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Im Hoch- und Spätmittelalter rückte beim Adel das Brot allmählich in den Mittelpunkt der Ernährung. Dabei bevorzugte die höfische Gesellschaft das hochwertige Weißbrot, für dessen Herstellung hauptsächlich fein gemahlenes Weizenmehl verwendet wurde. Neben Hafer, Roggen und Gerste gab es noch Reis als einziges Importgetreide der Zeit, das daher auch entsprechend teuer war. Natürlich fehlte es auch nicht an Gemüse.

Allgemeines

Am häufigsten wurden die heimische Gemüsearten gegessen, vor allem Rüben und Kohl, aber auch Lauch, Rettich, Möhren, Zwiebeln, Kürbisse, Gurken, Fenchel, Erbsen, Linsen und dicke Bohnen. Dazu kam der relativ hohe Fleischkonsum der Adligen, der zum größten Teil von Haustieren wie Kalb, Rind, Schwein, Schafen oder Ziegen gedeckt wurde. An Geflügel wurden Huhn, Kapaun, Ente, Gans und manchmal sogar Pfau gegessen.

Fisch

Als Fisch war u.a. der Aal (Anguilla fluviatilis) als typisches Fischgericht auf den Tischen des Adels zu finden. Allerdings wurde der Aal nicht zu den Fischen gezählt, sondern als Schlange aufgefaßt. [1]

Fleisch

Feast of William the Conqueror - Bayeux Tapestry 01.jpg

Festmahl von Wilhelm dem Eroberer. (Teppich von Bayeux; 1070)

Einen weit kleineren Teil des zur Nahrung verwandten Fleisches bildete das Wildbret: Wildschwein, Hirsch, Reh, Hase, Bär, Gämse, Steinbock, Eichhörnchen, Igel und Dachs waren so ziemlich alles, was im heimischen Wald gejagt wurde.

Außerdem aß man natürlich erjagtes Federwild wie etwa Wachteln, Rebhühner, Fasane, Wildenten und Tauben, Reiher, Kraniche und Schwäne, die nach heutigem Geschmack nicht sehr genießbar sind. Kiebitz, Drossel und Sperling als Kleinvögel blieben auch nicht verschont. Typische Fischgerichte bestanden bei den Höhergestellten aus Lachs, Hecht, Barsch oder Aal, als Importware auch aus Hering und Kabeljau.

Geflügel

Als "Luxusgeflügel" für die Speisen des Adels wurden laut dem griechischen Arzt Anthimus um 500 n. Chr. in seinem Werk De observatione ciborum (22) Fasane und Pfaue besonders bevorzugt. [2]). Nach weich gebratenen Pfauen und Fasanen mit Würzbrühe sehnte sich laut Arnold von St. Emmeram († vor 1050) auch der Einsiedler Günther [3]. Ekkehard IV. von St. Gallen (um 980-1057) dagegen nennt in seiner Benedictiones ad mensas (76 f.) den Fasanenbraten als schwer verdauliche Speise. [4]

Grundnahrungsmittel

Neben Milch und Milchprodukten, die zu den Grundnahrungsmitteln gehörten, aß man fast alle Sorten der heimischen Früchte wie Äpfel, Kirschen, Pflaumen, Birnen, Erdbeeren, Blaubeeren und Stachelbeeren, Weintrauben und getrocknete Weinbeeren. Zu den importierten Früchten zählten Feigen, Datteln, Pomeranzen, Limonen und besonders Mandeln, aus denen man Mandelmilch herstellte. Sie diente zum Verfeinern von Speisen und in Fastenzeiten, in denen der Verzehr tierischer Milch verboten war, als Milchersatz.

Gewürze

Natürlich wurden Gerichte mit Hilfe von Gewürzen schmackhafter gemacht. Dafür wurden sowohl einheimische Kräuter wie Petersilie, Minze, Salbei, Kümmel und Schalotten als auch ausländische Gewürze wie Pfeffer, Zimt, Ingwer, Muskat und Safran bevorzugt. Die - allerdings weniger benutzten - Gewürze Majoran, Rosmarin, Thymian und Basilikum wurden aus dem Mittelmeerraum importiert. Gesüßt wurden Speisen hauptsächlich mit Honig, da Rohrzucker zwar bekannt, seine Gewinnung aber meist unbekannt war. Über die Essgewohnheiten der Oberschicht sowie Geschirr und Besteck wird in mittelalterlichen Filmen oft ein ganz falscher Eindruck erweckt, so waren z.B. kostbare Tafelgeschirre auch bei den Höhergestellten eher die Ausnahme.[5]

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Quellen

  1. Johannes Hoops. Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 1. 1918—1919. S. 3.
  2. Anthimi: De observatione ciborum ad Theodoricum regem Francorum epistula (BBAW). Deutsche Übersetzung von Eduard Liechtenhan. Teubner, Leipzig, Berlin 1928. 2. Ausgabe Akademie-Verlag, Berlin 1963 (CML VIII 1: Corpus medicorum Latinorum 8, 1).
  3. Arnold d. S. Emmeramo (BSB) lib. II. Canis. lect. antiqu. II, 145
  4. Benedictiones ad mensas (Google Books). Ekkehard IV. von St. Gallen (um 980-1057). Ed. Ferdinand Keller. Zürich : Meyer u. Zeller, 1847. S. 76 f.
  5. Leben im Mittelalter: Essen und Trinken im Mittelalter

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