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Als Slawen wird eine Gruppe von Völkern bezeichnet, die eine slawische Sprache sprechen und die vor allem Ostmitteleuropa, Osteuropa und Südosteuropa bewohnen. Die slawischen Sprachen sind neben den germanischen, romanischen und keltischen Sprachen eine der Hauptgruppen der indoeuropäischen Sprachfamilie in Europa.

Überblick

Titularnationen mit mehrheitlich slawischer Bevölkerung sind:

  • ostslawische Staaten: Russland, die Ukraine und Weißrussland.
  • westslawische Staaten: Polen, die Slowakei und Tschechien.
  • südslawische Staaten: Bulgarien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien. [1]

Beschreibung

Handelswesen

Die wichtigsten Handelsplätze im Frühmittelalter an der östlichen Grenze des Frankenreiches zu den Slawen und den Awaren nennt eine Verordnung Karls des Großen, die nach der endgültigen Beendigung der Sachsenkriege im Jahre 805 über den Handelsverkehr aus dem Reich zu den Ländern dieser Nachbarn erlassen wurde. [2]. Von Süden nach Norden zählt diese Verordnung als Handelsorte auf:

  • In Richtung Awaren und Slawen: an der Donau Regensburg und weiter donauabwärts Lorch a. d. Enns, ferner (nördl. Regensburg) Bremberg d. i. Pfreimd (am Einfluß der Pfreimt in die Naab).
  • In Richtung Slawen (in Oberfranken) Forchheim (südl.) und Hallstatt (nördl. Bamberg), weiter Erfurt, Magdeburg, Bardowiek, Scheeßel (nördlich Verden).

Von diesen Orten haben einige ihre handelsgeschichtliche Bedeutung bewahrt. Einige, wie Lorch, gingen infolge der Zurückdrängung der Slawen und der Kolonisation schon bald wieder verloren. Die Verordnung verbot den Verkauf, d. h. die Ausfuhr von Waffen und Panzern (Brünnen) zu jenen Nachbarn. Indem sie den aus dem Reich dorthin ziehenden Kaufleuten befahl, mit ihren Waren nur bis zu den genannten Orten vorzugehen, beabsichtigte sie, den Handelsverkehr auf fränkischem Grenzboden in bestimmten Orten zu konzentrieren.

Fiskalische und politische Erwägungen wirkten zusammen. Ob die Verordnung dauernde oder vorübergehende Geltung haben sollte, läßt sich kaum mit Sicherheit entscheiden. Daß Karl der Große mit der begonnenen, aber bald wieder aufgegebenen Herstellung eines Kanals zwischen Rednitz und Altmühl, im weiteren Sinne einer Verbindung zwischen Main, Rhein und Donau, weitreichende handelspolitische Pläne verbunden habe, ist wenig wahrscheinlich. [3]

Hochmittelalter

Im Handelswesen des Hochmittelalters nahmen an der Slawengrenze nördlich des Mittelgebirges die Handelsstädte Merseburg und hauptsächlich Magdeburg die ersten Stellen ein. Der Magdeburger Markt erscheint als Vorbild für Quedlinburg und Halberstadt. Er war der Hauptverkehrsplatz für den Handel aus dem Westen des Heiligen Römischen Reiches zu den Slawenländern zwischen Ostsee und Mittelgebirge.

Auch die Juden und Kaufleute in Merseburg standen laut der Chronik des Bischof Thietmar von Merseburg (975-1018) mit den Slawenländern im Handelsverkehr. [4] Den Handel an der Elbe in der Gegend von Meißen und Belgern erwähnt eine Urkunde Ottos II. von 983 (DO. II n. 184) [5]. Auch die Münzfunde bezeugen das Eindringen des deutschen Handels in die Slawenländer. [6]

Siedlungswesen

Eines der wesentlichen Merkmale für das Siedlungswesen im Hochmittelalter (ca. 900 bis 1300) war die Kolonisation der ostdeutschen Slawengebiete. So entstand im 11. bis 13. Jh. die deutsche Ostsiedlung: Aufgrund von wirtschaftlichen Interessen siedelten Deutsche in slawisch und baltisch bewohnten Gebieten östlich der Elbe und Saale, sowie in der Steiermark und Kärnten. Dadurch wurden Sprache und Kultur nach Osten ausgedehnt.

Zwischen 1039 und 1056 wurden Böhmen und Ungarn unter Kaiser Heinrich III. (HRR) zu Reichslehen. Gegen die Pruzzen rief Polen (Herzog Konrad I. von Masowien) im Jahr 1225 den Deutschen Orden zu Hilfe. Dieser gründete dort einen eigenen Staat, dem Kurland, Livland und Estland angegliedert wurden... Weiterlesen. [7]

Links

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Slawen; Version vom 25. Aug. 2012‎
  2. Monumenta Germaniae historica. Cap. r. Franc. I, 123 c. 7; Mühlbacher 2 n. 413
  3. Hoops, RdgA. aaO. Bd. II, S. 396 (Art. Handel, § 46)
  4. Chronicon sive Gesta Saxonum (Chronik oder Geschichte der Sachsen). Thietmar von Merseburg, um 1012-1018. In "Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters"; BSB. 3 c. 1, 6 c. 16
  5. Ottonis II. et Ottonis III. Diplomata (Diplomata 13: Die Urkunden Otto des II. und Otto des III.). Hrsg. Theodor Sickel. Hannover 1893 (Digitalisat der Monumenta Germaniae Historica)
  6. Hoops, RdgA. aaO. Bd. II, S. 407 (Art. Handel, § 71)
  7. Geschichtsbaum Deutschland. National Geographic Deutschland. Britta Orgovanyi-Hanstein. Candor-Verlag, 2006. ISBN 3200005572, ISBN 9783200005570.

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