17. Jh. als Breitschwert mit Korbgriff im Einsatz.
  • Falchion - Auch Malchus. Einschneidiges Hiebschwert mit bis zu 95 cm Gesamtlänge (13.-15. Jh.)
  • Flamberge - Zweihänder mit flammenförmiger Klinge
  • Langschwert - Das lange Schwert ist nach griechischen und römischen Berichten die Waffe der Völker des Westens und Nordens. Es war ab dem Spätmittelalter als Zweihänder oft von enormer Länge.
  • Katzbalger - Ein kurzes Landsknechtsschwert (16. Jh.).
  • Krummschwert - Auch Scimitar. Sammelbezeichnung für orientalische Säbel.
  • Kurzschwert - Einhandschwerter mit kurzer Klinge zwischen 40-80 cm Gesamtlänge.
  • Púsch (busch) - Hölzernes Schwert oder ein Stock, dessen sich die Jugend bei den Fechtübungen (Steckenspiele) bediente.
  • Reiterschwert - Schlankes Einhandschwert, auch Seitschwert oder auch Feldrapier (15.-17. Jh.), zu den frühen frühe Rapieren gehörig.
  • Richtschwert - Justizschwert mit abgerundetem Ort (ab 16. Jh.).
  • Ritterschwert - Einhandschwert des Hoch- bis Spätmittelalters mit 90-130 cm Gesamtlänge (10.-15. Jh.)
  • Sauschwert - Jagdschwert mit vierkantiger Klinge, am unteren Ende abgeflacht (15. Jh.).
  • Sax - Einschneidiges Hiebschwert, das von der vorrömischen Eisenzeit bis ins Hochmittelalter in Mitteleuropa und Nordwesteuropa verbreitet war.
  • Semispatha - Einschneidiges, schmales Kurzschwert, dem heutigen Weidmesser oder Hirschfänger nicht unähnlich.
  • Spatha - Ein ursprünglich römisches, zweischneidiges Langschwert ohne ausgeprägte Parierstange.
  • Zweihänder - Verlängerte Variante des Langschwerts ab dem Spätmittelalter und der Renaissance. Für den Stoss war es jedoch zu wenig widerstandsfähig, denn es bog sich.

Aufbau

Die Haupttugenden des Schwertes sind Schärfe, Härte und Stärke. Die Schneide heißt ecke, egge; die Blutrinne durch die Mitte heißt valz; der Griff heißt ahd. helza, ags, helt, hielt, altn. hialt, mhd. helze, gehilze, helza. Er ist mal länger, mal kürzer und oft mit Gold, Perlen und Edelsteinen geschmückt. Am Beginn des Griffes verwandelt sich die Klinge in einen festen, starken Stab, der sich in einem Knopf aus Eisen oder anderen Metallen schliesst, während der Stab oft mit Leder oder Leinwand überzogen ist.

Die Skramasaxe haben statt des Knopfes oft eine einfache Befestigung der Klinge am Griff, indem die Angel einfach durch die Holzhülse geschoben und umgenietet wird. Parierstangen (zum Schutz der Hand) finden sich weder am Knauf der spatha, noch des scramasax, wohl aber am Ritterschwert, und zwar stehen sie senkrecht zum Griff und bilden mit diesem ein Kreuz, oder sie sind etwas gegen die Schneide gebogen, oft auch s-förmig.

Die großen Schlachtschwerter der deutschen Landsknechte waren ca. 90-95 cm lang, ca. 10 cm breit und mit einem langen Griff versehen, damit sie mit zwei Händen geführt werden konnten. Die Ritterschwerter waren kürzer, ca. 60-65 cm lang und 5-8 cm breit.

Trageweise

Das Langschwert wurde an einem Gürtel an der linken Seite getragen, das Halbschwert (Sax) an der rechten, in der Regel mit Ketten am Ringhemd befestigt. Mit Beginn der eigentlichen Ritterzeit verschwindet die Führung zwiefacher Schwerter und an die Stelle des Sax tritt öfters nur ein Dolch oder Messer. Gleichwohl erhielt sich der Ausdruck sahs noch längere Zeit bei den älteren Dichtern, bis er sich bei den jüngern auf die Bedeutung Messer beschränkt.

Zubehör

Die Schwertscheide war schon früher ein notwendiges Zubehör. Sie bestand aus Holz mit Leinen- oder Lederüberzug. Metallene Scheiden waren durch das ganze Mittelalter sehr selten. Als Schwertfessel (swertfezzel) wird der um die Hüften geschlungene Gürtel bezeichnet, an welchem das Schwert getragen wird, das eigentliche cingulum militare, dessen Umgürtung beim Ritterschlag feierlich geschah. Es bestand aus Leder, war aber häufig reich mit Samt, Borten und Edelsteinen verziert. [2]

Geschichte

Für den kriegerischen Gebrauch wurden schon im ersten Jahrtausend statt der Schwerter auch Säbel und spätestens ab dem 17. Jh. Pallasche gebraucht; nur die Scharfrichter bedienten sich bis zur Einführung der Richtmaschine noch zum Enthaupten eines Richtschwertes.

