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Für den Skandinavischen Handelsverkehr von der Nordostgrenze des Heiligen Römischen Reiches aus liegen ab dem Frühmittelalter, zur Zeit der Karolinger, die ersten schriftlichen Dokumente vor. Nichtsdestotrotz ist der Handelsverkehr zwischen Norddeutschland und Skandinavien sehr alt.

Beschreibung

In der Verordnung Karls des Großen von 805 ist von Handelsverbindungen Sachsens mit Dänemark und den Ostseeländern zwar keine Rede, dennoch bestand in sächsischer Zeit sehr wohl Handelsverkehr in die nördlichen Länder. Mit der Unterwerfung des nordöstlichen Teiles Sachsens, vor allem der Nordalbingier, traf Karl der Große eine empfindliche Stelle des nord-europäischen Handels.

Das Vordringen der fränkischen Eroberung über die untere Elbe veranlaßte im Jahre 808 den Dänenkönig Gotfried zur Zerstörung des wahrscheinlich an der mecklenburgischen Küste, vermutlich in oder bei Wismar, gelegenen und durch reiche Zolleinkünfte für Dänemark wichtigen Handelsplatzes Reric und zur Übersiedlung der dort wohnenden Kaufleute wahrscheinlich nach Schleswig (Sliesthorp).

Im nächsten Jahre knüpfte er durch Kaufleute Verhandlungen mit Karl an. An dieser Stelle erwähnen die Reichsannalen Kaufleute und einen Versuch, durch Kaufleute auf die Politik Karls des Großen einzuwirken [1]. Diese Umstände lassen bereits für diese Zeit auf die Wichtigkeit des Handels zwischen den Elbmündungsgebieten und der benachbarten Ostseeküste ein starkes Licht fallen.

Nach Karl dem Großen

Nachrichten aus der Zeit Ludwigs des Frommen bekunden ebenfalls alte Handelsbeziehungen und Handelsschiffahrt von Sachsen und Dorstat in die nordgermanischen Länder. Die Lebensbeschreibung von Erzbischof Ansgar von Hamburg-Bremen ist eine der Hauptquellen der Kenntnis dieser Handelsverbindungen. Dänemarks bedeutendster Handelsplatz und Seehafen Schleswig bildete die Zwischenstation im Nordsee- und Ostseehandel.

Der Name Schleswig (Sliaswich) ist deutsch, der entsprechende nordische Name lautet Hedehy (Haithabu, Heidhabyr, aet Haethum). Kaufleute wohnten in Schleswig, die bereits vor Erbauung der ersten christlichen Kirche im Ort in Dorstat und Hamburg die Taufe empfingen. Die von Karl dem Großen von Xanten am Rhein durch Sachsen geführte Heerstraße erreichte zwar die Elbe bei Stade, doch wirkten bei der Wahl Hamburgs zum Sitz des neuen Erzbistums wohl auch Verkehrsgründe, das Vorhandensein einer Kaufmannsansiedlung, mit.

Die Erlaubnis König Horichs von Dänemark zum Bau der Kirche in Schleswig rief hier um so größere Freude hervor, als man sich davon für den Handelsverkehr von Sachsen und Dorstat nach Schleswig große Erleichterung versprach.

Birka

Zum schwedischen Handelsplatz Birka im Mälarsee wurde Wein importiert. Einwohner aus Birka pflegten Verkehr mit Dorstat in Friesland, der erst infolge der Seeräubereien gefährlich wurde. Das Christentum hatte schon vor Erzbischof Ansgar von Hamburg-Bremen durch Handelsbeziehungen, wohl von Dorstat her, Eingang in Birka gefunden.

Dass schon lange vor dem Erscheinen Ansgars in Birka an diesem Handelsplatz eine friesische Niederlassung bestand, schlossen Forscher wie Sophus Bugge (1833-1907) auch aus den deutschen Namen mehrerer dort genannter christlicher Frauen, die ihr Vermögen den Kirchen und Armen in Dorstat spendeten. Vermutlich waren daher auch die christlichen Kaufleute, die das schwedische Heer auf dem Feldzuge nach Kurland begleiteten, friesischer Herkunft.

Ein auf Antrag des Dänenkönigs Siegfried zwischen diesem und Ludwig dem Deutschen abgeschlossener Vertrag regelte im Jahre 873 die sächsisch-dänischen Handelsbeziehungen und garantierte beiden Teilen friedlichen Verkehr. Es ist anzunehmen, daß außer den friesischen damals auch sächsische Kaufleute von Schleswig aus die Ostsee befahren haben.

Die Berichte der Seefahrer Othere und Wulfstan aus König Alfreds des Großen Zeit sind außerdem Zeugnisse des Interesses der Nordseevölker an der Ostseeschiffahrt; jener segelte von Norwegen nach Schleswig, dieser von Schleswig nach Truso (am Drausensee bei Elbing) und der Samlandküste [2].

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Annales regni Francorum zum Jahr 808, 809. („Annalen des Fränkischen Reiches“). Ed. Kurze, Hannover 1895. S. 125 ff.
  2. King Alfreds Orosius ed. Sweet 19 f.

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