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Als Sonnengott tauchten in der verschiedenen Kulturen des Alterums verschiedenste Personifikationen auf, die verehrt wurden (s. Sonnenkult). Zu den bekanntesten gehören der Osiris der ägyptischen, der Helios der griechischen und der Sol der römischen Mythologie). Die Sol der nordischen Mythologie ist eine der wenigen weiblichen Personifikationen der Sonne.

Beschreibung

Der Sonnengott wurde durch die Sonne am Himmel symbolisiert, und aufgrund der Veränderungen, die die verschiedenen Jahreszeiten mit sich bringen, war er ebenfalls eine sich entwickelnde Gottheit und hatte viele Facetten. Der Sonnengott ist ein zyklisches Wesen, eng verbunden mit dem Grün des Landes, in der Dunkelheit des Winters geboren (Wintersonnenwende), wächst er im Frühling heran. Seine größte Stärke erlebt er im Mittsommer beim höchsten Stand der Sonne, und bei der Ernte erfährt er von seinem bevorstehenden Opfer und gibt seine Kraft, um das Wachsen Getreide zu gewährleisten und die die Menschen zu ernähren, wenn der Herbst das Land abkühlt (s. Erntedankfest). Als Toter zieht er an Samhain (das heutige Halloween) in die Totenwelt und sich zu erneuern und wird von der Göttin, seiner Witwe, betrauert, um dann im Mittwinter neu geboren zu werden.

Attribute

In den alten Kulturen wurde der Sonnengott häufig mit Strahlenkranz und Peitsche (für den Sonnenwagen), Fackel oder Kugel in der Hand dargestellt. Dabei ist zu bemerken, dass das Attribut der Sonne als Heiligenschein, Lichtkreis oder Strahlenkranz um die Gestalt oder das Haupt in vielen alten Kulturen göttliche oder heilige Personen charakterisiert. Stier (z.B. Mnevis) und Löwe waren seine geheiligten Tiere und in Ägypten wurden die Obelisken als Sonnensäulen geweiht. Sie Sachsen verehrten den Sonnengott als halbnackten Mann mit einem flammenden Rad auf der Brust.

Personifikationen

Da die Sonne das aktive männliche Prinzip verkörpert, sind folglich die meisten Sonnengötter männlich. In Ägypten hieß der Sonnengott in den drei verschiedenen Götterreihen Ra, Khunsu und Osiris. Bei den Phöniziern, Kananitern und Karthagern war Baal der Sonnengott; da aus älterer Zeit die Personifikation Baals als Stier galt, so wurde auch Moloch oder Melkarth als Sonnengott in Stierform verehrt. In der Zeit der Griechen und Römer erscheinen im Helios, Sol und Mithras als Sonnengötter. Im Christentum nimmt Jesus diese Position ein, wobei sich z.B. neben dem Heiligenschein auch seine Dornenkrone oder als Symbol der Sonne und ihrer Strahlen deuten läßt. [1]

In der nordischen Mythologie ist Sol, die Schwester Mánis, ein der wenigen weiblichen Sonnengötter, daneben taucht im althochdeutschen und altsächsischen die Sunna auf (2. Merseburger Zauberspruch).

Als Gehörnter Gott

Überraschend häufig wird der Sonnengott im europäischen Volksglauben mit Hörnern dargestellt, in England und Frankreich auch mit dem Geweih eines großen Hirsches. Als gehörnter Gott, z. B. Herne, Cernunnos oder Pan, ist er Herrscher über die wilden Tiere in den Wäldern. Wie die Große Göttin, hat auch er drei Aspekte. Seine haarigen Beine und Hufe verbinden ihn mit dem Reich der Tiere, deren Hüter und Hirte er ist; sein menschlicher Oberkörper enthält sein menschliches Herz und zeigt, daß er Gefühle für die Menschheit hat, die in seiner Obhut steht, und daß er der Gott des Lebens ist (die lebensspendende Sonne). Das herrschaftliche Geweih zeigten, daß er selbst ein Gott ist. Dieses Geweih ist das Symbol für die Sonnenstrahlen, für die Kraft des Lichtes, für die Mitwirkung bei der Schöpfung, und wie die Zacken auf der Krone des irdischen Königs, so steht es für die Königswürde (vgl. Hirsch als König des Waldes).

Der Gott der Sonne wandelt in drei Welten:

  • dem bescheidenen Land aller wilden und zahmen Tiere mit ihrer Einfachheit,
  • den vom Menschen geschaffenen Reichen mit all ihren kulturellen Errungenschaften, denn er ist seit eh und je der magische Schmied, der Schöpfer und Erfinder
  • und über all das hinaus ist er auch noch der göttliche Himmelsvater.

Als gehörnter Jäger, der mit einem Geweih gekrönt ist, erscheint dieser Sonnengott gleichzeitig als Gott der Natur oder Gott der Wildnis (s. Grüner Mann). Ebenso ist er Vorbote von Stürmen und Gewittern, wo er seine geheimnisvolle Hundemeute über den Himmel führt (vgl. Die Wilde Jagd).

Zyklus

In der heidnischen Geschichte von der Großen Göttin und dem Gott der Sonne, die vielleicht das Grundmuster für die heidnischen Feierzyklen bildet, wird der Gott der Sonne von der Muttergöttin mitten im Winter (in der Zeit der größten Finsternis) geboren (vgl. im Christentum die Geburt Jesu am 24. Dezember). So gilt die Wintersonnenwende (21. Dezember) als Geburt der Sonne, die drei Tage später verkündet wird.

Wie alle namenlosen Götter ist der Sonnengott als »Mabon, Sohn der Modron« bekannt, was auf wallisisch wörtlich »Sohn, Sohn der Mutter« bedeutet. Das ist die vertraute Vorstellung von einem magischen Sohn, die sich in vielen Religionen auf der ganzen Welt findet der in bescheidenen Verhältnissen von einer Mutter geboren wird, die keinen Mann zu haben scheint. Der Sonnengott im heidnischen Glauben ist auch sein eigener Vater, der seine Mutter liebt und ihr Ehemann wird (Beltane). Diese Mysterien - das des sterbenden, sich aufopfernden Gottes und das der unsterblichen, sich wandelnden Göttin bilden die Grundlage der heidnischen Anbetung.

In den jahreszeitlichen Festen werden die Lebenszyklen dieser Ureltern, ihrer magischen Geburt, ihres Wachstums, ihres Werbens und Liebens, ihrer Erfüllung und ihres Scheidens in die Unterwelt,die jenseits des menschlichen Wissens liegt, dargestellt.

Quellen

  • Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 18. Leipzig 1909, S. 606-607.
  • Das Geheime Wissen der Hexen. Marian Green. Orginalverlag: Harper Collins, London, 1991. Übers. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München, 1998. ISBN 3-426-77343-0.
  • Schwartz, Die poetischen Naturanschauungen, Bd. 1 (Berlin, 1864)
  • L. Frobenius, Das Zeitalter des Sonnengottes (Berlin, 1904, Bd. 1)

Einzelnachweise

  1. Zeitgeist: Film,Untertitel,Orientation Video,Radio Show zeitgeistmovie.com

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