Bronzezeit

Vollgriffschwert Typ Riegsee, Museum Ulm Objekt B 79

Vollgriffschwert (Typ Riegsee)

Die bronzenen Schwerter der eigentlichen Bronzezeit (2200 - 800 v.Chr) erweisen sich mehr zum Stich als zum Hieb geeignet und wurden, wie der auffallend kurze Griff vermuten lässt, wahrscheinlich wie Dolche gefasst. Die Klingen sind zweischneidig und spitz; dem Griff fehlt die Parierstange. Aus dieser Periode sind u.a. folgende Schwerttypen bekannt:

  • Antennenschwert - Eisen- u. Bronzezeitlicher Kurzschwerttypus. Z.B. Auvernierschwert.
  • Vollgriffschwert - Griffangel- bzw. Griffzungenschwerter mit aufgenieteten oder angegossenen Griff. [3]
  • Xiphos - Griechisches Kurzschwert mit ca. 70-75 cm Gesamtlänge. Vorstufe des römischen Gladius.

Neben den geraden Schwerter sind aus der Nordischen Bronzezeit (1.800-530 v.Chr.) auch einige skandinavische Varianten von gekrümmter oder geschweifter Gestalt bekannt, so z.B. die Krummschwerter aus Rørby in Dänemark oder Knutstorps gård in Schweden... → Zum Hauptartikel.

Hallstattzeit

Hallstattschwert Griff Alice Schumacher NHM Wien

Griff eines Hallstattschwertes

Während der ersten Eisenzeit (800-450 v. Chr.), bzw. späten Hallstattzeit (C-D) entsprechen die Schwerter ihren bronzenen Vorläufern. Diese Griffzungenschwerter bestehen zum Teil aus Bronze, wurden vorherrschend jedoch, wie die meisten Waffen und Geräte im Gegensatz zu den Gefäßen, aus Eisen hergestellt. Sie haben breite, schwere Klingen mit schräg abgeschnittenen Spitzen.

Die Handgriffe schließen ab in großen Knaufen, häufig von der Form der Insektenfühlhörner (Antennenschwerter), und unterhalb des Griffes bemerkt man an der Klinge seitliche Einschnitte. Ein Leittypus für die Periode HaC (800–620 v. Chr.) sind Schwerter vom Typ Mindelheim mit dem typischen Pilzknauf, auch schlicht Hallstattschwert genannt... → zum Hauptartikel.

Latènezeit

Aus den hallstattzeitlichen Typen entwickelten sich dann die Schwerter der Latènezeit (450-100 v. Chr.) mit geschwungener Parierstange. Ihre Form entspricht der späteren Spatha und bildete wohl den Vorläufer dieses Schwertes [4] ... → zum Hauptartikel.

Römerzeit

Die Römer hatten das gerade Schwert (Gladius oder Ensis), welches zu Hieb und Stich zugleich eingerichtet war; die beschildeten Krieger trugen es an der rechten Seite, Feldherrn und Hauptleute an der linken, entweder an einem ledernen Bandelier (Balteus) über der Schulter, oder an einem Gürtel (Cingulum) um den Leib.

In der Römischen Kaiserzeit (1 bis 375 n. Chr) führten die Principen die Spatha, welche ziemlich breit und eigentlich eine nordische Waffe war. In Friedenszeiten war es in Rom nicht Sitte mit dem Schwert bewaffnet zu sein. Die gallischen Schwerter waren sehr lang und ohne Spitze, daher nur zum Hieb; bei den Germanen war das eigentliche lange Schwert nicht sehr gewöhnlich, sondern mehr das kurze (Dolch) bzw. das einschneidige Messer (Sax). Prälaten, die keine Landeshoheit hatten, führten das Schwert nicht.

  • Gladius - Römisches Kurzschwert.

Völkerwanderungszeit

Alamannische Waffenbeigaben, Oberbade Freiburg, 6-7. Jh

Alamannische Schwertfunde (Oberbade, 6. Jh.

Dass den germanischen Schmieden schon vor und während der Völkerwanderungszeit (375-568) z.B. die Herstellung von damasziertem Stahl bekannt war, belegen litararische Zeugnisse über die oft erwähnten "wurmbunten"Klingen". So berichtet Cassiodor (um 480-583 n. Chr.) von einem Brief des Ostgotenkönigs Theoderich (451-526), worin dieser sich bei dem Vandalenkönig Thrasamund für das Geschenk eines herrlichen Schwertes „köstlicher als Gold" bedankte.

„Seine Klinge glänzte so hell, dass es im Anschauen das treue Spiegelbild des Gesichtes zurückwarf. Im mittleren Teil erschienen schöne Vertiefungen wie krausendes Gewürm und es zeigten sich so vielfältige Schattierungen, dass man glauben mochte, es sei das glänzende Metall mit verschiedenen Farben durchwebt." Zahlreiche Schwerter dieser Art wurden auch bereits im Nydamboot (320 n. Chr.) im Moorboden gefunden.

  • Ringschwert - Spatha mit einem Ringpaar seitlich am Knauf. Merowingerzeit (um 500-700 n.Chr.)

