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Der Speer (tlw. synonym verwendet mit Spieß bzw. Lanze) ist eine der ältesten Angriffswaffen der Menschheit. Mitunter auch als Wurfspieß bezeichnet, gehören Speere zu den Stangenwaffen, die - als Abgrenzung zu Spießen (als Stoßspeere) - bevorzugt als Wurfwaffe eingesetzt werden können und daher kürzer und leichter sind.

Beschreibung

Die Urform der Speere bzw. Spieße ist der einfach zugespitzte, eventuell auch am vorderen Ende im Feuer gehärtete Stab. Die Weiterbildung zum Spieß mit abnehmbarer Klinge erfolgte durch härtere Holzarten, zugespitzte Tierknochen und geeigneter Tierhörner und besonders verbreitet durch Anfügung speziell gearbeiteter Steinklingen (s. Steinzeit).

Ein bedeutender Fortschritt erfolgte dann in den folgenden Metallzeiten durch das Anfügen von Metallspitzen aus Kupfer, dann Bronze und Eisen. Die letzten Weiterbildungen des Speers betreffen die Zahl und die raffiniertere Ausgestaltung der Klingen oder die Anbringung von Widerhaken (z.B. aus Haifischzähnen). Vorwiegend zu Jagd- und Fischereizwecken dienen die Speere mit mehreren Spitzen (z.B. Zweizack, Dreizack, usw. bis hin zur Harpune).

Der Speer, symbolisch das Zeichen der Macht, aus dem das Szepter hervorging, auch als Bezeichnung des Mannes als Krieger, diente bei den Germanen zum Stoß und Wurf (Wurfspeer) und bestand aus einer Holzstange zuerst ohne Klinge, dann mit 30–40 cm langer, breiter, zweischneidiger Eisenspitze. Um 600 n. Chr. wurde der Wurfspeer Ger genannt und war auch Waffe der Reiter. Die langobardischen Reiter waren berühmte Gerwerfer, und das 841 bei Fontenay veranstaltete Speerrennen war der Ursprung der Hastiludien. [1]

Unterscheidungen

Man kann allgemein in Stoßspeere (Spieß) und Wurfspeere (bzw. Wurfspieße) unterscheiden, wobei die einzelnen Bezeichnungen teilweise durchaus auch synonym gebraucht werden. Schwerer Metallbeschlag oder eine große Länge und Gewicht sind dabei eher für die Verwendung als Stoßwaffe geeignet; während die entgegengesetzten Eigenschaften die Nutzung als Wurfwaffe gestatten. Unterarten sind u.a.:

Hilfsmittel

Zur Erhöhung der Durchschlagskraft und zur Vergrößerung der Anfangsgeschwindigkeit des Wurfspeeres nahmen viele Völker Schleudervorrichtungen zu Hilfe, wie z.B. Wurfbretter (Wurfhölzer) oder Wurfschlingen (Rollriemen).

Galerie

Quellen

  1. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 18 (Zeno.org). Leipzig 1909, S. 702-703.
  2. Pierer's Universal-Lexikon, Band 16 (Zeno.Org). Altenburg 1863, S. 552.