Frühmittelalter

Für die Elastizität der Stahlschwerter des Frühmittelalters gibt die Chronik des Kloster St. Gallen ein Beispiel. So empfing König Ludwig der Deutsche (um 806-876) von dem Normannenkönig Schwerter als Geschenk. Der König probte die Klingen mit seiner Hand stärker als Eisen auf ihre Spannkraft. Die eine zerbrach ihm in der Hand, eine andere aber bog er bis zum Griff wie eine Weidengerte zusammen und sie sprang, als er sie losließ, in ihre ursprüngliche Gestalt zurück.

Hochmittelalter

Sword Glory

Ab ca. dem 10. Jh. entwickelte sich aus dem Wikingerschwert als Weiterentwicklung der Spatha das sog. Ritterschwert (Langschwert). Die Übergänge waren dabei fließend. Die wesentliche Form der christlichen Schwerter am Ende des 12. Jhs. im Übergang zum 13. Jh. waren: ein starker Knauf (sowohl in sechseckiger, als auch in runder Form), aber stets auf zwei Seiten flach gedrückt, eine kurze Handhabe, eine breite Parierstange und eine kurze, breite Klinge. [5]

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Symbolische Bedeutung

Das Schwert war nicht bloß eine reine Waffe zum Angriff oder zur Verteidigung; es genoß auch eine große idelle Bedeutung. So durfte bei den Germanen niemand ein Schwert tragen, dem es nicht öffentlich in der Versammlung übergeben worden war, woher bei den Langobarden die Sitte kam, daß Fürstenkinder nicht eher an des Vaters Tisch essen durften, bis sie von einem anderen Fürsten durch Überreichung eines Schwertes wehrhaft gemacht wurden. Daraus entstand nachmals die Sitte des Ritterschlags und die Wehrhaftmachung der Edelknaben (s. Ritter).

Dem Verstorbenen wurde sein Schwert mit in das Grab gegeben. Bei den Skandinaviern wurde zwischen junge Eheleute in der Brautnacht ein Schwert gelegt, und bei den Friesen mußte die Braut unter einem bloßen Schwert in das Haus treten, beides, um sie zu erinnern, daß der Mann das Recht habe Verletzung der ehelichen Treue blutig zu rächen.

Im Frankenreich führten die Connetables (lat. Comes stabuli - 'Stallgraf') symbolisch ein Schwert neben dem Schild, in Deutschland der Kurfürst von Sachsen als Reichsmarschall im Schild. Als ehrende Bezeichnung für die Rettung Roms von der Fremdherrschaft Hannibals erhielt der Feldherr Marcus Claudius Marcellus (* um 268-208 v. Chr.) den Namen "das Schwert Roms"; in Nachahmung davon nannte sich König Albert von Sardinien (1798-1849) noch im 19. Jh., weil er Norditalien von der Herrschaft der Österreicher befreien wollte, selbst "Schwert Italiens".

Heraldik

The man with the broken sword...

In der Heraldik wird das Schwert als gemeine Figur sehr häufig gefunden und soll Adel und Gerechtigkeit, Macht und Gewalt bedeuten. Als Unterscheidungsstück wurde es in der neuerer Zeit von den Bischöfen in Deutschland neben dem Stab hinter den Schild gestellt, die Spitze gesenkt als Zeichen der weltlichen Gerichtsbarkeit über die Stiftslande. Die von Einigen gegebene Regel, daß Bischöfe, welche geborene Fürsten sind, das Schwert zur Rechten, die übrigen aber den Stab rechts führen sollen, wurde jedoch nicht beachtet.

Literarische Zeugnisse

Zahlreich sind die dichterischen Überlieferungen über die Schwerter der Helden und über ihre Schmiede. Die Schwerter der Helden führen Namen wie Siegfrieds Balmung, Wielands Mimung, Beowulfs Nægling, Dietrich von Berns Naglring usw. Sie vererbten sich als kostbarer Besitz von Vater auf Sohn. So schmiedete der kunstreiche Schmied Regin aus den Stücken des zerbrochenen Schwertes Sigmunds für dessen Sohn Sigurd das Schwert Gram, mit dem dieser Regins Ambos zerschlug (Lieder-Edda, Sigurdarkvidha II). [6]

Galerie

Quellen

Einzelnachweise

  1. Gerhard Seifert, Fachwörter der Blankwaffenkunde: dt. Abc der europäischen blanken Trutzwaffen; (Hieb-, Stoß-, Schlag- und Handwurfwaffen), Verlag Seifert, 1981
  2. Götzinger, E.: Reallexicon der Deutschen Altertümer. Leipzig 1885., S. 915-916.
  3. Wikipedia: Schwert - Bronzezeit
  4. Wikipedia: Schwert - Eisenzeit
  5. Hefner-Alteneck, Trachten, Kunstwerke. aaO. Bd. II, S. 11, Tafel 93A
  6. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 4 Bände (1. Aufl.). Johannes Hoops. K. J. Trübner, Straßburg 1911-1919. Bd. I, S. 545, § 8, 9.